Magersucht (Anorexie)

Die Magersucht oder Anorexia nervosa ist eine seelisch bedingte Essstörung.

Das Körpergewicht liegt mindestens 15 Prozent unter dem normalen oder dem für das Alter und die Körpergröße angemessenen Gewicht.

Am häufigsten tritt die Magersucht bei heranwachsenden Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen 14 und 20 Jahren auf.

Nur etwa 5 bis 10% der Magersüchtigen sind männlich. Oft steht zu Beginn eine Diät.

Wenn Menschen unter einer Anorexie leiden, dann besteht der Alltag darin, sich mit der Vermeidung von Gewichtszunahme bzw. mit dem Abnehmen zu befassen.

Magersüchtige sind Experten in Ernährungsfragen, wissen genau über Nährwert der Nahrungsmittel Bescheid und vermeiden "fett machende" Lebensmittel.

Betroffene sehen sich selbst als dick und leben in der ständigen Angst, zuzunehmen.

Magersüchtige treiben exzessiv täglich Sport und setzen Erbrechen, Abführmittel, Appetitzügler und Entwässerungsmittel ein, um die Gewichtsabnahme zu beschleunigen oder das Gewicht auf niedrigem Niveau zu halten.

Diese selbst gewählte Askese erfüllt mit Stolz und stärkt das Selbstwertgefühl.

Magersüchtige können oft erst in einer Psychotherapie erkennen, dass sie mit diesem Verhalten ihrem Körper schaden und die reduzierte Nahrungszufuhr kein geeigneter Weg ist, ihre Gefühle zu steuern und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

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Körperliche Folgen der Anorexie

Durch die Unterernährung kommt es zu körperlichen Veränderungen.

Bei Frauen kommt es zum Ausbleiben der monatlichen Blutung, bei Männern zum Nachlassen sexuellen Verlangens und Potenzverlust.

Auswirkungen kann die Magersucht außerdem auf das Kreislaufsystem, die Zusammensetzung des Blutes, die Knochendichte und die Zähne haben.

Schwindel, ständiges Frieren, Hauttrockenhaut, Ohnmachtsanfälle und ein Wachstumsstopp können auftreten.

Die Magersucht kann schließlich bei etwa 10 Prozent der Betroffenen zum Tode führen.

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Ursachen der Magersucht

Die Wissenschaft geht davon aus, dass erbliche Komponenten und Lernerfahrungen eine Rolle spielen.

Kritische Kommentare über das Gewicht und die Schönheitsideale, die von der Gesellschaft und den Medien vertreten werden, können den Impuls zu einer ersten Diät geben und den Kreislauf beginnen.

Auch ein geringes Selbstwertgefühl, perfektionistische Forderungen, sexueller Missbrauch, ein emotionales Trauma, und Eltern, die zu viel erwarten und wenig unterstützen, können mitbeteiligt sein.

Die Magersucht gibt Betroffenen ein Gefühl der Sicherheit, Macht und Kontrolle. Sie hilft, unangenehme Gefühle zu unterdrücken.

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Behandlung der Magersucht

In der Behandlung der Magersucht - meist in einer psychosomatischen Klinik oder psychotherapeutischen Abteilung einer Klinik - kommen Familientherapie und Verhaltenstherapie zum Einsatz.

Die Behandlung der Magersucht gleicht dem Entzug von einer Droge: Sportentzug, Leistungsentzug, Adrenalinentzug.

Betroffene haben Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, sind ständig müde, Kopfschmerzen, innere Unruhe, ...

Das nachfolgende Video verdeutlicht, dass es sich bei der Magersucht um eine Störung der Körperwahrnehmung handelt.

Und es macht klar, dass dem Magersüchtigen nicht geholfen ist, wenn man ihm sagt, er sei spindeldürr und müsse zunehmen.

Durch seine falsche Körperwahrnehmung kann der Magersüchtige solche Worte nicht verstehen und annehmen.

Mehr zum Thema Magersucht

Magersucht - Anorexie - Informationen von Betroffenen für Betroffene

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Hilfe zur Selbsthilfe bei Magersucht

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Autorin des Beitrags:

Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf ist Expertin für:

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