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Frieden schließen mit den Eltern - sich mit den Eltern aussöhnen

Tochter spricht sich mit Vater aus

Zwischen Eltern und Kindern kann es in der Jugend zu vielen Konflikten kommen, die es später den erwachsenen Kindern schwermachen, sich mit den Eltern auszusöhnen. Wie Mutter oder Vater verzeihen? Bild © Klaus-Peter Adler - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihren Eltern? Sind Sie gerne mit diesen zusammen oder halten Sie Abstand? Haben Sie den Kontakt zu Ihren Eltern völlig abgebrochen?

Viele bereits erwachsene Kinder haben ein gestörtes Verhältnis zu den Eltern, weil sie vielleicht viele seelische Verletzungen in der Kindheit haben hinnehmen müssen oder weil die Eltern sie immer noch bevormunden oder durch Schuldgefühle Druck machen.

Andererseits sind Eltern die wichtigsten Bezugspersonen in unserem Leben und in der Regel haben wir ihnen viel zu verdanken.

Mit ihnen Frieden zu schließen und sich mit ihnen auszusöhnen kann nicht nur für unsere Beziehung zu ihnen wichtig sein, sondern auch für unser Seelenheil und Zusammenleben mit anderen Menschen.

Wie sich die Beziehung zwischen Eltern und Kindern im Laufe des Lebens verändert

Auf dem Weg von unserer Kindheit zum erwachsenen Menschen durchlaufen wir gewöhnlich drei Phasen.

I. Phase
Wenn wir klein sind, sind die Eltern für uns alles. Sie wissen alles, können alles und wir bewundern sie maßlos. Wir ahmen sie nach und verteidigen sie anderen gegenüber. Mit zunehmender Reife holen wir unsere Eltern dann langsam vom Podest. Wir entdecken, dass sie nicht alles wissen, Fehler machen und uns manchmal auch etwas vormachen.

II. Phase
In der Pubertät sind die Eltern für uns schließlich die letzten Versager, unsere Feinde, die uns nur Schlechtes wollen. Wir können kein Quäntchen Positives an ihnen erkennen und glauben, alles besser zu wissen.

III. Phase
Als Erwachsene gelangen wir schließlich, wenn es ideal läuft, an den Punkt, an dem wir

Wir gelangen zu einer gleichberechtigten Beziehung, in der keiner den anderen grundsätzlich schlecht machen, verurteilen oder bevormunden muss, in der keiner den anderen für sein körperliches und seelisches Überleben benötigt.

Manchmal folgt auch noch eine IV. Phase, in der wir bei unseren Eltern die Rolle eines Elternteiles übernehmen, dann wenn die Eltern z.B. pflegebedürftig werden.

Der Weg bis hin zur III. Phase ist manchmal sehr dornig und schwierig. Manche Menschen verharren ihr Leben lang in der 2. Stufe.

Sie machen ihren Eltern Vorwürfe, dass diese in der Erziehung alles falsch gemacht haben und deshalb ihr Leben nun verpfuscht ist.

Andere verharren in der I. Stufe und schaffen es nicht, nach ihren eigenen Vorstellungen zu leben. Sie erfüllen z.B. die Berufswünsche ihrer Eltern oder leben nach deren Wertvorstellungen und Vorgaben.

Andere verharren in der II. Phase. Sie machen ihren Eltern Vorwürfe, dass diese in der Erziehung alles falsch gemacht haben und deshalb ihr Leben nun verpfuscht ist.

Insbesondere wenn sie in ihrer Kindheit eine oder mehrere traumatische Erfahrungen gemacht haben, körperlich oder seelisch von ihren Eltern misshandelt oder missbraucht wurden, sehen manche keinen Weg, sich auf ihre Eltern zu zu bewegen und sie zu akzeptieren, wie sie sind.

Wer zur III. Phase gelangen möchte, muss sich mit seinen Eltern auseinandersetzen und mit ihnen Frieden schließen: Er muss

Warum ist es wichtig, mit den Eltern zu sprechen?

Das Gespräch mit den Eltern ist sehr wichtig, um die Wurzeln vieler unserer Verhaltensweisen und Gefühlsreaktionen zu verstehen.

Viele Verhaltensweisen und Einstellungen haben wir uns von den Eltern abgeschaut. Viele Verhaltensweisen und Einstellungen haben wir aus einer Protesthaltung den Eltern gegenüber heraus entwickelt.

Vieles haben wir aus Angst vor Ablehnung gegen unseren Willen gemacht. Vieles  haben wir aus Angst vor Schuldgefühlen und einem schlechten Gewissen gegen unseren Willen gemacht.

Also sowohl Anpassung als auch Rebellion können ein Zeichen von Unfreiheit sein.

Erst wenn wir die III. Phase erreicht haben, können wir frei entscheiden, ein Gefühl der Liebe entwickeln, sie gerne besuchen oder gar liebevoll pflegen.

Warum ist es oft schwer, mit den Eltern zu reden?

Wenn wir uns mit unseren Eltern unterhalten wollen, so können sowohl von unserer Seite, als auch der Seite der Eltern Fehler passieren.

a) Wir können folgendes ungeeignetes Verhalten zeigen:

Nach dem Psychotherapeuten Bloomfield sind bei einem Gespräch mit einem Elternteil immer vier Personen anwesend:

1. unsere Vorstellung der Eltern davon, wie sie sein sollten.

2. wie die Eltern tatsächlich sind.

3. die Vorstellung der Eltern davon, wie wir sein sollten.

4. wie wir tatsächlich sind.

b) Unsere Eltern könnten ungeeignetes Verhalten zeigen:

Welche Probleme können sich ergeben, wenn wir keinen Frieden mit den Eltern schließen?

Wenn wir keinen Frieden mit den Eltern schließen, dann werden wir

All dies muss nicht unbedingt passieren, aber die Chancen dafür sind groß.

Auch wenn Ihre Eltern gestorben sind, können Sie noch Frieden mit ihnen schließen. In Ihrem Innern leben Ihre Eltern noch und haben noch Einfluss auf Ihre Gefühle und Ihr Verhalten.

Wichtig zu wissen:

Wie mit den Eltern Frieden schließen, sich aussöhnen & den Eltern verzeihen?

Die meisten von uns haben in der Kindheit nicht nur positive Erfahrungen mit ihren Eltern gemacht. Es liegt in der Natur der Erziehung, dass Eltern uns manche unserer kindlichen Bedürfnisse nicht erfüllen und wir infolgedessen enttäuscht sind.

Manche Verhaltensweise unserer Eltern  können wir aus unserer kindlichen Sicht auch nicht oder nur falsch verstehen. Und so macht es Sinn, aus der Erwachsenensicht unsere gesammelten Erfahrungen nochmals anzuschauen und zu prüfen, ob wir sie noch genauso wie als Kind bewerten.

Die folgenden Tipps können Ihnen Anregungen geben, wie Sie Wut, Enttäuschung und Kränkungsgefühle, die Sie Ihren Eltern gegenüber empfinden, abbauen können.

Wenn Sie schwere seelische und/oder körperliche Verletzungen in der Kindheit erlebt haben und diese Ihr gesamtes heutiges Leben überschatten, sind Sie vielleicht zu dem Schluss gekommen, das Verhalten Ihrer Eltern niemals akzeptieren oder verzeihen zu können.

Dann könnte es bereits ein großer Schritt für Sie sein, zu akzeptieren, dass Sie genau diese Menschen, die Ihre Erzeuger sind, als Eltern hatten - unabhängig davon, ob Sie in der Lage waren oder sind, Ihnen das zu geben, was Sie benötigt haben oder benötigen.

TIPP 1. Nehmen Sie die Kindheit Ihrer Eltern unter die Lupe.

In der Kindheit Ihrer Eltern finden Sie höchstwahrscheinlich die Antwort auf Ihre Frage, warum Ihre Eltern sich Ihnen gegenüber so lieblos, gleichgültig oder verletzend verhalten haben.

Wurden Ihre Eltern nicht von ihren Eltern geliebt, so taten sie sich ebenfalls schwer tun, Liebe zu geben. Wurden Sie durch Verbote, häufige Kritik, Liebesentzug oder Schläge erzogen, so sind die Chancen groß, dass sie diese Erziehungsstrategien auch bei Ihnen eingesetzt haben.

Erlebten Ihre Eltern in der eigenen Kindheit emotionale Erpressung durch Schuldgefühle, so reagierten sie wahrscheinlich Ihnen gegenüber sehr empfindlich auf Vorwürfe und große Nähe.

Diese Zusammenhänge können zwar das Leid nicht wiedergutmachen, was Ihnen als Kind widerfahren ist. Doch hilft Ihnen dieses Wissen, das Verhalten Ihrer Eltern zu verstehen. Die Eltern sind selbst "Opfer" ihrer Eltern.

TIPP 2. Betrachten Sie Ihre Eltern als Menschen und nicht als Eltern.

Ihre Eltern wurden nicht als Eltern geboren sondern als ganz normale Menschen. Ihre Eltern haben keine Schule besucht, in der Sie lernen konnten, wie gute Eltern sich verhalten.

Sie waren wahrscheinlich nicht bei einem Psychotherapeuten, um ihre eigenen Probleme zu bearbeiten, bevor sie sich für Sie entschieden haben. Und vielleicht haben Sie sich zum Zeitpunkt Ihrer Geburt sogar gar kein Kind gewünscht.

Um aber ein Kind zu lieben und mit Geduld und Zuwendung großziehen zu können, hätten Ihre Eltern die dazu notwendige Persönlichkeit, die Reife und das Wissen parat haben müssen.

Auch wenn sie Ihnen mit ihrem Verhalten geschadet haben, haben sie sich nicht anders verhalten können, als sie es getan haben.

TIPP 3. Schreiben Sie Ihren Eltern einen Brief.

Wenn Sie großen Zorn und Verbitterung Ihren Eltern gegenüber empfinden, kann es Ihnen gut tun, Ihre Gedanken und Gefühle in einem Brief auszudrücken.

Schreiben Sie sich alle Vorwürfe von der Seele – genau in den Worten, wie Sie ihnen gerade einfallen. Führen Sie die schmerzlichsten Situationen auf, in denen Sie sich als Kind allein gelassen, ungerecht behandelt, vernachlässigt, missachtet, gefühlt haben. Sie können sich hierfür mehrere Tage Zeit lassen.

Wenn Sie Eindruck haben, jetzt sei alles gesagt, dann schließen Sie den Brief mit dem Satz: „Ich bin bereit, zu akzeptieren, dass ihr euch in meiner Kindheit in dieser Form mir gegenüber verhalten habt. Das war alles, was ihr mir geben konntet.“

Dann verbrennen Sie diesen Brief feierlich oder zerreißen sie ihn und werfen ihn in kleinen Stücken in einen Bach. Stellen Sie sich dabei vor, wie eine schwere Last von Ihnen abfällt und Sie nun innerlich frei sind.

TIPP 4. Prüfen Sie Ihre Erwartungen, die Sie als Kind an Ihre Eltern hatten.

Als Kinder sind wir alle Egoisten, die von unseren Eltern erwarten, dass sie uns bedingungslos lieben, immer für uns da sind, uns jeden unserer Wünsche erfüllen, uns fair behandeln, uns auf sie verlassen können, usw.

Über Erfahrungen lernen wir dann im Laufe der Zeit, dass

Als Kinder versuchen wir das, was mit uns passiert, mit unserem noch sehr beschränkten Verständnis von der Welt einzuordnen.

So kann es passieren, dass wir uns nicht mehr geliebt fühlen, wenn unsere Mutter sich nur noch um das neugeborene Geschwisterchen kümmert.

Trennen sich unsere Eltern und unser Vater zieht aus, interpretieren wir dies vielleicht so, dass unser Vater sich nicht mehr für uns interessiert.

Deshalb macht es Sinn, wenn wir uns die Vorwürfe, die wir unseren Eltern machen, nochmals bewusst aus der Sicht des Erwachsenen anschauen.

Vielleicht gelingt es uns auch, einmal in die Rolle unserer Eltern hineinzuschlüpfen und deren Sichtweise besser zu verstehen.

Und vielleicht finden wir auch Vorwürfe an unsere Eltern, die wir aus der Sicht des Erwachsenen revidieren können.

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TIPP 5. Behandeln Sie sich selbst so, wie Sie gerne von Ihren Eltern hätten behandelt werden wollen.

Die Verhaltensweisen Ihrer Eltern haben Ihr Verhalten in der Kindheit und auch jetzt im Erwachsenenleben geprägt. Höchstwahrscheinlich behandeln Sie sich selbst auch heute noch so, wie Sie in Ihrer Kindheit von Ihren Eltern behandelt wurden.

So kritisieren Sie sich vielleicht oft und loben sich wenig. Oder Sie nehmen Ihre Bedürfnisse nicht ernst, weil Sie glauben, es nicht verdient zu haben, dass es Ihnen gut geht. Vielleicht stellen Sie auch eigene Interessen zurück, weil Sie um die Liebe anderer Menschen ringen.

Beginnen Sie damit, für Ihr eigenes Wohlbefinden zu sorgen. Beginnen Sie sich die Liebe zu geben, die Sie sich immer von Ihrem Vater und Ihrer Mutter gewünscht haben.

Dann wird auch Ihr Groll Ihren Eltern gegenüber nachlassen und Sie können diesen leichter verzeihen. Gehen Sie selbst genau so mit sich um, wie Sie mit einem guten Freund umgehen.

TIPP 6. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben.

Ihre Eltern haben Einfluss darauf gehabt, wie Sie sich entwickelt haben, welche Erfahrungen Sie gemacht, welche Einstellungen und Verhaltensmuster Sie erlernt haben.

Natürlich haben auch Ihre Geschwister, Verwandte, Freunde, Eltern, Lehrer, der Pfarrer, usw. ihren Teil zu Ihrer Entwicklung beigetragen.

Doch jetzt als Erwachsener haben Sie immer noch die Möglichkeit, Einstellungen und Verhaltensgewohnheiten zu verändern. So lange Sie lernfähig sind, können Sie sich jederzeit neu entscheiden.

Ihre Eltern sind nicht für Ihre Probleme, die Sie nun haben, verantwortlich – sie haben höchstens den Grundstein dafür gelegt.

Sie sind derjenige, der die Einstellungen aus der Kindheit jetzt am Leben erhält. Und nur Sie können derjenige sein, der diese ändert oder loslässt.

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TIPP 7. Lernen Sie, sich zu akzeptieren, wie Sie sind.

Auch wenn Ihre Eltern bei der Meinung bleiben sollten, dass Sie nicht in Ordnung sind und versagt haben, sollten wenigstens Sie lernen, sich selbst anzunehmen.

Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit darauf, wie Sie werden wollen. Fragen Sie sich, was Sie benötigen, um dorthin zu gelangen. Dann werden Sie aktiv, sich und Ihr Leben nach Ihren Vorstellungen zu gestalten.

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TIPP 8. Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Familie auf. Sprechen Sie mit Ihren Eltern.

Prüfen Sie, ob Sie sich innerlich bereit fühlen, mit Ihren Eltern über Ihre Kindheit zu sprechen. Wichtig ist, dass Sie nicht mit Zorn, Rachegedanken oder um ihnen Schuldgefühle zu machen, in das Gespräch gehen.

Für das Gespräch könnte ein neutraler Ort wie z.B. ein Restaurant oder eine Bank im Park hilfreich sein.

Ziel dabei soll es sein, mehr über Ihre Eltern, Ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche und Probleme zur Zeit Ihrer Kindheit zu erfahren.

Sie wollen lediglich besser verstehen, was Ihre Eltern zu Ihrem damaligen Verhalten gebracht hat und weshalb vieles in Ihrer Erziehung falsch gelaufen ist. Hören Sie ihnen lediglich zu.

Fordern Sie nicht, dass Ihre Eltern ihr Fehlverhalten einsehen oder Sie um Verzeihung bitten – wenngleich dies Ihr innigster Wunsch sein mag.

Wenn Ihre Eltern ihre Fehler einsehen und ihr Verhalten bedauern, dann ist es natürlich umso besser und für Sie umso leichter, ihnen zu verzeihen.

Erwarten Sie nicht, dass Ihre Eltern sich noch ändern oder einsehen, falsch gehandelt zu haben. Diese haben ihr Leben so gelebt, wie sie dachten, dass es richtig sei.


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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar Betty schreibt am 15.09.2016, 15.00 Uhr

    Guten Tag, Ich möchte gerne aus der Sicht einer Tochter berichten: Meine Kindheit mit meiner alleinerziehenden Mutter war zwiespältig. Einerseits hat sie alles gegeben, um ihre Kinder zu versorgen und war immer sehr besorgt auch, wenn es keine Gründe dafür gab. Andererseits war sie "eiskalt". Ich kann mich nicht erinnern jemals von ihr umarmt worden zu sein. Und die meiste Zeit in meinem Leben hat sie mir wehgetan, ganz besonders dann, wenn es mir sowieso nicht gut ging. Nun ist sie verstorben. Ich hatte die Möglichkeit mich lange von ihr zu verabschieden, vorher hatte ich mich viel um sie gekümmert. Dafür bin ich sehr dankbar. Am Ende ihres Lebens war sie immer noch "zweispältig": besorgt und machmal "eiskalt" und ich habe erkannt, dass ich sie nicht ändern konnte. Sie war die einzige Mutter die ich hatte und damit muss ich leben. Ich hege keinen Groll mehr gegen sie. Ich habe ihr verziehen. Gleichzeitig neige ich aber fast dazu die Schmerzen zu leugnen, die sie mir mal zugefügt hat. Vielleicht ist aber auch nur die Angst davor zu merken, dass ich bedienungslos verzeihen konnte und gleichzeitig die negativen - wie auch die postiven - Spuren meiner noch Kindheit wirken.

  2. Leserkommentar Mary schreibt am 13.09.2016, 10.37 Uhr

    Guten Tag, auch ich melde mich als betroffene Mutter. Alles wunderbar zu lesen, doch wer denkt an uns. Welchen Kummer wir haben, wie viele Tränen fließen in dieser Lebenskrise. Wenn man Mutter wird, weiß man nicht, wie das geht. Das ganze Herz, die größte Liebe und das Leben gibt man. Sicher gibt es Töchter ( die sind es überwiegend ), die eine schwere Kindheit hatten , keine liebende Mutter und kein gutes Elternhaus.Das ist traurig, und vielleicht nicht zu Verzeihen. Dann ist es gut, wenn es später aufgearbeitet werden kann. Doch bei Müttern " wie Du und Ich" steht man vor einem Scherbenhaufen, wenn man von Kindern "verlassen" wird.. In den späten Jahren , wo ein erfülltes Leben geplant war, kommt die Abrechnung mit der Mutter. Da hilft es nicht viel , ein gutes Selbstbewusstsein zu haben. Tage, Nächte, Stunden, bei mir Jahre - Tränen und Verzweiflung, und keine Lösung. Als Antwort bekomme ich : "Jedes Unglück ist eine neue Chance". Mit 69 ? Ich bitte, auch aus unserer Sicht ein neues Kapitel zu schreiben.

  3. Leserkommentar Lola schreibt am 04.09.2016, 11.43 Uhr

    Ein wirklich toller Artikel. Vielen Dank :-)

  4. Leserkommentar Jutta schreibt am 31.07.2016, 11.56 Uhr

    Ich schreibe aus der Sicht einer Mutter, die seit 7 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer fast 50jährigen Tochter hat. Meinen Enkel "durfte" ich aber sehen, was mich tröstet. Dieser Artikel hat mich etwas mit mir selbst versöhnt, weil ich glaube, eine Mutter gewesen zu sein, die nicht lieben konnte - aus einer ungeliebten Kindheit heraus. Ich war unreif und unfähig, meiner Tochter das zu geben, was Kinder am meisten brauchen: Liebe und Vertrauen. Ich habe sie versorgt mit allem, was nötig war aber das Wichtigste fehlte. So habe ich die Quittung bekommen und meine Tochter hat sich von mir distanziert. Wir haben zwar auch versucht, vorher über die Vergangenheit zu reden und sie hat mir - verbal - verziehen, aber es kamen immer wieder versteckte Vorwürfe und Angriffe bis hin zu der Aussage, dass es ihr ohne mich besser ginge. Ich weiß nicht, ob sie gerne wieder Kontakt hätte, glaube es aber nicht, weil ich bei einem Versuch eine herbe Absage mit dem einzigen Kommentar: "Kein Interesse!" bekommen habe. Ich finde ihren Artikel gut, weil er BEIDE Positionen beschreibt und gute Tipps zu einer evtl. Annäherung gibt.

  5. Leserkommentar Stella schreibt am 27.07.2016, 19.57 Uhr

    Danke für diesen Artikel.

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Leserstimme Luciana schreibt am 8.11.2015

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Diplom Psychologin, Speyer

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