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Pflege der Eltern zu Hause

Pflege eines Angehörigen zuhause

Die häusliche Pflege und Betreuung der Eltern ist eine große körperliche und seelische Belastung. Informationen zu den Problemen, die bei der Pflege zu Hause auftreten können. Bild © Ocskay Bence - Fotolia

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Sie bemerken, wie Ihre Eltern immer mehr abbauen oder diese nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen.

Ich spreche im Folgenden von "den Eltern", aber natürlich beziehe ich mich auf nur einen Elternteil, Ihren Vater oder Ihre Mutter.

Sie haben sich dafür entschieden, dass die Unterbringung Ihrer Eltern in einem Heim nicht in Frage kommt. Sie wollen Ihren Eltern etwas von dem zurückgeben, was Sie von ihnen bekommen haben. Deshalb wollen Sie Ihre Eltern zu sich holen und bei sich zu Hause pflegen.

Auch wenn Sie die Entscheidung zur häuslichen Pflege aus Liebe und einem Verantwortungsgefühl den Eltern gegenüber treffen, wird die Betreuung zu Hause Ihr Leben vollkommen verändern.

Als Vorbereitung auf die private Pflege Ihrer Eltern sollten Sie sich über die folgenden Fragen Gedanken machen und diese mit Ihrer Familie besprechen.

Fragen in Bezug auf die Eltern

Fragen in Bezug auf Ihren Alltag

Fragen in Bezug auf Ihre Partnerschaft

Fragen in Bezug auf eigene Interessen, Hobbys und Freunde

Fragen in Bezug auf die körperliche und psychische Belastung

Was hilft Ihnen und Ihren Eltern, mit der Pflege zuhause zurechtzukommen?

Generell können Sie und Ihre Eltern sich leichter auf die neue Situation einstellen, wenn

Probleme bei der häuslichen Pflege

Auch wenn Sie sich noch so sehr darauf vorbereiten, Ihre Eltern bei sich zuhause zu pflegen, gibt es einige große "Fußangeln".

Diese rühren daher, dass Sie und Ihre Eltern viele gemeinsame Erfahrungen teilen und sie sich beide auf die Pflegesituation einstellen müssen.

Vielleicht kommen auch Persönlichkeitsveränderungen der Eltern z.B. durch Abbauprozesse im Gehirn, dazu.

Auf der Seite Ihrer Eltern:

Auf Ihrer Seite:

Noch schwieriger wird es für Sie, wenn Sie sich zeitlebens von den Eltern ungeliebt gefühlt haben und sich nun für ihre Pflege entschieden haben.

Dann besteht die Gefahr, dass Ihre alten verletzten Gefühle aufbrechen und Sie versucht sind, es den Eltern heimzahlen zu wollen.

Vielleicht behandeln Sie Ihre Eltern auch lieblos und schwanken zwischen Schuldgefühlen und Aggression.

Die Erkrankung Ihrer Eltern kann Ihnen jedoch auch helfen, mehr Verständnis für diese zu entwickeln und alte Vorwürfe fallen zu lassen. Sie können vielleicht mit den Eltern Frieden schließen.

Sie können möglicherweise Angst vor ihnen oder Wut auf sie abbauen und liebevolle Gefühle entwickeln.

Tipps, die das Zusammenleben mit Ihren Eltern erleichtern.

Informieren Sie sich über Hilfsmöglichkeiten.

Beispielsweise können Sie sich beraten lassen über barrierefreies Wohnen, Sturzprophylaxe, Pflegehilfsmittel, Hausnotrufsdienst, Tagespflege, Pflegehilfsdienste, Kurzzeitpflege, Pflegegeld.

Eine Beratung erhalten Sie z.B. bei einer Seniorenberatungsstelle bzw. bei den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, des Deutschen Roten Kreuzes sowie städtischen und kirchlichen Beratungsstellen. Auch im Internet finden Sie viele Informationen.

Geben Sie sich und Ihren Eltern Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen.

Sowohl Sie als auch Ihre Eltern und Ihre Familie müssen auf gewohnte Rituale verzichten. Unzufriedenheit, Wut und Verbitterung können die Folgen sein.

Auch Hilflosigkeitsgefühle und Ängste vor der Zukunft sind leicht nachvollziehbar.

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Eltern nur die Tätigkeiten abnehmen, die sie nicht mehr selbst ausüben können.

So stärken Sie das Selbstvertrauen Ihrer Eltern und entlasten sich. Vielleicht gibt es sogar Arbeiten und Tätigkeiten, die Ihre Eltern übernehmen können.

Damit geben Sie ihnen das Gefühl, noch zu etwas nütze zu sein und gebraucht zu werden. Ein wichtiges Gefühl.

Behandeln Sie Ihre Eltern mit Respekt.

Dies bedeutet, dass Sie, soweit sie mit ihrem Verhalten nicht sich oder andere gefährden, auch Verhaltensweisen akzeptieren, die Ihnen nicht so gut gefallen.

Lassen Sie die Eltern z.B. selbst entscheiden, was sie gerne essen, anziehen, wann sie ins Bett gehen und womit sie sich beschäftigen.

Bleiben Sie bestimmt, konsequent und liebevoll.

Insbesondere dann, wenn Ihre Eltern Ihnen in Ihre Alltagsgewohnheiten hineinreden wollen. Bedanken Sie sich für deren Ratschlag und betonen Sie, dass Sie lieber selbst die Erfahrung machen möchten, auch wenn Ihr Weg sich als falsch herausstellen sollte.

Hinter Druck und Bevormundung kann auch der Wunsch nach Zuwendung stehen.

Planen Sie ganz bewusst feste Zeiten ein, in denen Sie nur für Ihren Partner und Ihre Kinder da sind.

Ihre Familie muss in vielen Bereichen auf Sie verzichten. Fest vereinbarte gemeinsame Gesprächszeiten und Aktivitäten geben Ihrer Familie das Gefühl, nicht vernachlässigt zu werden.

Holen Sie sich Unterstützung.

Fordern Sie ganz bewusst Hilfe von Ihren Geschwistern und anderen Angehörigen. Sie können vielleicht auch Ihre Nachbarn um Unterstützung bitten.

Oder lassen Sie sich von externen Pflegekräften und Pflegediensten entlasten. Sie benötigen immer mal wieder eine Auszeit, um Ihre Kraft zu erhalten, denn die Pflege kann sich über viele Jahre erstrecken.

Geben Sie Arbeiten ab, die Sie nicht selbst erledigen müssen.

Sie müssen mit Ihren Kräften haushalten. Wenn möglich, lassen Sie die Bettwäsche bügeln oder beschäftigen eine Putzfrau.

Geben Sie nicht alle Ihre Hobbys und Interessen auf.

Gehen Sie weiterhin in die Gymnastik oder mit Freunden ins Kino, sonst kann es sehr leicht zu einem Burnout kommen.

Achten Sie darauf, dass Sie regelmäßige Mahlzeiten zu sich nehmen und ausreichend trinken.

Nicht nur Ihre Eltern benötigen Pflege sondern auch Ihr Körper. Wenn Sie Ihren Körper gut versorgen, kann er auch besser mit den Belastungen umgehen.

Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen, die auch ihre Eltern pflegen, aus.

Zu hören, dass andere Menschen ähnlich empfinden und reagieren, kann Sie entlasten. In einer Selbsthilfegruppe pflegender Angehöriger erfährt man gewöhnlich auch viele hilfreiche Tipps.

Und Sie haben diesen Abend in der Gruppe "pflegefrei". Eine Gruppe in Ihrer Nähe können Sie z.B finden bei Nakos. Im Internet finden Sie Foren für pflegende Angehörige.

Erlauben Sie sich, Ihre Entscheidung für die häusliche Pflege zu überprüfen.

Zu einem bestimmten Zeitpunkt haben Sie sich für die Pflege Ihrer Eltern entschieden. Sie konnten damals vielleicht nicht so gut einschätzen, was auf Sie zukommen wird.


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Möglicherweise hat sich die Erkrankung Ihrer Eltern aber auch verschlechtert oder die Umstände haben sich verändert.

Alarmsignale, Ihre Entscheidung zu überprüfen, können z.B. sein, dass Sie Ihren Eltern gegenüber nur noch gereizt sind und diese anschreien, dass Sie unter Depressionen oder chronischen Schlafstörungen leiden, dauerhaft erschöpft oder ständig krank sind oder Ihre Partnerschaft kriselt.

Dann sollten Sie mit Ihren Eltern und Ihrer Familie beraten, ob Sie die Pflege weiterhin übernehmen können, oder ob Sie die Pflege einen örtlichen Pflegedienst übernehmen lassen.

Lenken Sie Ihren Blick auf das Positive.

Die Pflege der Eltern muss nicht nur eine Last sein. Die Zeit kann genutzt werden, um Vorwürfe und Konflikte zu bereinigen.

Es kann für Sie eine belohnende Erfahrung sein, Ihren Eltern etwas zurückzugeben und Sie auf der letzten Wegstrecke zu begleiten.

Sie können Ihre Eltern in einem neuen Zusammenhang kennenlernen und vielleicht auch viel von ihnen erfahren, was Sie bisher nicht gewusst haben.

Und vielleicht können Ihre Eltern sogar für Sie Modell sein, wie man seine letzten Lebensjahre lebt.

In jedem Fall ist die häusliche und private Pflege der Eltern zu Hause eine große Herausforderung, die allen Respekt verdient.

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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar Heinrich schreibt am 09.08.2016, 20.05 Uhr

    Ich Pflege die Eltern seit dem Jahre 2000. Letztes Jahr ist mein Vater verstorben und jetzt Pflege ich die Mutter alleine. Ich habe zwar 4 Brüder und 1 Schwester. Nur die Schwester lebt ihn denn USA. Ein Bruder lebt in Belgien. Und 3 Brüder in meinem Ort. Nur bei der Pflege haben mich meine Brüder im Stich gelassen. 2 Brüder haben die Vollmacht über die Mutter aber machen keine Handschlag. Dafür sind sie der Meinung die Pflichten gehören alle samt mir. Sie sind fast jedes Wochenende in kurzurlaub. Oder fahren für 3 Wochen weg. Ohne bescheide zu sagen. Oft bekomme ich zu hören. Du hast keine Frau oder Kinder und du brauchst keinen Urlaub und du kannst ja das wenige Pflege der Mutter machen. ( Bei denn Brüder ist Pflege der Mutter wie folgt: Einkaufen,Wäsche waschen,Kochen,Spazieren fahren.) Ein beispiel. Ich bin letztes Jahr im Oktober für 4 Wochen in Urlaub gegangen. Ich habe fast 1 Jahr vorher gesagt das ich in Urlaub gehe. Kein Problem bekam ich zu hören. Wie aber der Urlaub nährer kam da meinten sie. Ich könnte ja meinen Urlaub verschieben. Denn sie haben keine Zeit die Mutter zu Pflegen. 3 Wochen bevor ich ihn Urlaub ging fiel ihnen ein das ich ja 4 Wochen nicht da bin. Und da wollten sie die Mutter abschieben ins Altenheim. Weil meine 2 Brüder auch zu dieser Zeit ihn Urlaub gehen wollten wie ich. Meine Brüder denken so eine 24 Stundenpflege der Mutter ist leicht. Aber selbst nicht bereit dazu es zu machen.

  2. Leserkommentar Karin schreibt am 08.08.2016, 11.29 Uhr

    An alle Betroffenen und Weggefährten:In der Pflege steht man allein da. Wir mein Lebensgefährte und ich (Familie 2 Kinder 8 und 17 Jahre alt) pflegen seit Jahren meine demente Mutter. Ein Alleinlassen ist nicht möglich. Finanziell gesehen... Pflegebehelfe & Pflegegeld =Katastrophe genauso wie das Pflegegeld. Die höhere Stufe würden wir bei kompletter Bettlägrigkeit erreichen. Eine Pflegekraft ist unleistbar.... Die Leute werden wirklich entweder in ein Heim gebracht wo sie sediert werden, da das Pflegepersonal keine Zeit hat oder es wird die Gutmütigkeit der Angehörigen ausgenutzt. Dass diese entweder für die Pflege daheim mitzahlen müssen! Oder aber es selbst machen - wie man finanziell hinkommt ist ja egal. Von der Betreuung einer dementen Person kann ich nur folgendes berichten - Namen, Daten das komplette Leben verschwindet, was vor 15 Minuten war ist weg. Mittagessen könnte es 5x täglich geben..... Alltagsverrichtungen (Zähne putzen, Haare kämmen....????), Kleidung muss hergerichtet werden. Beim Gehen muss geholfen werden. Freezing ist ALLTAG... Und es ist sicher jeden Tag Sonntag. Meine Kinder sind erinnerungsmäßig futsch.... Namen sind Schall und Rauch. Aggression, Boshaftigkeit und Verzweiflung sind vorhanden und man muss mit ihnen umgehen(können). Alzheimer zerstört alles was der Mensch jemals war und ist... Das Programm ist sobald es einmal läuft ein Computervirus der das Gehirn zerstört. Wir kämpfen trotzdem - bis z um Ende.

  3. Leserkommentar Conny schreibt am 03.08.2016, 17.50 Uhr

    Ich habe mich vor 4 Jahren entschieden,mich um meine Eltern zu kümmern.Glücklicherweise konnten sie das Haus neben uns kaufen.Mein Vater ist vor 2 Jahren verstorben,jetzt kümmere ich mich um meine demenzkranke Mutter.Ich muß leider mit zusehen wie diese Sch...krankheit voranschreitet,sie im Prinzip nichts mehr allein machen kann.Morgens wird sie durch einen Pflegedienst versorgt,da ich halbtags arbeiten gehe.Bis vor einigen Wochen hat alles super geklappt.Jetzt kriege ich langsam das Gefühl sie kann nicht mehr lange allein im Haus bleibe.Nicht das sie Dummheiten macht.Ich hab sie jetzt oft beobachtet,wie sie ohne Orientierung im Haus rumgeht,oder einfach nur da steht. Für mich stand immer fest dass meine Eltern nie in Heim kommen. Jetzt merke ich an mir wie es mich auszehrt.Ich kann nicht mehr schlafen,schaue mehrmals nachts rüber,geh rüber Licht ausmachen.Keine Treffen mehr mit Freunden.Ehe kriselt gewaltig.Tja ich hab auch noch einen alleistehenden Bruder,der 10 Minuten entfernt gebaut hat,damit wir uns gemeinsam kümmern können.Sonntags 17-20:00 erfolgt ein Besuch und die Frage wie lange ich es noch durchstehen will.Wenn es eben nicht mehr geht muß Mutti eben ins Heim.Danke Euch dass ich mir ein bischen was von der Seele schreiben konnte .

  4. Leserkommentar Eva schreibt am 21.07.2016, 11.48 Uhr

    Ich habe 11 Jahre meine Oma gepflegt . Sie ist im Alter von 102 Jahren verstorben. Wir hatten eine gute Zeit zusammen aber auch viel Leid und Schmerz. was bei der Pflege einer Person sich nicht vermeiden lässt. Jetzt muss ich mein Leben wieder neu strukturieren. Ich würde gerne wieder ins Berufsleben einsteigen, aber ich glaube das es schwierig wird., nach der langen Pflegezeit. Dennoch wünsche ich allen Pflegenden viel Kraft und Mut es durchzustehen !

  5. Leserkommentar Desiree schreibt am 17.07.2016, 13.30 Uhr

    Liebe Lisa, ja, wir haben schon lange nichts von einander gehoert. Wie geht es dir denn? Habe oft an dich gedacht. Hier wird es schlimner. Bin so kaputt. Keiner kommt, keiner hilft. Heute lese ich deine lieben Worte und sie troesten mich sehr, mschen mich aber traurig, weil ich dir ja auch nicht helfen kann. Fuehle dich atmosphaerisch umarmt und verstanden. Wir muessen bei allem, statt der angst, was noch kommt, uns auf die schoenen momente konzentrieren mit unseren Pfleglingen", noch sind sie da.Ausserdem, wir versuchen ja unser Bestes zu geben, nicht. Egal was andere denken und sagen. Viel Kraft und liebe Gedanken gehen an dich und natuerlich an alle anderen hier. Desiree

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Leserstimme Luciana schreibt am 8.11.2015

Ich habe nie gedacht, dass ein Buch mein Leben so positiv ändern könnte. Dank dieses Buches kann ich heute mein Leben positiv und glücklich gestalten.

Das wichtigste für mich ist zu wissen, dass ich selber meine negativen Gefühle losbekommen kann. Diese ist die Botschaft, die mein Leben geändert hat.

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Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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