Fehler zugeben: 5 Tipps für eine aufrichtige Entschuldigung

Fehler machen wir alle, aber sie einzugestehen und sich zu entschuldigen, fällt vielen schwer. Dabei zeugt es von Stärke und Mut, um Verzeihung zu bitten. Der Beitrag zeigt dir, wie dir das gelingt.

Fehler zugeben: 5 Tipps für eine aufrichtige Entschuldigung
© Steve DiMatteo, unsplash.com

"Wo hast du schon wieder den Autoschlüssel hingelegt?", entfährt es dir ungeduldig in Richtung deiner Partnerin. "Ich hab ihn nicht", erwidert sie. "Diese Woche bin ich doch noch gar nicht gefahren." Die Zeit drängt, schließlich ist heute diese wichtige Kundenpräsentation. Du wirst immer ungeduldiger. Deine Partnerin möchte dir helfen und mitsuchen, aber davon willst du nichts wissen. Wütend schickst du sie weg. Zufällig greifst du in deine Hosentasche – da ist der Schlüssel! Vor lauter Aufregung hast du vergessen, dass du ihn schon eingesteckt hattest. Jetzt schnell ins Büro. "Soll ich mich bei ihr entschuldigen?", fragst du dich. Unbedingt, denn Fehler einzugestehen und sich aufrichtig zu entschuldigen, ist ein Zeichen von persönlicher Stärke. 

Niemand macht gerne Fehler

Niemand macht sie gerne, doch Fehler passieren. Sie gehören zum Leben dazu. Einen Fehler einzugestehen, fällt aber vielen Menschen schwer. Obwohl wir ja eigentlich wissen: "Aus Fehlern wird man klug." In Wahrheit wollen wir aber nicht, dass Dinge schiefgehen und wir auf die Nase fallen. Niemand gibt gerne zu, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, an einer Aufgabe gescheitert zu sein oder gar ein ganzes Projekt in den Sand gesetzt zu haben. Verständlich, denn als Versagerin oder Versager dazustehen, ist nicht gerade angenehm.

Übernimm Verantwortung für dein Handeln und suche die Schuld nicht bei anderen

Anstatt Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und "die Suppe auszulöffeln", suchen manche Menschen die Schuld gerne bei anderen. Ein solches Verhalten ist häufig eine Schutzstrategie. Denn Menschen, die Angst haben, ihre Fehler einzugestehen, haben oft ein geringes Selbstvertrauen. Sie empfinden sich als minderwertig und fordern von sich, zumindest nach außen hin, perfekt sein zu müssen. Fehler sind für Menschen mit dieser Grundeinstellung bedrohlich. Sie gefährden ihr Selbstwertgefühl.

Deshalb dürfen Fehler nicht passieren. Und wenn sie doch mal vorkommen, müssen es die anderen gewesen sein oder die Umstände. Häufig fallen dann Sätze wie "Nur wegen dir …" oder "Ich kann ja gar nichts dafür, an mir lag es bestimmt nicht." Das entlastet zwar im ersten Moment, sorgt aber auch für Konflikte. Denn das Gegenüber wird zumindest irritiert sein oder sich von den Vorwürfen angegriffen fühlen und sich gegen sie verbal zur Wehr setzen.

Sich zu entschuldigen erfordert Mut, aber stärkt uns und unsere Beziehungen

Haben wir uns unseren Fehler eingestanden, ist der Weg geebnet für den nächsten Schritt: Wir sollten uns bei der betroffenen Person entschuldigen. Sich zu entschuldigen bedeutet, dass wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen und um Verzeihung bitten. Wir sagen dann "Es tut mir leid" oder "Bitte entschuldige". Auch das ist schwer. Schließlich erfordert es schon eine gewisse Überwindung, über seinen Schatten zu springen. Und die Empfängerin oder der Empfänger der Entschuldigung kann sich auch immer entscheiden, die Entschuldigung anzunehmen oder abzulehnen. Das macht uns verletzlich.

Fehler tun weh, und Entschuldigungen brauchen Mut. Trotzdem sind beide Erfahrungen wichtig – und oft lehrreich. Denn erst wenn wir uns eingestehen: "Das war nicht okay, was ich da gesagt oder getan habe", und das auch äußern, bauen wir eine Brücke. Eine Brücke für uns und unser Gegenüber, auf der wir wieder in Kontakt miteinander kommen können. Und dann hoffentlich die Erfahrung machen, dass Fehler einzugestehen und sich zu entschuldigen doppelt stärkt: uns selbst und die Verbindung zu unseren Mitmenschen. Denn meistens nimmt unser Gegenüber die Entschuldigung gerne an und wir können unsere Beziehung wieder geraderücken und festigen. 

So werden wir aus Fehlern nicht nur klüger, sondern auch zufriedener. 

Fehler zuzugeben und sich zu entschuldigen, ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen von Stärke und Größe.

5 Tipps, wie du dich aufrichtig entschuldigst

Eine Entschuldigung ist gar nicht so schwer. Du brauchst ein bisschen Überwindung und solltest die folgenden fünf Punkte im Auge behalten. Dann hast du gute Chancen, dass deine Entschuldigung auch angenommen wird.

Tipp 1: Entschuldige dich sofort

Warte nicht lange, sondern entschuldige dich möglichst bald. Je länger du wartest, desto schwerer wird es für dich. Außerdem sinkt mit jedem vergangenen Tag deine Glaubwürdigkeit.

Tipp 2: Übernimm die Verantwortung für dein Tun

Rede dich nicht heraus und rechtfertige dich nicht. Du hast etwas Falsches getan oder hast falsch gelegen. Übernimm dafür die volle Verantwortung und zeige echte Reue.

Tipp 3: Liefere deinem Gegenüber eine Erklärung

Manchmal ist ein flapsiges "Sorry" oder "Tschuldigung" nicht genug. Deshalb erkläre, was genau der Fehler war: Was ist schief gelaufen? Wie konnte das passieren? So zeigst du, dass du einsichtig bist und es wirklich ernst meinst, wenn du um Verzeihung bittest.

Tipp 4: Biete eine Wiedergutmachung an

Zusammen mit der Entschuldigung solltest du deinen Fehler korrigieren. Hast du Wein über die Hose deines Sitznachbarn geschüttet, bezahle die Reinigung. Hat deine Kollegin durch einen Patzer deinerseits jetzt mehr Arbeit, unterstütze sie dabei. Schon kleine Gesten machen einen großen Unterschied.

Tipp 5: Mach es nächstes Mal besser

Dieser Punkt ist ganz wichtig zum Abschluss. Mach klar, dass du aus deinem Fehler gelernt hast und dass du dir vornimmst, dass so etwas nicht noch einmal vorkommen wird. Damit drückst du deine Wertschätzung für dein Gegenüber aus und zeigst, dass du es wirklich ernst meinst mit deiner Entschuldigung.

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 Niemand macht gerne Fehler  
 Übernimm Verantwortung für dein Handeln und suche die Schuld nicht bei anderen  
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 5 Tipps, wie du dich aufrichtig entschuldigst  
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