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Bulimie - Ess-Brech-Sucht

Die Ess-Brech-Sucht wird auch als Bulimia nervosa oder Bulimie bezeichnet.

Überwiegend junge Frauen sind davon betroffen. Sie sind meist normalgewichtig, nehmen sich aber als zu dick wahr.

Wenn wir unter einer Bulimie leiden, dann kreisen unsere Gedanken im Alltag - ähnlich wie bei der Magersucht - um unser Gewicht.

Wir halten uns für zu dick und haben panische Angst, noch dicker zu werden. Wir versuchen mit allen Mitteln zu vermeiden, dass wir zunehmen, sondern wollen abzunehmen:

Dadurch, dass unsere Gedanken immer ums Essen kreisen, (was wir essen dürfen und was wir vermeiden sollten), und uns die normale Nahrungsaufnahme verbieten, entwickeln wir einen Heißhunger, der in wiederkehrenden Fressattacken(mindestens zweimal pro Woche) endet.

Bei diesen Attacken essen wir in kurzer Zeit sehr große Mengen an Nahrungsmitteln, die wir dann durch Erbrechen oder Abführmittel möglichst schnell wieder aus unserem Körper befördern wollen.

Um uns das Erbrechen zu erleichtern, suchen wir manchmal die Nahrungsmittel, die wir während eines Fressanfalls essen, bewusst nach Konsistenz und Reihenfolge der Aufnahme aus.

Manchmal haben wir aber auch das Gefühl, keine Kontrolle über uns zu haben. Nach dem Ess-Brech-Anfall schämen wir uns manchmal für unsere Zügellosigkeit und fehlende Willenskraft.

Das ständige Erbrechen kann den Körper massiv schädigen und zu lebensgefährlichen Veränderungen führen: Entzündungen der Speiseröhre, Schädigung der Zähne durch die Magensäure, Störungen des Elektrolyt-Haushaltes und daraus resultierende Herz-Rhythmusstörungen.

Eine Bulimie ist eine Essstörung, die Ausdruck psychischer Probleme ist. Deshalb ist eine frühzeitige psychotherapeutische Behandlung dringend anzuraten.

In einer ambulanten oder stationären Psychotherapie lernen Betroffene, die seelischen Ursachen für ihre Erkrankung zu erkennen und neue Möglichkeiten, ihre Probleme zu lösen, zu finden.

Sie lernen, dass Essen kein Feind ist, sondern sie mit ihm genießerisch umgehen können.


Eine Leserfrage
Meine Freundin steckt sich nach dem Essen den Finger in den Hals. Meine Freundin (25 Jahre) hatte schon immer Angst, zu dick zu werden. Bei einem Fest habe ich entdeckt, daß sie nach dem Essen erbricht. Sie sagt, sie mache das schon seit 5 Jahren und könne nicht mehr damit aufhören. Wie kann ich ihr helfen?

Ihre Freundin leidet unter einer Bulimie. Menschen, die unter einer Bulimie leiden, stellen meist sehr hohe Anforderungen an sich selbst und leiden unter starken Minderwertigkeitsgefühlen.

Sie haben Schwierigkeiten, ihre Gefühle insbesondere ihren Ärger auszudrücken und ihre Bedürfnisse durchzusetzen.

Immer wenn sie sich traurig, ängstlich, angespannt oder ärgerlich fühlen, schlingen sie in einem Fressanfall alles in sich hinein.

Die Angst, dick zu werden, treibt sie dann dazu, sich den Finger in den Hals zu stecken, um die aufgenommene Nahrung wieder loszuwerden.

Nach dem Fressanfall nehmen sie sich vor, noch weniger zu essen und sich noch mehr zu kontrollieren.

So kommen sie immer mehr in einen Teufelskreis hinein und können schließlich gar nicht mehr unbeschwert mit der Nahrung umgehen.

Das selbst herbeigeführte Erbrechen führt mit der Zeit zu starken körperlichen Schädigungen.

Als Außenstehende können Sie wenig für Ihre Freundin tun. Sie braucht dringend psychotherapeutische Hilfe.

Machen Sie Ihre Freundin auf die Selbsthilfegruppe Anad aufmerksam.


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Autorin des Beitrags:

Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf ist Expertin für:

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