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Behinderte Menschen: ihre Mut machenden Geschichten & besonderen Fähigkeiten

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Man ist so jung, wie man sich fühlt

Der Engländer Patrick Barnes war mit 80 Jahren immer noch Triathlet. Mit 66 Jahren lief er das erste Mal einen Marathon und mit 69 Jahren began er Triathlon.

* * *

Die Engländerin Helen Tew war nicht behindert, aber sie vollbrachte eine erstaunliche Leistung. Sie hat im Jahre 2000 mit 89 Jahren in einem Segelboot den Atlantik überquert. 11 Monate war sie unterwegs.

Sie erfüllte sich diesen Traum, nachdem sie 70 Jahre davon geträumt hatte! Sie starb 2004 im Alter von 92 Jahren. In einem Interview sagte sie:

"Höre nicht auf die Pessimisten.
Es gibt immer jemanden, der dir erzählen will,
dass du etwas nicht tun kannst,
weil es zu schwierig oder zu gefährlich sei,
weil du zu jung oder zu alt seist.
Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für etwas. Tu es einfach.
Es ist nie zu spät, die Dinge zu tun, die du schon immer tun wolltest."

Was wir von diesen Menschen lernen können

Man ist nie zu alt für etwas, außer man redet und denkt sich alt, indem man sich ständig suggeriert, mit einem gewissen Alter könne man dieses oder jenes nicht mehr tun.

Man ist so jung wie man sich fühlt und da man fühlt, wie man denkt, fühlt man sich so jung, wie man denkt, jung zu sein.

Wer träumen kann und neugierig ist,
der bleibt in seinem Herzen jung.

Mach das Beste daraus

Thomas Quasthoff ist contergangeschädigt. Er wurde zwergwüchsig und mit verkrüppelten Armen und Beinen geboren.

Heute ist er 131cm klein, aber ein Großer in der Musikwelt. Er ist Baritonsänger und als solcher ist er bereits in den renomiertesten Opernhäusern der Welt wie der Carnegie Hall und der Mailänder Scala aufgetreten. Er hat mehrere CD`s produziert.

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Die Hamburgerin Barbara Jocks ist HNO-Fachärztin, die auch operiert - obwohl sie guerschnittsgelähmt ist und im Rollstuhl sitzt. Für ihre Operationen sitzt sie in einem speziellen Rollstuhl, der sich wie eine Hebebühne hochfahren lässt.

* * *

Sie beschreibt sich mit den Worten: viel Optimismus, viel Lachen, viel Ehrgeiz, Power und der Wille, die Welt mit jedem Tag für mich und die anderen besser zu machen.

Kirsten Bruhn, die das über sich sagt, ist seit ihrem 21. Lebensjahr querschnittgelähmt. Bei den Paralympics 2012 in London gewinnt sie mit 42 Jahren die Goldmedaille über 100 Meter Brustschwimmen.

* * *

Diana Nyad (64 Jahre alt) schwimmt 2013 ohne Unterbrechung in 53 Stunden von Florida nach Kuba. Dies sind 170 Kilometer. Sie sagt: Du bist nie zu alt, deinen Träumen nachzujagen. Du darfst nur nie aufgeben.

***

Melvin Henderson hat mit 22 Jahren ein Bein verloren. Er sagt: Was auch immer deine Behinderung ist, du kannst das Ausmaß bestimmen, in dem sie dein Leben kontrolliert.

1996 hat der Mediziner Frank Röhrich ein Unfall und ist fortan querschnittgelähmt. Heute arbeitet er als Neurochirug in einer Klinik und operiert Menschen, um ihnen das Schicksal zu ersparen, das ihm widerfahren ist - im Rollstuhl zu sitzen und gelähmt zu sein.

* * *

Sie tanzte Ballett und spielte Chopin. Mit 24 Jahren im Jahre 1997 verliert Helen Smith beide Hände und beide Unterschenkel.

Dank Hightech-Prothesen sagt sie: Jetzt habe ich mein Leben wieder zurück. Im Moment macht sie ihren Doktor in Molekular-Biologie.

* * *

Heather Mills war ein gefragtes TOP-Model mit einem sechsstelligen Jahreseinkommen.

Mit 25 Jahren wurde sie angefahren und verlor einen Unterschenkel. Aus der Traum für ihren Beruf als Model?

Nein. Sie arbeitet mit Prothese und das zu einem höheren Jahreseinkommen als vor ihrem Unfall.

Margarete Steiff 1847-1909

Es lohnt sich nicht, den kranken Beinen nachzutrauern, wenn dabei das ganze Leben davonläuft.

Margarete Steiff, die Gründerin des berühmten Steiff Stofftierunternehmens, erkrankte als Kind an Kinderlähmung. Sie war ihr ganzes Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen und ihre rechte Hand konnte sie nicht benutzen.

Statt über ihr Schicksal zu klagen sich zu bemitleiden und ihrer verlorengegangenen Gesundheit nachzutrauern, ergriff Margarete Steiff die Chancen, die ihr das Leben bot und lebte ein erfülltes und erfolgreiches Leben.

Oscar Pistorius

Ich bin nicht behindert, Ich habe nur keine Beine.

Oscar Pistorius ist unterhalb beider Knie amputiert. Er trägt Prothesen, mit denen er jedoch fast genauso schnell läuft, wie Gesunde. Auf 100 Meter braucht er 10,91 Sekunden.

Der gesunde Olympia Sieger von Athen, Justin Gatlin, braucht 9,85 Sekunden.

Auf 200 Meter braucht Pistorius 21,58 Sekunden, der Olympia Sieger von Athen, Shawn Crawford, braucht 19,79 Sekunden.

* * *

Der 32-jährige Australier John MacLean durchschwamm in knapp 13 Stunden den Ärmelkanal - er ist querschnittgelähmt, nachdem er mit 22 Jahren von einem Lastwagen überfahren worden war.

Bettina Eistel

Geht nicht, gibt es bei mir nicht sagt die 45-jährige Bettina Eistel, die ohne Arme auf die Welt kam.

Bettina Eistel ist im Turniersport für Reiter mit körperlicher Behinderung die Deutsche Meisterin der Jahre 2002 bis 2005, sie hat bei der Europameisterschaft 2002 in Portugal Einzel Bronze, Kür Silber und Mannschaft Silber errungen und bei den Paralympics 2004 in Athen Einzel Bronze.

Aufgrund ihrer Contergan-Schädigung hat sich Bettina Eistel einen eigenen Reitstil angeeignet.

Da ihr beide Arme fehlen, führt sie die Zügel mit den Füßen und ihrem Mund.

Neben dem Reiten arbeitet die Diplom-Psychologin in einer Beratungsstätte für Kinder, Jugendliche und Eltern.

Bettina Eistel sagt:
Ich sage trotz meiner Behinderung - Arme oder nicht -, ich lebe auf der Schokoladenseite des Lebens.

Ich bin nicht behindert. Ich bin nur anders funktional!

Wenn man nicht alle Möglichkeiten hat,
dann muss man die verbleibenden zu 100 Prozent nutzen.

Was man aus seinem Leben macht, egal ob behindert oder nicht, liegt an jedem selbst.
- Dr. med Hans Brunner -
querschnittsgelähmt

Florian Sitzmann

Nach seinem Unfall sagte er: Ich habe ein neues Leben geschenkt bekommen, also versuche ich auch, es zu leben.

Nach einem Motorradunfall und einer Woche im Koma, wacht der damals 15 jährige auf und erfährt, dass ihm beide Beine amputiert wurden.

Nach einem ersten Schock war schnell klar, dass es für ihn nur einen Weg geben konnte und der hieß „volle Kraft voraus“.

Ab dem Jahre 2002 jagt ein sportlicher Erfolg den anderen und er kann neben einigen Deutschen Meister Titeln und einer WM- Silbermedaille, 2004 bei den Paralympics in Athen teilnehmen.

Den vorerst krönenden Abschluss seiner Karriere findet er im 540 Kilometer langen Rennen Styrkeproven (Die große Kraftprobe) quer durch Norwegen. 

Seine positive Art, seine Ausstrahlung und Lebenserfahrung versucht er an Menschen weiterzugeben, die sich in ähnlich schwierigen Lebenslagen befinden, wie er einst selbst.
Florian Sitzmann

Ivar Niederberger

Ivar Niederberger ist Legastheniker und leidet seit seinem 6. Lebensjahr unter dem Tourette-Syndrom. Er besuchte die Sonderschule und hat keine Ausbildung.

Trotz dieser schlechten Startbedingungen ist er heute ein erfolgreicher Geschäftsmann und mehrfacher Selfmade-Millionär. Er hat in der Schweiz und im Ausland Bekleidungsgeschäfte und ist als Immobilienmakler tätig.

Tun, was man tun kann, und Vom Leben lernen, das sind zwei seiner Lebens- und Erfolgsmottos.

Philippe Croizon

Philippe Croizon hat keine Arme und Beine. Diese wurden ihm 1994 amputiert.

Dennoch durchwamm der 42-jährige 2010 den mehr als 30 Kilometer langen Ärmelkanal mit speziellen Schwimm-Prothesen. Auf YouTube können Sie das Video anschauen.

Auf seiner Homepage sagt er:
Als ich 1994 im Krankenhaus aufwachte, habe ich die Wahl gehabt, zu sterben oder mich für das Leben zu entscheiden. Wegen meiner beiden Kinder habe ich mich für das Leben entschieden.

Dergin Tokmak

Dergin Tokmak erkrankte als Kind an Kinderlähmung. Seither sind seine Beine gelähmt.

Das hindert ihn jedoch nicht daran, sich auf Krücken so schnell und wendig zu bewegen, dass er jahrelang in dem berühmten Zirkus "Cirque du Soleil" auftreten konnte.

Er sagt: Keine Behinderung ist zu groß und zu einschränkend, um jemanden vom Tanzen abzuhalten.


Was wir von diesen Menschen lernen können

Wenn wir die Behinderung annehmen und uns nicht aufgeben, dann können wir totz allem ein erfülltes Leben führen.

Ein Mann beklagte sich, dass er sich keine neuen Schuhe kaufen kann, bis er jemanden trifft, der keine Beine hat.

Alles ist relativ und natürlich erleben wir unsere eigenen Handicaps als große Einschränkung.

Im Vergleich zu vielen behinderten Menschen sind unsere emotionalen, finanziellen, persönlichen, körperlichen oder sozialen Handicaps geradezu lächerlich.

Wenn wir uns das vor Augen halten, kann uns das helfen, unsere Probleme als nicht so bedrückend und belastend anzusehen.

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