Angst vor Neuem - wie damit umgehen?

zeit für neues - die angst vor neuem überwinden

, Psychotherapeutin

Etwas Neues ist immer eine Chance und ein Risiko. Wir haben die Chance, unser Leben durch das Neue zu bereichern und wir haben das Risiko, enttäuscht zu werden oder zu versagen. Bild © Jamrooferpix - Fotolia.com

Menschen, die Angst vor dem Neuen haben, sehen in dem Neuem keine Chancen, nur Gefahren.

Sie haben Angst vor dem Unbekannten, Ungewissen, Unvorhersehbaren, dem Unkalkulierbaren und der Erfahrung, nicht damit umgehen zu können.

Sie haben Angst, zu versagen oder sich zu blamieren. Es fehlt ihnen das Vertrauen, mit einer Veränderung umgehen zu können.

Deshalb bleiben sie lieber beim Alten und Bekannten, da fühlen sie sich geborgen und sicher.

Werden Betroffene durch die Umstände - z.B. eine Entlassung oder Trennung - zu Neuem gezwungen, dann reagieren sie mit starker Angst und körperlichen Beschwerden.

Da von uns heute viel mehr Flexibilität und Mobilität verlangt werden als früher und sich alles in einem rasenden Tempo verändert, fühlen sich Menschen mit einer Angst vor Neuem ständig bedroht.

Wodurch die Angst vor Neuem entsteht

Heute geht man davon aus, dass wir uns darin unterscheiden, wie schnell wir auf unbekannte Situationen mit Angst reagieren und wie schnell wir uns an ungewohnte Situationen anpassen. Diese unterschiedliche Angstbereitschaft ist angeboren.

Daneben haben auch unsere Erfahrungen und die Erziehung einen Einfluss auf unsere Einstellung Neuem gegenüber.

Wenn wir von klein auf zur Ängstlichkeit neigen, dann liegt es an unseren Eltern, uns nicht zu überfordern, aber doch immer wieder zu Neuem zu ermutigen.

Unsere Eltern dürfen nicht beim ersten Widerstand und Weinen aufgeben, sondern müssen uns so lange immer wieder an das Neue heranführen, bis die Angst nachlässt.

Wir benötigen die positive Erfahrungen, dass wir Neues meistern können und die Angst langsam abnimmt, wenn wir es wagen.

Wenn die Eltern uns bei Schwierigkeiten in neuen Situationen nicht trösten und ermuntern, sondern sich z.B. lustig machen oder beschimpfen, dann kann dies  ebenfalls der Grund für die Vermeidung von neuen Erfahrungen sein.

Natürlich spielt auch eine Rolle, ob uns unsere Eltern vorleben, dass Neues spannend und bereichernd sein kann, oder uns eher vor Neuem warnen und das Gewohnte pflegen.

Die Angst vor Neuem wird auch dadurch mitbestimmt, was wir verlieren, wenn wir das Neue beginnen. Wenn wir viel verlieren und bei dem Neuen nichts Positives sehen, steigt unsere Angst.

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Wie die Angst vor Neuem überwinden?

Gefühle der Angst, Unsicherheit und Gespanntheit sind normale Begleiterscheinungen, wenn wir vor Veränderungen stehen.

Schließlich wissen wir nicht genau, was uns erwartet. Durch diese Gefühle sind wir hellwach und hochkonzentriert.

Starke Angst lähmt uns hingegen oder bringt uns zur Meidung neuer Situationen oder Flucht aus diesen Situationen.

TIPP 1: Wollen wir die Angst vor Neuem reduzieren, müssen wir uns zunächst erlauben, dass wir Angst haben und nervös sind. Wenn wir unsere Angst verdrängen und vor anderen cool dastehen wollen, dann steigern wir unsere Anspannung noch mehr.

Angst haben ist keine Schwäche. Angst ist ein natürliches und nützliches Gefühl. Machen Sie sich die Angst zum Freund, statt sie als Feind anzusehen. Sagen Sie sich: Ich darf Angst haben. Ich kann lernen, mit der Angst umzugehen.

Ratgeber Gefühle verstehen

TIPP 2:Dann müssen wir uns genauer anschauen, wovor wir genau Angst haben - die neue Situation nicht bewältigen zu können, keine Kontrolle zu haben, zu versagen, nicht zu wissen, was uns genau erwartet?

Wir müssen prüfen, ob wir die Gefahren in Gedanken und in der Phantasie übertreiben und/oder unsere Bewältigungsmöglichkeiten unterschätzen.

Ziel ist es, uns nur mit den tatsächlichen Gefahren zu befassen. Eine weitere Strategie der Angstüberwindung ist, dass wir uns auf das Schlimmste vorbereiten: Welche Möglichkeiten hätte ich, wenn das Schlimmste passieren würde?

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TIPP 3:Nach der gedanklichen Arbeit muss der Schritt in die Realität folgen. Wir müssen uns der neuen Situation stellen - und zwar mit Angst und Unsicherheit. Angst kann man nur besiegen, wenn man sich ihr stellt.

Wenn wir vor der Angst davonlaufen, wenn wir die Situationen meiden, in denen wir Angst haben, dann baut sich die Angst noch mehr auf und wird stärker.


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Je häufiger wir uns mit Angst in eine Situation begeben und erleben, dass das Befürchtete nicht eintritt, umso mehr verlieren wir die Angst.

Am besten beginnen wir dabei mit einer leichten Situation, vor der wir wenig Angst haben. Haben wir diese erfolgreich bewältigt, gehen wir zu einer schwierigeren Situation über.

Schritt für Schritt stärken wir dadurch unser Vertrauen in unsere Fähigkeiten, unser Selbstvertrauen wächst und unsere Angst nimmt ab.

Konkrete Informationen, wie Sie schrittweise eine Angst überwinden können, indem Sie sich ihr stellen, finden Sie in dem Betrag zur Konfrontationstherapie.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Seit 35 Jahren helfe ich Menschen bei der Bewältigung persönlicher Probleme. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von leckeren Kuchen & Gebäck.

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  1. Leserkommentar Andrea Beckmann schreibt am 24.01.2019

    Wenn ich Angst habe oder aufgeregt bin sehe ich das nicht als Schwäche, es ist normal, so ein Gefühl und gehört zum Menschen. Jeder Mensch ist aufgeregt, wenn er nicht weiß, was ihn erwartet. Ich stelle mir immer die Frage, was kann im schlimmsten Fall passieren. Und meistens ist die Antwort: "Gar nichts", zumindest nichts, womit ich nicht weiterleben könnte. Ich denke mir immer, hauptsache ich bin gesund und es gibt nur eine wirklich unlösbare Sache für mich, wenn mir der Arzt sagen würde, Sie sind unheilbar krank. Das ist für mich eine wirklich aussichtslose Situation. Also ist alles andere zu bewerkstelligen. :-) Und ich finde es ist auch schön, etwas Neues erleben zu dürfen. Mal geht es gut mal nicht. So ist das Leben. Und selbst wenn ich einer Situation mal nicht gewachsen bin, gibt es tausend andere, denen ich gewachsen bin. Alles kann man nicht leisten und muß man auch nicht.

  2. Leserkommentar Christian Gremsl schreibt am 23.07.2017

    Ich litt viele Jahre Angst und Panikattacken. Ich habe durch die Meditation einen sehr guten Weg da raus gefunden. LG, Christian

  3. Leserkommentar Claudia schreibt am 16.11.2016

    Hallo, ich hab mich in einen Mann verguckt, der mir klar gesagt hat, er ist seit 6 Monaten Single und habe noch Angst vor Neuem. Ich möchte ihm sehr gerne helfen, seine Angst zu überwinden , aber je mehr ich auf ihn zugehe, umso mehr zieht er sich zurück. Was kann ich tun, damit er sich nicht weiter zurückzieht? Oder ist seine Angst vor Neuem Desinteresse an mir? Würde mich freuen, wenn mir jemand weiterhelfen kann. LG CLaudia

  4. Leserkommentar Ines schreibt am 12.10.2016

    Hallo pure Angst, das ist wirklich schade, dass Deine Mutter Dich noch nicht versteht. Versuche Ihr alle Gefühle zu erklären, damit sie Dich verstehen kann. Und sag ihr, dass Du Ihre Hilfe brauchst. Sag , sie soll Dich begleiten. Tue auch etwas für Sie, heißen Tee bringen oder ein paar Kerzen anzünden. Sag ihr, was hilft und was nicht. Wünsche Dir gutes Gelingen. Ines

  5. Leserkommentar PureANGST schreibt am 07.10.2016

    Ich bin 11! Und habe sehr große Angst in meine jetzige neue Schule zu gehen!!! Ich weine immer und habe Bauchschmerzen weil keiner mit mir spielt... Meine Mama versteht mich auch nicht Sie sat nur:,,Da muss du durch!" Ja was soll ich damit machen ich bin immer auf mich alleine gestellt!!!! Keine hilft mir und meine Mutter Stadt jetzt wenn das so bleibt dann müssen wir zum syologen ja toll würde mich ja freuen wenn der mir dann zuhört aber meine Mama sagt mir jetzt :,,ja dann aber kein Handy mehr !!"DROHEN ERNSTHAFT ???? Ich bin kurz gesagt ALLEINE MIT 11😔😔😞😞😖😫😕😣👎🏻👎🏻

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Leserstimme Amazon Kunde 27.3.2019

Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ein Buch so viel bewirken kann. Man sollte sich langsam durcharbeiten. Es ist sehr verständlich geschrieben. Man kann jeder Zeit nach blättern falls man wieder Probleme bekommt. Ich war noch nie von einem Buch so überzeugt wie von diesem Buch. Beide Daumen hoch.

Leserstimme Amazon Leser 19.1.2018

Ich habe dieses Buch von meinem Therapeuten empfohlen bekommen aufgrund der Thematiken Depressionen, Ängste, Perfektionismus und kann nur sagen - ich nenne es meine persönliche Bibel. Ich habe mich so oft in diesem Buch wiedererkannt und das allein hat mir schon weitergeholfen.

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Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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