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Habe ich einen Burnout?

Leserfrage Leserfrage von Klaus S.

Seit einigen Wochen habe ich bei meiner Arbeit das Gefühl, ich bin in einem Hamsterrad. Ich ersticke in Routine und was ich auch tue, es erscheint mir sinnlos. Früher hat mir meine Arbeit Spaß gemacht. Heute empfinde ich sie nur noch als Belastung.

Meine Arbeit geht mir immer schlechter von der Hand und obwohl ich mich immer mehr anstrenge, komme ich dennoch nicht richtig voran. An den Wochenenden kann ich nicht mehr richtig abschalten. Ständig gehen mir geschäftliche Belange durch den Kopf. Was habe ich? Ist das ein Burnout?

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Hallo Klaus

Ja, es scheint, dass Sie unter einem Burnout leiden. Mehr Gewissheit gibt Ihnen der Burnout Test. Wenn der Test positiv ausfällt, dann rate ich Ihnen dringend, sich umgehend einem Psychotherapeuten oder Arzt anzuvertrauen.

Hier ein paar Tipps für den Umgang mit einem Burnout.

1. Nehmen Sie Ihre körperlichen Symptome und Ihre Gefühle der Leere ernst. Ihre Symptome werden nicht von alleine verschwinden, im Gegenteil, es besteht die Gefahr, dass Sie eine ernste körperliche Erkrankung bekommen.

2. Ziehen Sie einmal eine Bilanz von Ihrem Leben. Machen Sie eine Kosten-Nutzen-Analyse Ihrer momentanen Situation. Wofür investieren Sie Ihre Zeit und was bekommen Sie dafür? Teilen Sie ein Blatt Papier in zwei Spalten: a) Kosten und b) Nutzen.

Unter a) notieren Sie die Beschäftigungen, die Sie ungern machen und für die Sie nichts zurückbekommen.

Unter b) notieren Sie die Beschäftigungen, die Ihre Batterie auftanken und die Ihnen Freude und Zufriedenheit vermitteln. Ziehen Sie nun einen Strich unter beide Spalten. Am Ende müsste ein krasses Ungleichgewicht zwischen Kosten und Nutzen zu erkennen sein.

3. Nehmen Sie wieder Ihre Bilanz zur Hand. Überlegen Sie nun in einem zweiten Schritt, wie Sie die Nutzenseite für die Zukunft stärken können.

a) Was hat Ihnen früher Freude gemacht oder würde Ihnen in Zukunft Freude machen? Wählen Sie sich eine der Tätigkeiten aus und planen Sie diese jede Woche ein.

Wichtig ist dabei zu berücksichtigen, dass Sie nach all den Jahren, in denen Sie anders gelebt haben, nicht sofort Lust auf die Tätigkeit verspüren werden.

Im Gegenteil: es werden Ihnen zunächst eine Menge Argumente in den Sinn kommen, warum Sie das nicht tun können. Sie werden sich unwohl fühlen, Angst haben oder ein schlechtes Gewissen.

Sie werden denken: "Ich kann doch nicht einfach tun, was mir Spaß macht, weil noch so viel Arbeit zu erledigen habe." "Was werden wohl die anderen denken, wenn ich plötzlich zur normalen Feierabendzeit nach Hause gehe."  "Ich bin egoistisch, wenn ich an mich denke". "Ich bin völlig außer Training, deshalb kann ich keine Gymnastik machen".

b) Können Sie unangenehme Arbeiten abgeben oder delegieren? Können Sie am Arbeitsplatz mit der Kollegin oder dem Chef über eine Umstrukturierung des Arbeitsplatzes reden? Können Sie zuhause Aufgaben an  Ihren Partner und die Kinder delegieren?

4. Nehmen Sie sich täglich Zeit für die Entspannung. Erlernen Sie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung.

5.  Schlucken Sie Ihre Unzufriedenheit mit dem Arbeitsplatz und Ihrem Leben nicht hinunter. Schreiben Sie Ihre Beschwerden in ein Tagebuch.

6. Gönnen Sie sich am Arbeitsplatz Ihre geregelten Pausen und geregeltes Essen. Gönnen Sie sich zuhause Zeit, in der Sie sich entspannen – und nicht erst, wenn alles getan ist, was Sie glauben, erledigen zu müssen.

7. Überprüfen Sie Ihr Leben auf unrealistische Erwartungen, die Sie an sich stellen. Solche Einstellungen könnten z.B. lauten: "Ich brauche von allen Menschen, die mir wichtig sind, immer Wertschätzung und Achtung" und "Ich muß in allen mir wichtigen Bereichen stets kompetent und erfolgreich sein, sonst kann ich mich nicht achten."

Diese irrationalen Grundeinstellungen können die Ursache für das Burnout-Syndrom darstellen. Sie müssen diese Einstellungen korrigieren, um aus Ihrer Erschöpfung herauszukommen.

Sie können es nicht jedem recht machen und Sie sind nicht für alles verantwortlich. Sie brauchen sich nicht um alles zu kümmern, sondern können auch Aufgaben abgeben. Wenn Sie ins Krankenhaus müßten, würde es auch ohne Sie gehen. Sie werden wie jeder Mensch ab und zu Fehler machen.

Sie können andere Menschen nicht ändern. Wenn Sie nicht zurückbekommen, was Sie gerne möchten, müssen Sie etwas in Ihrem Leben verändern, damit die Rechnung wieder stimmt. Wenn der andere enttäuscht oder verärgert ist, weil Sie Ihr Verhalten geändert haben, dann ist das nicht Ihre Schuld.

Wenn er sich auf Kosten von Ihnen ein bequemes Leben macht, brauchen Sie auf seine Gefühle keine Rücksicht zu nehmen. Sie haben alles getan, ihm gesagt, was Sie sich von ihm wünschen, jetzt bleibt für Sie nur noch die Möglichkeit, Ihr eigenes Verhalten zu ändern.

8. Überprüfen Sie, ob Sie am Feierabend wirklich jede Einladung annehmen müssen, ob Sie jede Veranstaltung in Ihrer Stadt besuchen müssen, die interessant sein könnte. Im Augenblick ist alles angesagt, was Ihrer Seele und Ihrem Körper gut tut.

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Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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