Schuldgefühle und Sexualität

Ratgeber Schuldgefühle

Leseprobe Kapitel 11

Auch die Sexualität bietet eine breite Angriffsfläche für Schuldgefühle. Nicht nur die Kirche gibt uns ausreichend Vorschriften, wie wir unsere sexuellen Bedürfnisse zu handhaben haben.

Unser Staat hat Gesetze formuliert und unsere Eltern haben uns ebenfalls ihre eigene Sichtweise zur Sexualität mit auf den Weg gegeben.

Fallbeispiel: "Ich bin pervers".
Frau A., 42 Jahre war seit 17 Jahren mit ihrem Partner verheiratet. Er war der erste Mann in ihrem Leben, mit dem sie sexuellen Kontakt hatte. Das sexuelle Zusammensein klappte immer so leidlich. Sie hatte weniger häufig Lust als ihr Mann und hatte ihm lange Jahre nur ihren Orgasmus vorgespielt.

Eines Tages entdeckte sie während des Geschlechtsverkehrs, daß es sie erregte, dabei an einen anderen Mann zu denken. Sie malte sich in der Phantasie aus, wie dieser Mann ihr die Kleider vom Leib riß und sich lustvoll auf sie stürzte. Je leidenschaftlicher sie sich die Szene ausmalte, um so mehr Lust bekam sie.

Diese Beobachtung verunsicherte sie stark. Liebte sie ihren Mann nicht mehr? War sie pervers, durch Phantasien in Erregung zu geraten? Sollte sie ihrem Mann davon erzählen? Darf man als Ehefrau zu solchen Mitteln greifen?

Sie wandte sich an mich, um auf diese Fragen eine Antwort zu finden. Sie fühlte sich schuldig, "so etwas nötig zu haben" und quasi ihren Mann mit einem phantasierten Traummann zu betrügen.

Selbstbefriedigung, zu wenig, zu viel Lust und abnorme Wünsche

Staat, Kirche und die Forschung haben alles dafür getan, um Normen und Regeln für unser Sexualverhalten in unseren Köpfen zu installieren. Der Staat hat lange Jahre die Homosexualität verboten.

Die Kirche findet Selbstbefriedigung und lustvollen Geschlechtsverkehr auch heute noch ablehnenswert. Die Forschung bietet uns immer wieder neue Statistiken an, wie häufig man in welcher Stellung mit seinem Partner schlafen sollte.

Zur Zeit findet man in den Medien viele Berichte über Masochismus, Sadismus und Fetischismus. Wonach soll man sich richten?

Auch hier kann ich Ihnen wiederum keine Regeln geben, wie ein gesundes, richtiges Sexualverhalten aussieht. Für mich selbst setze ich den Maßstab folgendermaßen:

Jeder hat das Recht, sich seine eigenen Regeln festzulegen: Wichtig ist,

Es gibt Paare, die nur einmal im Jahr miteinander schlafen und damit zufrieden sind. Es gibt aber auch Paare, die täglich dreimal Geschlechtsverkehr haben.

Es gibt Paare, die beim Geschlechtsverkehr einen Gummianzug anziehen oder sich vorher einen Pornofilm anschauen. Es gibt Paare, die sich gegenseitig Selbstbefriedigung erlauben oder dem Partner dabei zuschauen, andere halten dies für überflüssig oder gar schlimm.

Ich kann Ihnen nicht die Entscheidung darüber abnehmen, was Sie in Ihrem Leben für angemessen und richtig halten. Wenn Sie unter sexuellen Schuldgefühlen leiden, sollten Sie sich die Regeln, denen Sie zuwiderhandeln, noch einmal ganz bewußt anschauen.

Prüfen Sie, ob sie für Ihr Leben passen und Sie ihnen weiterhin folgen möchten. Wenn Sie diese Frage bejahen, dann müssen Sie Ihr Verhalten, weswegen Sie sich Schuldgefühle machen, verändern.

Befriedigen Sie sich beispielsweise selbst und möchten an der Regel festhalten, daß Sie das nicht tun sollten, dann müssen Sie dieses Verhalten aufgeben.

Wenn Sie stattdessen die Regel nicht mehr passend für Ihr Leben halten und sich weiterhin die Selbstbefriedigung erlauben möchten, dann korrigieren Sie diese bewußt und durchlaufen den Umlernprozeß.

Ihre Schuldgefühle haben dann keine Berechtigung mehr, werden Sie aber noch eine Weile begleiten.

Auch in der Sexualität gibt es eine Vielzahl von Mythen, die unsere Gefühle und unser Verhalten steuern, wie z.B:

1. Wenn ich meinen Partner wirklich liebe, muß ich wissen, was er mag.

2. Ich muß meinen Partner immer, wenn er Lust hat, befriedigen können.

3. Wir müssen immer zur gleichen Zeit Lust haben.

4. Ich habe die Macht, ihm Lust zu machen. Wenn er keine Lust empfindet liegt das an mir.

5. Sexuell muß es immer klappen.

6. Ich muß immer einen Orgasmus bekommen. Mein Partner muß immer einen Orgasmus bekommen.

7. Ich bin kein richtiger Mann, keine richtige Frau, wenn ich keinen Orgasmus bekomme.

Wie alle Mythen können auch diese Mythen zur Sexualität Schuldgefühle erzeugen, wenn wir sie nicht erfüllen. Gemeinsam ist diesen Mythen, daß sie nicht den Tatsachen entsprechen.

>>> weiterlesen im Ratgeber Schuldgefühle

TIPP Sexualität Partnerschaft

Weitere Leseproben:

Einleitung

Kapitel 1 Die Ursachen der Schuldgefühle

Kapitel 3 Sind Schuldgefühle berechtigt?

Kapitel 5 Welche Menschen sind besonders empfänglich für Schuldgefühle?

Expertenempfehlung

FröhlichChristine Fröhlich
Diplom Psychologin, Würzburg

Ich empfehle meinen Patienten den Ratgeber "Schuldgefühle", weil er wirksame Strategien aufzeigt, wie man dem Teufelskreis quälender Gedanken entrinnen und inneren Frieden finden kann.

Ratgeber Schuldgefühle

Umgang mit Schuldgefühlen Ratgeber

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Leserstimmen

Leserstimme Leserin

Das Leben ist ein Geschenk und das Buch auch. Jeder wird einen Teil aus dem Buch mitnehmen und der Lebensweg wird leichter und glücklicher werden. Es lohnt sich.

Leserstimme Amazon Leserin

Das beste Buch zum Thema. Dieses Buch ist einfühlsam geschrieben und während des gesamten Lesens erfüllte mich ein Anflug der Entspannung und der Gelassenheit. Die Autorin zeigt nicht von oben herab auf die Probleme des Lesers, sondern erklärt diese einfühlsam. Im weitesten Sinne gibt sie nicht einmal moralische Tipps. Es gibt kein Gut oder Falsch, so einfach ist es eben nicht. Und diese entspannte Art von Frau Dr. Wolf hat mir sehr zugesagt.

Für jeden, der immer mal wieder unter Schuldgefühle (oder auch weniger dramatisch: dem schlechten Gewissen) leidet, und dann darüber grübelt und sich in einer Spirale befindet und dann zweifelt, sollte sich dieses Buch holen. Es ist wirklich das Beste Buch zum Thema. Es gibt auch andere Ratgeber zum Thema Schlechtes Gewissen, die waren bei weitem aber nicht so gut, einfühlsam und vor allem hilfreich (!) geschrieben, wie dieses hier.

Leserstimme Amazon Leserin

Das Buch fängt damit an zu erläutern woher Schuldgefühle überhaupt kommen/ wie sie entstehen. Schon allein dieser erster Abschnitt war für mich sehr spannend. Wäre ich doch nie auf den Gedanken gekommen das Schuldgefühle anerzogen sind. Bei den Gedankengängen die angegeben sind konnte ich nur immer wieder nicken, denn genauso sah es in meinem Kopf auch aus.

In Teil zwei, dem wesentlichen Teil, geht es darum wie sich Schuldgefühle bekämpfen und zukünftig vermeiden lassen. Hier habe ich gelernt meine Schuldgefühle zu analysieren und mein Denkmuster zu ändern. Einer der (für mich) wichtigsten Sätze: „Ich bin nicht Schuld an den Gefühlen anderer Menschen. Nur an meinen eigenen.“

Der Schreibstil ist so das sich das Buch nicht trocken liest, sondern als hat man das Gefühl direkt gegenüberzusitzen. Das überraschte mich sehr, rechnete ich doch mit einem relativ trockenen Ratgeber.

Durch diesen Ratgeber lernte ich meine Schuldgefühle zu hinterfragen und meine Denkweise zu ändern. Die Schuldgefühle die mich am meisten belasteten bin ich los. Daher für mich: absolute Kaufempfehlung!!!