Pflege der Eltern zu Hause

Pflege eines Angehörigen zuhause

Die häusliche Pflege und Betreuung der Eltern ist eine große körperliche und seelische Belastung. Informationen zu den Problemen, die bei der Pflege zu Hause auftreten können. Bild © Ocskay Bence - Fotolia

, Psychotherapeutin

Sie bemerken, wie Ihre Eltern immer mehr abbauen oder diese nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen.

Ich spreche im Folgenden von "den Eltern", aber natürlich beziehe ich mich auf nur einen Elternteil, Ihren Vater oder Ihre Mutter.

Sie haben sich dafür entschieden, dass die Unterbringung Ihrer Eltern in einem Heim nicht in Frage kommt. Sie wollen Ihren Eltern etwas von dem zurückgeben, was Sie von ihnen bekommen haben. Deshalb wollen Sie Ihre Eltern zu sich holen und bei sich zu Hause pflegen.

Auch wenn Sie die Entscheidung zur häuslichen Pflege aus Liebe und einem Verantwortungsgefühl den Eltern gegenüber treffen, wird die Betreuung zu Hause Ihr Leben vollkommen verändern.

Als Vorbereitung auf die private Pflege Ihrer Eltern sollten Sie sich über die folgenden Fragen Gedanken machen und diese mit Ihrer Familie besprechen.

Fragen in Bezug auf die Eltern

Fragen in Bezug auf Ihren Alltag

Fragen in Bezug auf Ihre Partnerschaft

Fragen in Bezug auf eigene Interessen, Hobbys und Freunde

Fragen in Bezug auf die körperliche und psychische Belastung

Was hilft Ihnen und Ihren Eltern, mit der Pflege zuhause zurechtzukommen?

Generell können Sie und Ihre Eltern sich leichter auf die neue Situation einstellen, wenn

Probleme bei der häuslichen Pflege

Auch wenn Sie sich noch so sehr darauf vorbereiten, Ihre Eltern bei sich zuhause zu pflegen, gibt es einige große "Fußangeln".

Diese rühren daher, dass Sie und Ihre Eltern viele gemeinsame Erfahrungen teilen und sie sich beide auf die Pflegesituation einstellen müssen.

Vielleicht kommen auch Persönlichkeitsveränderungen der Eltern z.B. durch Abbauprozesse im Gehirn, dazu.

Auf der Seite Ihrer Eltern:

Auf Ihrer Seite:

Noch schwieriger wird es für Sie, wenn Sie sich zeitlebens von den Eltern ungeliebt gefühlt haben und sich nun für ihre Pflege entschieden haben.

Dann besteht die Gefahr, dass Ihre alten verletzten Gefühle aufbrechen und Sie versucht sind, es den Eltern heimzahlen zu wollen.

Vielleicht behandeln Sie Ihre Eltern auch lieblos und schwanken zwischen Schuldgefühlen und Aggression.

Die Erkrankung Ihrer Eltern kann Ihnen jedoch auch helfen, mehr Verständnis für diese zu entwickeln und alte Vorwürfe fallen zu lassen. Sie können vielleicht mit den Eltern Frieden schließen.

Sie können möglicherweise Angst vor ihnen oder Wut auf sie abbauen und liebevolle Gefühle entwickeln.

Tipps, die das Zusammenleben mit Ihren Eltern erleichtern.

Informieren Sie sich über Hilfsmöglichkeiten.

Beispielsweise können Sie sich beraten lassen über barrierefreies Wohnen, Sturzprophylaxe, Pflegehilfsmittel, Hausnotrufsdienst, Tagespflege, Pflegehilfsdienste, Kurzzeitpflege, Pflegegeld.

Eine Beratung erhalten Sie z.B. bei einer Seniorenberatungsstelle bzw. bei den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, des Deutschen Roten Kreuzes sowie städtischen und kirchlichen Beratungsstellen. Auch im Internet finden Sie viele Informationen.

Geben Sie sich und Ihren Eltern Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen.

Sowohl Sie als auch Ihre Eltern und Ihre Familie müssen auf gewohnte Rituale verzichten. Unzufriedenheit, Wut und Verbitterung können die Folgen sein.

Auch Hilflosigkeitsgefühle und Ängste vor der Zukunft sind leicht nachvollziehbar.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Eltern nur die Tätigkeiten abnehmen, die sie nicht mehr selbst ausüben können.

So stärken Sie das Selbstvertrauen Ihrer Eltern und entlasten sich. Vielleicht gibt es sogar Arbeiten und Tätigkeiten, die Ihre Eltern übernehmen können.

Damit geben Sie ihnen das Gefühl, noch zu etwas nütze zu sein und gebraucht zu werden. Ein wichtiges Gefühl.

Behandeln Sie Ihre Eltern mit Respekt.

Dies bedeutet, dass Sie, soweit sie mit ihrem Verhalten nicht sich oder andere gefährden, auch Verhaltensweisen akzeptieren, die Ihnen nicht so gut gefallen.

Lassen Sie die Eltern z.B. selbst entscheiden, was sie gerne essen, anziehen, wann sie ins Bett gehen und womit sie sich beschäftigen.

Bleiben Sie bestimmt, konsequent und liebevoll.

Insbesondere dann, wenn Ihre Eltern Ihnen in Ihre Alltagsgewohnheiten hineinreden wollen. Bedanken Sie sich für deren Ratschlag und betonen Sie, dass Sie lieber selbst die Erfahrung machen möchten, auch wenn Ihr Weg sich als falsch herausstellen sollte.

Hinter Druck und Bevormundung kann auch der Wunsch nach Zuwendung stehen.

Planen Sie ganz bewusst feste Zeiten ein, in denen Sie nur für Ihren Partner und Ihre Kinder da sind.

Ihre Familie muss in vielen Bereichen auf Sie verzichten. Fest vereinbarte gemeinsame Gesprächszeiten und Aktivitäten geben Ihrer Familie das Gefühl, nicht vernachlässigt zu werden.

Ratgeber Gefühle verstehen

Holen Sie sich Unterstützung.

Fordern Sie ganz bewusst Hilfe von Ihren Geschwistern und anderen Angehörigen. Sie können vielleicht auch Ihre Nachbarn um Unterstützung bitten.

Oder lassen Sie sich von externen Pflegekräften und Pflegediensten entlasten. Sie benötigen immer mal wieder eine Auszeit, um Ihre Kraft zu erhalten, denn die Pflege kann sich über viele Jahre erstrecken.

Geben Sie Arbeiten ab, die Sie nicht selbst erledigen müssen.

Sie müssen mit Ihren Kräften haushalten. Wenn möglich, lassen Sie die Bettwäsche bügeln oder beschäftigen eine Putzfrau.

Geben Sie nicht alle Ihre Hobbys und Interessen auf.

Gehen Sie weiterhin in die Gymnastik oder mit Freunden ins Kino, sonst kann es sehr leicht zu einem Burnout kommen.

Achten Sie darauf, dass Sie regelmäßige Mahlzeiten zu sich nehmen und ausreichend trinken.

Nicht nur Ihre Eltern benötigen Pflege sondern auch Ihr Körper. Wenn Sie Ihren Körper gut versorgen, kann er auch besser mit den Belastungen umgehen.

newsletter

Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen, die auch ihre Eltern pflegen, aus.

Zu hören, dass andere Menschen ähnlich empfinden und reagieren, kann Sie entlasten. In einer Selbsthilfegruppe pflegender Angehöriger erfährt man gewöhnlich auch viele hilfreiche Tipps.

Und Sie haben diesen Abend in der Gruppe "pflegefrei". Eine Gruppe in Ihrer Nähe können Sie z.B finden bei Nakos. Im Internet finden Sie Foren für pflegende Angehörige.

Erlauben Sie sich, Ihre Entscheidung für die häusliche Pflege zu überprüfen.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt haben Sie sich für die Pflege Ihrer Eltern entschieden. Sie konnten damals vielleicht nicht so gut einschätzen, was auf Sie zukommen wird.


pflege-eltern-zuhause.html

Wie hilfreich ist mein Beitrag? ✓

star rating4.5 stars 4.5 Sterne (414 Leserurteile)





Möglicherweise hat sich die Erkrankung Ihrer Eltern aber auch verschlechtert oder die Umstände haben sich verändert.

Alarmsignale, Ihre Entscheidung zu überprüfen, können z.B. sein, dass Sie Ihren Eltern gegenüber nur noch gereizt sind und diese anschreien, dass Sie unter Depressionen oder chronischen Schlafstörungen leiden, dauerhaft erschöpft oder ständig krank sind oder Ihre Partnerschaft kriselt.

Dann sollten Sie mit Ihren Eltern und Ihrer Familie beraten, ob Sie die Pflege weiterhin übernehmen können, oder ob Sie die Pflege einen örtlichen Pflegedienst übernehmen lassen.

Lenken Sie Ihren Blick auf das Positive.

Die Pflege der Eltern muss nicht nur eine Last sein. Die Zeit kann genutzt werden, um Vorwürfe und Konflikte zu bereinigen.

Es kann für Sie eine belohnende Erfahrung sein, Ihren Eltern etwas zurückzugeben und Sie auf der letzten Wegstrecke zu begleiten.

Sie können Ihre Eltern in einem neuen Zusammenhang kennenlernen und vielleicht auch viel von ihnen erfahren, was Sie bisher nicht gewusst haben.

Und vielleicht können Ihre Eltern sogar für Sie Modell sein, wie man seine letzten Lebensjahre lebt.

In jedem Fall ist die häusliche und private Pflege der Eltern zu Hause eine große Herausforderung, die allen Respekt verdient.

Hilfe im Internet

Pflegix - Online Martplatz für Pflege & Betreuung

Töchter & Söhne - Unterstützung für Pflegende

pflegelotse - Suchmaschine für ambulante Pflegedienste und Pflegeheime

pflege - Infos zu Pflegekasse/Pflegegrade, barrierefreies Wohnen

Praxistipps für den Pflegealltag

Gefällt Ihnen mein Beitrag? Dann teilen Sie ihn auf teilen auf facebook Facebook Danke!


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Seit 35 Jahren helfe ich Menschen bei der Bewältigung persönlicher Probleme. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von Kuchen & Gebäck.

Lust auf positive Impulse? Dann holen Sie sich meinen kostenlosen Newsletter.

newsletter abonnieren


Welche Erfahrungen machen Sie mit der häuslichen Pflege?

Hinterlassen Sie einen Kommentar und helfen anderen mit Ihrer Erfahrung.


Zur Spam-
vermeidung Zahl
eingeben
captcha

  1. Leserkommentar Gertrud schreibt am 06.03.2018

    Mein dementer Vater ist seid November im Pflegeheim,meine Mama zuhause.Das ist schrecklich zu sehen wie meine Mama leidet.Oft überlege ich ob ich meinen Vater wieder nachhause holen soll. Aber das würde für mich bedeuten ihm quasi rund um die Uhr zu betreuen. Dazu hat er ein Alkohol Problem und hat früher meine Mutter tyrannisiert. Das Pflegeheim ist dazu super. Die Mitarbeiter haben meinen Vater so gut gepflegt,dass ich denke das er nachhause kommen könnte,aber dann würde er wieder mit dem Alkohol anfangen und Mutti tyrannisieren.Ich selber bin auch ende 50 und möchte mein Leben nicht aufgeben,trotzdem schmerzt es mich in die traurigen Augen von meiner Mutter zu sehen....Ich fühle mich wie zwischen Hammer und Amboss.... .

  2. Leserkommentar eva schreibt am 02.01.2018

    fühle mich allein gelassen. Wer einmal die Verantwortung übernimmt - meine Erfahrung mit Geschwistern ? - muss einfach weitermachen, ob ich will - fragt keiner mehr und ob ich das schaffe? Nein... will keiner Verantwortung übernehmen. Fazit: Bin einfache mit meinen Nerven am Ende und werde - wenn es so weiter geht, selbst Hilfe brauchen.

  3. Leserkommentar Inga schreibt am 24.12.2017

    Hallo, habe mich hier eingelesen und muss sagen, mir geht es sehr schlecht. Meine Mutter (92) wird von mir betreut. Ich kann hier nur betonen, dass diese Aufgabe meine körperliche und psych. Belastungsgrenze überschreitet. Ich bin mittlerweile so erschöpft, dass ich meinen Mann, meine Kinder und mich selbst total vernachlässige.

  4. Leserkommentar kathrin schreibt am 14.12.2017

    ich pflege meine demente Mutter 92 seit 10 Jahren und kann nur betonen, ich würde es nie wieder machen! Mit welchem recht nehmen sich Eltern so etwas raus? Ich kann nur abraten davon,denn man ist hinterher selber ein Pflegedall und hat keine Kraft mehr für seine eigene Familie.

  5. Leserkommentar Rainer schreibt am 08.10.2017

    Ich betreue meine Eltern seit mehr als 3Jahren in deren Wohnung in einer 7Tage-Woche und fahre täglich von meiner 10 km entfernten Wohnung zu Ihnen, habe keinen freien Tag und muß mir weil ich aufgrund dieser Situation Hartz 4 beziehe noch von verschiedenen Menschen sagen lassen, dass ich faul bin da ich ja nur die Eltern pflege.....ich bin männlich, 59 Jahre und meine Eltern sind 87 und 92 Jahre, Mutter Pflegegrad 5 und Vater Pflegegrad 1 und ich bin dann, wenn meine Eltern gestorben sind, sicher selber ein Pflegefall, mit Sicherheit aber psychisch fertig!

  6. Seite:

newsletter abonnieren

Informationen für Angehörige kranker & pflegebedürftiger Menschen

Angehörige Alzheimer- + Demenzerkrankter

Chronisch kranken Menschen helfen

Mein Partner ist depressiv - wie kann ich ihm helfen?

Wie mit dem Selbstmord eines Angehörigen umgehen?

psychotherapeutensuche

Selbstmorddrohung eines Angehörigen

Mein Partner hat eine Angststörung - was kann ich tun?

Unter dem Stichwort: <Hilfe für Angehörige psychisch kranker Menschen> finden Sie bei den Suchmaschinen weitere Seiten für Angehörige.

Unterbringung der Eltern in einem Pflegeheim oder Altersheim

Für die Eltern im Alter sorgen

Hilfreiche Tests

Selbstmitleid - warum wir uns damit keinen Gefallen tun

Test: Wäre eine Psychotherapie für mich hilfreich?

Burnout Risiko Test

Psychotest Egoismus
Bin ich zu egoistisch?

Psychotest Selbstlosigkeit
Bin ich zu selbstlos?

Emotionale Erpressung Test
Bin ich anfällig für emotionale Erpressung durch Schuldgefühle?

Helfersyndrom Test
Leide ich unter einem Helfersyndrom?

Überfordere ich mich in der Partnerschaft und im Beruf?

Schuldgefühle Test

Werden Sie Ihr eigener Psychologe

In ihrer Gebrauchsanleitung für Gefühle zeigen die Psychologen Wolf und Merkle wie man seine Gefühle beeinflussen kann.

Ratgeber Gefühle - wie sie entstehen - wie man sie beeinflussen kann

122 positive Empfehlungen Ratgeber Gefühle Bewertungen

ratgeber gefühle anschauen

Leserstimme Amazon Leser 19.1.2018

Ich habe dieses Buch von meinem Therapeuten empfohlen bekommen aufgrund der Thematiken Depressionen, Ängste, Perfektionismus und kann nur sagen - ich nenne es meine persönliche Bibel. Ich habe mich so oft in diesem Buch wiedererkannt und das allein hat mir schon weitergeholfen.

Expertenempfehlung

Born

Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

Ich empfehle die Ratgeber aus dem PAL Verlag, weil sie lebenspraktisch und inhaltlich auf den Punkt gebracht sind.

facebook teilen
selbstbewusstsein rategber