Lebensfreude kalender

Warum interessiert sich niemand für mich?

Leserfrage von Rainer P.

Seit meiner Jugend mache ich immer wieder dieselbe Erfahrung. Wenn ich neue Menschen kennenlerne oder mich mit Bekannten treffe, frage ich diese anfangs nach ihrem Befinden und interessiere mich für ihre Probleme.

Das kann stundenlang so gehen. Fast nie kommt jemand auf die Idee, mal nach mir zu fragen. Ich habe den Eindruck, ich bin total uninteressant und unwichtig. Warum interessiert sich niemand für mich? Bin ich so uninteressant?

, Psychotherapeutin

Hallo Rainer

Ich kann mir gut vorstellen, wie ermüdend und enttäuschend es für Sie sein mag, immer wieder auf andere zuzugehen, ohne dass etwas zurückkommt.

Ganz sicher ist Ihre Schlussfolgerung, dass Sie uninteressant und unwichtig sind, jedoch nicht zutreffend.

Zum einen braucht jeder Redner ja auch einen Zuhörer. Zum anderen sind Sie ein Mensch mit der großen und heute sehr seltenen Begabung, anderen zuhören und sich auf diese einlassen zu können.

Es könnte sein, dass Sie selbst etwas dazu beitragen, dass Sie in der Rolle des Zuhörers verbleiben.

Vielleicht glauben Sie selbst von sich, nichts Interessantes beitragen zu können.

Sie neigen vielleicht dazu, Fragen nur mit einem kurzen Ja oder Nein zu beantworten, statt lebendig und ausschmückend zu erzählen.

So findet Ihr Gegenüber nur schwer eine Möglichkeit, das Gespräch fortzuführen.

Oder Sie sind sehr kritisch, was Sie glauben, was erzählenswert ist.

Sie haben eine Abneigung, Belangloses zu erzählen, und Sensationelles ereignet sich halt nicht jeden Tag in Ihrem Leben.

Vielleicht möchten Sie auch nicht über Probleme sprechen, weil Sie glauben, diese gehen andere nichts an oder Sie müssten stark genug sein, diese alleine zu lösen.

Wie aus der Zuhörerrolle herauskommen und sich Gehör verschaffen?

Um sich aus Ihrer Zuhörer-Rolle befreien zu können, müssen Sie sich Gehör verschaffen.

Beginnen Sie damit, ab und zu ungefragt etwas von sich zu erzählen.

Sie können sich auch darin trainieren, Alltagsgeschichten wortreich zu erzählen. Überlegen Sie sich, worüber Ihre gesprächigen Mitmenschen berichten und ahmen Sie es nach.

Wichtig zu wissen: Es ist leider so, dass viele Menschen in Gesprächen einen überhaupt nicht fragen, was man selbst macht und wie es einem geht. Das geht auch mir ganz oft so.

In gewisser Weise sind diese Menschen Egomanen oder Narzisten.

Dies ist eine Eigenschaft, mit der man sich unbeliebt macht: Eigenschaften, die unsympathisch machen

Entweder man hält sich von ihnen fern oder man muss selbst die Initiative ergreifen, indem man sagt: "Jetzt möchte ich mal etwas von mir erzählen" und dann erzählt, was man selbst gerne loswerden möchte.

Anders ist diesen Menschen nicht beizukommen.

newsletter

Wichtig zu wissen: Wenn andere sich nicht für Sie interessieren, heißt das nicht, dass Sie uninteressant sind.

Das heißt nur, dass andere zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind und sich gerne selbst reden hören. Also kein Grund, schlecht von sich zu denken.

Lernen Sie sich mehr anzunehmen und Ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

In dem Maße, in dem Sie sich mehr akzeptieren, verlieren Sie die Angst, von anderen abgelehnt zu werden und in dem Maße können Sie freier und ungezwungener Gespräche führen.

Und natürlich können Ihnen ein paar Small-talk Strategien und Gesprächstechniken auch nicht schaden.

Beiträge, die Sie auch interessieren könnten: Angst haben, nichts erzählen zu können und Angst überflüssig zu sein

Ihnen gefällt mein Beitrag? Dann teilen Sie ihn auf teilen auf facebook Facebook. Danke!


Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von Kuchen & Gebäck.

Lust auf positive Impulse? Dann holen Sie sich meinen kostenlosen Newsletter.

newsletter abonnieren


Kommentare

Ihr Name
Ihr Kommentar
maximal 1500
Zeichen!
Zur Spam-
vermeidung Zahl
eingeben
captcha

  1. Leserkommentar morpheus schreibt am 01.10.2017

    Kennt ihr das auch wenn man keine Hilfe erwarten kann? Man ist zB sterbenskrank und kein Mensch würde helfen zB in der Apotheke etwas holen oder den Hund hüten? Schlimm ist, dass ich jedesmal springe, wenn Jemand in Not ist und Hilfe braucht aber ich brauche nicht einmal fragen denn die Antwort ist immer dieselbe -nein. Warum reisse ich mir den Arsch auf fuer Andere obwohl ich weiss, dass nie etwas zurueckkommt? Ist das ein Helfersyndrom? Auf jeden Fall macht es mich fertig. Schönx dass ich mal von mir berichten konnte und schoen, dass es Anderen (will nicht fies sein) auch nicht besser geht.

  2. Leserkommentar morpheus schreibt am 01.10.2017

    Leider geht es vielen so auch mir. Ständig bin ich nur in der Rolle des Zuhörers was ich eigentlich auch gerne bin aber es gibt Situationen da moechte man auch selber mal von seinen Sorgen erzaehlen denn gerade, wenn die Probleme einem erdruecken ist es nicht einfach noch Anderen beim Lösen ihrer Probleme zu helfen und selber bleibt man einfach auf der Strecke. Hab mich damit abgefunden im Regen stehen gelassen zu werden und mir stattdessen einen Therapeuten gesucht und seither gehts bergauf.

  3. Leserkommentar Kevin schreibt am 03.08.2017

    Ich bin hier auf diesen Beitrag von Rainer gestoßen, was ich lese kann ich bestätigen. Ich hatte eine schöne Kindheit. Kindergarten war schön. Hatte Freunde. Grundschule war auch in Ordnung (einmal gab es einen Streit) Hatte auch hier viele Freunde. Schulwechsel war furchtbar. Ich wurde jeden Tag nur gehänselt und gemobbt. Lehrer schauten nach ner Zeit weg. Freunde hatte ich das letzte mal mit 14...heute bin ich 33. Ich kann nicht sagen, wie es sich anfühlt, aber es ist kein schönes/gutes Gefühl - eine beklemmene Leere.

  4. Leserkommentar Marion schreibt am 19.04.2017

    Ich bin53 j und seit kindheit alleine .dachte ans glück gescheidert ehe2 gescheitert4 engelkinder Bin aber einsahm und kinder sind sehr brudal mit ihre ausagen und ihre behlung mir genüber ab scheuslich .wie sie um gehen mit mir hätte ich mir nie intraume lasen mein mutter wahr mir heilig leider bin ich ihnen so was von egahl .sprach sie auch an geht vor bei sie endern nix ob wohl ich alles für sie mache was un der macht steht .ich nin unenderasat nur für notfähle gut genug wie in meinen leben als kind .immer andere sachen warum der kontak nicht klabt Geld zu wenig um mit zu machen .oder mein deusch .mein gehörschaden unsw.aber ich geb die hiffnung nicht auf auch wen schmerz alleine und einsahm zu sein

  5. Leserkommentar Anna schreibt am 09.12.2016

    Hallo ihr Lieben, habe meinen Mut zusammengenommen und schreibe mein Leid von der Seele. Bin eine Frau 62 J., alleinst., seit ich denken kann, bin ich immer die "Blöde" gewesen. In der Familie wurden meine Bruder vorgezogen. Halte mich für einen ehrlichen, aufrechten Menschen, doch immer mehr erfahre ich, daß mir die Menschen, mit denen ich einmal zutun hatten, nur Schlechtes wünschen, sogar den Tod. Auf der Arbeit rausgemoppt, später immer wieder erlaubten sich Nachbarn, mich anzuschreihen und mich fertig zumachen. Jetzt sitze ich hier, schwer erkrankt und auch mein einzigster Sohn hat sich von mir abgewandt. Was soll ich nur tun??? Ich kann einfach nicht mehr.. Hoffe, es ist nicht zuviel zum Lesen. LG

  6. Seite:

newsletter abonnieren

Beiträge zu Gespräche führen, auf andere zugehen

Wie steht es um Ihre Ausstrahlung und wie können Sie sich eine positive Ausstrahlung zulegen? Tipps für eine positive Ausstrahlung

Flirten - was gilt es zu beachten?

Antipathie - Sympathie: wie entstehen sie?

Angst nicht gebraucht zu werden

Online Psychotrainings bei Depressionen, Ängsten, ...

Körper Geist Seele Trainingsprogramme

Ratgeber Selbstvertrauen stärken

Ratgeber Selbstvertrauen stärken

150 positive Empfehlungen Ratgeber Selbstvertrauen Leserurteile

RATGEBER SELBSTVERTRAUEN ANSCHAUEN

Expertenempfehlung

Heike Born

Heike Born
Diplom Psychologin, Wiesbaden

Ich empfehle meinen Patienten die Bücher aus dem PAL Verlag, weil sie die Selbstveränderung auf hervorragende Weise unterstützen. Viele Menschen finden leicht Zugang zu den Inhalten durch die gut verständliche Sprache.

facebook teilen
selbstvertrauen