Ratgeber Depressionen

Herbstdepression & Winterdepression - saisonal bedingte Depressionen (SAD)

Winter - die Saison für Herbst- und Winterdepressionen

© Autor: Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

Morgens wird es erst um 8 Uhr hell und von hell kann man eigentlich gar nicht sprechen. Nebel hängt zwischen den Häusern und Bäumen. Man hat den Eindruck, von oben drücke eine schwere Last auf unsere Schultern und man bekomme irgendwie keine Luft. Bild © levranii - Fotolia

Es ist Spätherbst oder Winter - die Zeit, in der viele Menschen in Trübsal und eine saisonabhängige Depression verfallen.

Winterdepression - eine Krankheit?

mann sitzt deprimiert auf parkbankVon Winterdepression oder saisonal abhängiger Depression (SAD) spricht man erst seit 1987. Sie ist eine Depressionsstörung, die im Steigen begriffen ist.

Herbstdepressionen beginnen im Herbst und verschwinden spontan im Frühjahr, wenn die Tage wieder länger und heller werden.

Anzeichen, Symptome einer Winterdepression

Bereits jeder vierte Bundesbürger klagt über die Beschwerden der Winterdepression wie z. B: eine gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis, vermehrtes Verlangen nach Süßem und Kohlehydraten verbunden mit Gewichtszunahme.

Im Gegensatz dazu gehen andere Depressionsformen mit einem Appetitverlust, Gewichtsabnahme und Schlaflosigkeit einher. Frauen leiden viermal häufiger als Männer an einer Herbst/Winterdepression.

Bei den meisten Betroffenen machen sich die Symptome in den Zwanzigern zum ersten Mal bemerkbar. Mit zunehmendem Lebensalter werden die Beschwerden einer Winterdepression stärker.

Ursachen einer Winterdepression

1. Im Winter, der lichtarmen Jahreszeit wird zu wenig Serotonin ausgeschüttet, was die Entstehung einer Depression fördern kann.

2. Es wird vermutet, dass die saisonal abhängige Depression auf unsere Entwicklungsgeschichte zurückzuführen ist.

Der amerikanische Psychiater Dr. Peter Whybrow erklärt: Die saisonal abhängige Depression ist nichts anderes als die Vorbereitung des Körpers auf den Winterschlaf: Nur dass der Winterschlaf beim Menschen eben nie eintritt. Ausgelöst wird der Vorgang durch die kürzeren Tageslichtperioden und die fallenden Temperaturen im Herbst.

Für den Befehl "Winterschlaf vorbereiten" ist unsere Zirbeldrüse verantwortlich. Die Zirbeldrüse ist nur fingernagelgroß, sitzt in unserem Gehirn und ist äußerst lichtempfindlich.

Wenn im Herbst und Winter zu wenig Licht auf die Netzhaut fällt, produziert die Zirbeldrüse mehr von dem Hormon Melatonin. Melatonin ist für unseren Schlafrhythmus mitverantwortlich, lähmt den Antrieb und wirkt einschläfernd.

Auch wenn wir das Tageslicht nicht steuern können, heißt dies nicht, dass jeder, der unter einer Winterdepression leidet, dieser ausgeliefert ist.

Für eine Winterdepression gibt es eine wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeit und Maßnahmen zur Vorbeugung.

Tipps für die Behandlung und Vorbeugung einer Winterdepression

TIPP 1. Bei Herbstdepressionen hilft Licht. Bewegen Sie sich also tagsüber viel im Freien - mindestens eine halbe Stunde täglich - auch bei schlechtem Wetter. Durch regelmäßige und tägliche Bewegung im Freien bringen Sie Ihre Psyche und Ihren Stoffwechsel auf Trab.

Durch regelmäßige Bewegung wird der Serotonin-Spiegel erhöht und das führt zu einer Stimmungsaufhellung. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann verbringen Sie einige Tage im Gebirge oder am Meer in der Sonne.

TIPP 2. Achten Sie auf Ihre Ernährung. Besonders gut sind kalorienarme Kost, viel frisches Obst und Gemüse. Sie dürfen sich durchaus auch Schokolade oder Kuchen gönnen, denn Süßigkeiten enthalten Stoffe, die im Körper zu Serotonin umgebaut werden - was die Stimmung erhöht.

TIPP 3. Umgeben Sie sich mit belebenden Farben, die das Sonnenlicht nachahmen wie Orange-, Gelb- und Rottöne. Bunte Kissenbezüge, eine rote Tischdecke oder ein Bild mit fröhlichen Farben wirken schon Wunder. Ein Blumenstrauß oder ein buntes Kleid/Hemd helfen auch die Stimmung zu verbessern. Farben sind Streicheleinheiten für die Seele.

TIPP 4. Nutzen Sie die positive Wirkung von Düften. Bergamotte- und Jasminöl in der Aromalampe hellen die Stimmung auf. Diese Düfte rufen in Ihrem Gehirn Erinnerungen und Bilder an den Sommer hervor.

TIPP 5. Legen Sie sich eine flotte Musik auf und bewegen Sie sich im Rhythmus der Musik. Besser wäre es noch, Sie würden zur Musik tanzen. Wenn Sie gerne singen, suchen Sie sich Musik zum Mitsingen. Jede Bewegung ist depressionsmindernd - auch bei anderen Depressionsformen.

TIPP 6. Wer stark unter Winterdepressionen leidet, kann bei einem darauf spezialisierten Arzt oder in der Ambulanz einer Klinik eine Lichttherapie mit Tageslicht-Vollspektrumlampen mit einer Intensität von 2500 Lux machen.

Zum Vergleich: In einem normal beleuchteten Zimmer schwankt die Lichtstärke zwischen 100 und 200 Lux.

Bei dieser Lichtbehandlung müssen sich Betroffene täglich früh am morgen für mindestens eine Stunde vor diese spezielle Tageslichtlampe setzen. Sie können dabei lesen oder frühstücken.

Bei 60 bis 70 Prozent der Betroffenen reicht eine Woche Lichttherapie, um den ganzen Winter ohne Wintertrübsal zu verbringen.

MEIN VORSCHLAG

Nutzen Sie Gute-Laune Fragen

Diese werden Sie sofort auf andere Gedanken bringen und Ihre Stimmung aufhellen.

Auf andere Gedanken bringen Sie auch inspirierende Videos.
Video-Clips, die aufbauen

TIPP 7. Bei einer Winterdepression helfen auch positive und aufmunternde Gedanken. Wie in jeder Situation spielen auch bei der Winterdepression Ihre Einstellungen eine wichtige Rolle. Wenn Sie sich einreden, dass jetzt die dunkle, schwere Jahreszeit kommt oder dass Sie bestimmt wieder depressiv werden, dann werden Sie schwermütig und Ihre Stimmung geht in den Keller.

Sie sehen: Sie haben viele Möglichkeiten, Ihre Stimmung positiv zu beeinflussen.

Bewegung und Licht sind die besten Antidepressiva bei einer Herbst- und Winterdepression.

Sollte sich Ihre Winterdepression trotz dieser Tipps nicht bessern, vereinbaren Sie ein Termin bei einem Psychotherapeuten. Psychotherapeutensuche: Kassenpsychologen für eine Behandlung

Möglicherweise verbergen sich hinter Ihrer Depression andere Ursachen als die lichtarme Jahreszeit.


Depressionen-Herbst.html

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben und ihren Problemen klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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Sprechblase Lesermeinung Tobias R., 48 Jahre, Frankfurt

Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben. Gottseidank habe ich mich aufgerafft und diesen Ratgeber bestellt.

Rolf Merkle begleitet einen Schritt für Schritt und sehr einfühlsam auf dem Weg aus der Depression.

Schon alleine durch das Lesen ging es mir besser.

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Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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