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Experiment: Du findest nur, wonach du suchst

wurfpfeil

Du findest nur das, wonach du bewusst suchst. Für alles andere bist du quasi blind. Bild © spiral - Fotolia.com

, Psychotherapeut

So führst du das Experiment durch:

Lass deinen Blick in deinem Zimmer umherschweifen.

Merke dir alle Gegenstände, die gelb sind oder in denen die Farbe Gelb vorkommt.

Mache das nun. Lies erst weiter, wenn du dir die gelben Gegenstände gemerkt hast!


Hast du dir alle gelben Gegenstände gemerkt?


Dann schließe jetzt die Augen und überlege dir, welche roten (!) Gegenstände sich in deinem Zimmer befinden und wie viele es sind.

Welche Selbsterkenntnis hast du gewonnen?

Wenn du nicht gerade dein Zimmer in- und auswendig kennst, wirst du große Probleme haben, auch nur einen roten Gegenstand zu benennen.

Du hast dein Augenmerk so sehr auf alles Gelbe gerichtet, dass du quasi blind warst für alle andersfarbigen Gegenstände.

Dein Gehirn hat sehr wohl die andersfarbigen Gegenstände gesehen. Da du ihm aber gesagt hast, es solle sich nur auf die gelben Gegenstände konzentrieren, hat es sich nur diese gemerkt.

Du kennst dieses Phänomen. Wenn du dich für etwas besonders interessierst, dann wirst du plötzlich feststellen, dass dir das dich Interessierende ganz oft begegnet.

Wenn du dich z.B. für Moderne Kunst interessierst, dann sind deine Sinnesantennen auf dieses Thema ausgerichtet und dein Gehrin meldet dir alles, was ihm die Sinne, deine Augen und Ohren, zutragen.

Wann immer etwas über Moderne Kunst in der Zeitung steht, wann immer deine Augen ein Plakat mit der Auschrift "Moderne Kunst" sehen, wann immer in einem Gespräch das Wort "Moderne Kunst" fällt, dein Gehirn macht dich darauf aufmerksam.

Wenn irgendwo etwas über alte Kunst steht, die dich nicht die Bohne interessiert, dein Gehirn überliest das und meldet dir nichts.

Merke: Du findest nur das, wonach du bewusst suchst. Für alles andere bist du quasi blind.

Welche Bedeutung hat diese Selbsterkenntnis für deinen Alltag?

Suchst du nach Gründen, warum eine Sache nicht funktionieren kann, dann wirst du nur Argumente finden, die belegen, dass diese Sache nicht funktionieren wird.

Suchst du dagegen nach Lösungsmöglichkeiten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du welche findest.

Bist du überzeugt, alle Menschen wollen dich nur hereinlegen, dann gibst du deinem Gehirn den Auftrag, sich nur solche Begebenheiten zu merken, bei denen du hereingelegt worden bist.

Positive Erfahrungen blendet dein Gehirn automatisch aus, wenn du es trainiert hast, nach negativen Dingen Ausschau zu halten.

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Wofür möchtest du diese Selbsterkenntnis nutzen?

Machst du immer wieder die gleichen negativen Erfahrungen in bestimmten Bereichen?

Dann liegt das sehr wahrscheinlich daran, dass du dein Gehirn darauf programmiert hast, danach zu suchen.

Du erlebst und siehst immer nur das, wonach du suchst.

Möchtest du in Zukunft positive Dinge finden, dann musst du bewusst nach ihnen Ausschau halten.

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben selbstbestimmt & erfüllt zu leben. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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  1. Leserkommentar Veronika Chmiel schreibt am 08.10.2017

    Hallo Herr Merkle, ich finde Ihre Beiräge sehr gut! Mache hin und wieder den einen oder anderen Test, dabei wird mir bewusst, dass es stimmt, was Sie schreiben. Immer negativ zu denken kann sich wirklich manifestieren, deshalb nehme ich liebend gerne Ihre Tipps auf. Der Test mit der zu gelben Farbe war mal wieder ein Beweis, dass man sich nur auf das fixiert, was man gerade im Kopf hat. Vielen Dank für Ihre wertvollen Hinweise.

  2. Leserkommentar katharina schreibt am 11.01.2017

    mit sich selbst zufrieden - gesunde eigenliebe - positives sehen - wie kommt es, dass leute burn-out kriegen, wie kommt es, daß menschen betrogen werden, daß vertrauen mißbraucht wird, daß es so schwer ist, menschen, die man liebt, bei krankheiten oder beim tod zu begleiten - weil man immer etwas positives sehen kann? realistisch ist, gesunde skepsis und der realismus, dass nicht alles gerecht ist, was einem widerfährt, manches unverschuldet - dann die kraft zu haben, nicht zu verzweifeln und an gutes zu glauben, vertrauen zu haben und nicht gleiches mit gleichen vergelten - das sind die wirklich starken menschen in unserer welt, denn es ist nicht so, dass menschen, die gutes tun, nichts schlechtes widerfährt - ein märchen

  3. Leserkommentar Peter Friedrich schreibt am 12.04.2016

    Wie nun, wenn meine positiven Gedanken täglich mit einem Bild, oder einem Geschehen welches noch nicht eingetreten ist, verbunden sind? Wie verhält es sich, wenn das regelmäßig in Gedanken gesehene, oder gesprochene, dann auch tatsächlich ereignet? Ist es dann nicht mehr, als "nur" Windeln zu sehen, oder einen neuen Autotyp, oder sonstige Dinge? Erschaffe ich dann nicht das in meinem Geist kreierte Ereignis selbst? Bin ich dann der Schöpfer meines Lebens? DER MENSCH DENKT und Geist lenkt. Es scheint mir viel mächtiger zu sein, als mancher glauben möchte. Und für die Christin in dieser Kommentarliste: Sagte Yeshua nicht: Dein Glaube versetzt Berge. Ich bin sicher, ER meinte damit unsere Denkkraft, die im griechischen WORT LOGOS enthaltene. Viel Spaß beim erschaffen ;)

  4. Leserkommentar Hans schreibt am 23.02.2016

    Hmm schwer zu sagen: welches selbst hier gemeint ist. Das Subjekt im Sinne des Beobachters, Wille und des Wahrnehmenden, oder dem gespiegeltem Selbstbild was man in der Welt sieht, was sich mit seiner Geschichte und dessen Inhalt identifieziert. Normaler Weise als denkendes "Ich" anzutreffen, das gerne die Worte: Ich, mich und sehr oft "Meins" verwendet. Ihr hört einen Gedanken der sich Ich nennt? Wir unterliegem alle diesen Effekt das wir uns ein Objektives Ich erschaffen. Wer mich jetzt nicht versteht müsste sich mehr oder weniger in der Position befinden, das er glaubt dieses "Ich" zu sein. Beobachtet euch selbst wie dieses "Ich" euch ständig beeinflusst. Nur wenn es euch bewusst wird das solche Sachen wie Angst u.s.w. erst durch dieses Ich hervorgerufen werden, da es alles spiegelt, nur so erkennt Ihr erstmal das es noch ein anderes selbst gibt, was nicht das denken ist sondern das denken steuert und eine Antwort bekommt. Es kennt leider keine Worte, Namen gibts dafür viele. Wenn Ihr es allerdings leugnet, sperrt Ihr es ins Selbstbild ein und Ihr fühlt und erlebt immer mehr Dinge die dem sich ständig wiederholenden Gedanken entspringen. Erkenne dich erstmal selbst, würde ich erstmal vorschlagen.

  5. Leserkommentar Nicole schreibt am 05.02.2016

    Vor 20 Jahren habe ich nur Babys, Windeln, Babynahrung, Strampler, die Zeitschrift "Eltern" gesehen. Vorgestern sage ich zu meinem Mann: Du, ich glaub, die Menschheit stirbt aus, ich sehe keine Schwangeren mehr.

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