Muss ich zum Psychologen oder Psychiater? Wäre eine Psychotherapie für mich hilfreich? Bin ich psychisch krank und brauche Hilfe? Dieser Test gibt Ihnen Auskunft.
Ihre psychische Verfassung belastet Sie und Sie möchten wissen, ob eine Therapie bei einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin hilfreich für Sie wäre? Mit Hilfe des unten stehenden Tests können Sie genau das herausfinden.
Ängste, Traurigkeit, negative Gedanken, depressive Verstimmungen, Antriebslosigkeit, Verzweiflung, Wut und Aggression – schwierige Gefühle, seelische Krisen und Belastungssituationen sind Teil unseres Lebens, mit denen wir alle von Zeit zu Zeit umgehen müssen. Wenn allerdings der Leidensdruck zu groß wird, wir die Situation nicht mehr im Griff haben und wir unseren Alltag nicht mehr gut bewältigen können, sollten wir uns dringend Hilfe von außen holen.
Auch wenn Familie und Freunde oft wichtige Ansprechpartner in Krisen und schwierigen Lebensphasen sind, können sie bei schwerwiegenden psychischen Problemen nicht die Hilfe eines professionellen Psychologen oder Psychotherapeuten ersetzen.
Denken Sie immer daran: Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich psychologische Hilfe zu holen, sondern ein mutiger Schritt auf dem Weg zur Besserung Ihrer psychischen Verfassung.
Wenden Sie sich zunächst an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt. Dort bekommen Sie erste Informationen über Therapiemöglichkeiten und oft auch eine Therapeutenliste. Fragen Sie auch in Ihrem Freundeskreis nach guten Erfahrungen mit Psychotherapeuten oder Psychotherapeutinnen. Seien Sie sich aber bewusst, dass die Therapeutenempfehlung eines Freundes nicht unbedingt auch für Sie geeignet sein muss. Ob die „Chemie“ zwischen Ihnen und dem Therapeuten passt, müssen Sie selbst im Erstgespräch und den ersten Therapiestunden herausfinden.
Darüber hinaus können Sie sich auch an Ihre Krankenkasse oder die kassenärztliche Bundesvereinigung wenden. Im Internet finden Sie zudem vielfältige Beratungsportale, die auch eine Psychotherapeutensuche anbieten (siehe Mehr Informationen zum Thema Psychotherapie).
Zunächst sollten Sie sich die Frage stellen, ob Sie gesetzlich krankenversichert sind und eine Psychotherapie über Ihre Krankenkasse beantragen möchten, oder ob Sie privat versichert oder Selbstzahler sind. Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn Sie die Kosten privat tragen, haben Sie eine größere Auswahl an Therapieformen und Therapeuten und damit auch geringere Wartezeiten. Die Kosten einer Therapiestunde (45–50 Minuten) beträgt im Schnitt ca. 50 bis 150 €.
Wenn Sie eine Psychotherapie über Ihre Krankenkasse abrechnen möchten, können Sie nur unter den von den Krankenkassen anerkannten Therapieformen wählen (siehe unten) und müssen längere Wartezeiten (im Durchschnitt 20 Wochen) in Kauf nehmen. Dafür haben Sie aber das Recht, sich mehrere Therapeuten in Erstgesprächen und probatorischen Sitzungen anzuschauen und sich erst danach für eine Therapeutin oder einen Therapeuten zu entscheiden. Das ist wichtig, denn eine vertrauensvolle und offene Therapeuten-Patienten-Beziehung trägt entscheidend zum Therapieerfolg bei.
Zudem muss Ihre Therapeutin oder Ihr Therapeut über eine Kassenzulassung verfügen. Klären Sie das und die Therapierichtung bereits beim ersten Telefonat ab.
Die Krankenkassen erkennen derzeit vier Therapierichtungen an und übernehmen für diese die Kosten, wenn die Psychotherapie von qualifizierten und kassenärztlich zugelassenen Psychotherapeuten, Psychologen oder Psychiatern durchgeführt wird.
Verhaltenstherapie
Die Verhaltenstherapie orientiert sich an der gegenwärtigen Situation des Betroffenen. Sie geht davon aus, dass bestimmte problematische Verhaltensweisen erlernt sind – und auch wieder verlernt werden können. Dazu werden zunächst gemeinsam die Bedingungen erarbeitet, die für die aktuelle Lebenssituation verantwortlich sind, und darauf aufbauend ein Therapieplan erstellt. Der Patient soll im Laufe der Therapie aktiv sein Denken, Fühlen und Handeln verändern und so seine psychische Situation verbessern. Dazu werden meist Übungen und Hausaufgaben genutzt.
Systemische Therapie
Die Systemische Therapie sieht den Menschen als Teil von Beziehungssystemen (Familie, Freunde, Beruf). Psychische Probleme resultieren aus Störungen dieser Beziehungen und sollen durch die Veränderung von familiären und sozialen Interaktionen gelöst werden. Das gelingt durch spezielle Fragetechniken und Gesprächsführungen durch den Therapeuten – auch unter Einbindung von Bezugspersonen. Oft wird die Systemische Therapie in der Paar- oder Familientherapie angewandt.
Analytische Psychotherapie
Die Analytische Psychotherapie geht auf die Psychoanalyse Sigmund Freuds zurück. Unbewusste, verdrängte, innere Konflikte, Erinnerungen und Gefühle aus der Vergangenheit gelten als Ursachen von psychischen Krankheiten. Sie sollen zusammen mit dem Therapeuten wieder durchlebt, erkannt und berabeitet werden, um eine Integration und eine heilsame Veränderung der psychischen Situation zu erlangen.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
Die tiefenpsychologische Therapie stellt eine Modifikation der Psychoanalyse dar und sieht als Ursprung für aktuelle psychische Probleme den „Zentralen Konflikt“, der seine Ursachen in der Persönlichkeit und Vergangenheit des Betroffenen hat. Die Patienten sollen unbewusste Motive und Konflikte, z.B. aus der Kindheit, erkennen, sich mit ihnen auseinandersetzen und sie schließlich überwinden. Der Schwerpunkt liegt auf der Bearbeitung der aktuellen Konflikte.
Seit 2015 bezahlen gesetzliche und private Krankenkassen bei erwachsenen Patienten auch EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) als Teil eines der oben dargestellten anerkannten Therapieverfahren, wenn der Psychotherapeut eine spezielle EMDR-Ausbildung hat. EMDR ist eine wirksame Behandlungsmethode bei posttraumatischen Belastungsstörungen und wird zum Beispiel auch bei Angst- und Panikstörungen, Depressionen und Alkoholabhängigkeit eingesetzt.
Mehr Informationen zum Thema Psychotherapie:
Therapeutensuche: www.therapie.de/therapeutensuche/
Therapeutensuche: Kassenärztliche Vereinigung: www.kbv.de/html/arztsuche.php
Telefonseelsorge: www.telefonseelsorge.de/
Depressionsforum: www.diskussionsforum-depression.de
EMDR: www.emdria.de
Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und lesen Sie die folgenden Feststellungen aufmerksam durch. Überlegen Sie bei jeder Feststellung, ob und wie sehr Sie sich darin wiedererkennen.
Schieben Sie hierfür bei jeder Aussage den Regler zwischen „trifft gar nicht zu“ und „trifft vollkommen zu“.
In wenigen Minuten erfahren Sie, ob Sie psychotherapeutische Hilfe benötigen und einen Therapeuten oder eine Therapeutin kontaktieren sollten.
Hinweis: Dieser Test dient zur Selbsteinstufung und kann nicht die Diagnose eines Psychotherapeuten oder Psychiaters ersetzen.
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