Hilfe bei Weihnachtsstress

Weihnachten ohne Stress - Tipps wie Sie Weihnachtsstress vermeiden und die Feiertage stressfreier gestalten können. Lustiges Video von Loriot.

Hilfe bei Weihnachtsstress

Weihnachten gilt als Fest der Liebe. In vielen Familien kommt es jedoch zu Streitereien und Konflikten, weil alle durch die Vorbereitungen und den Erwartungsdruck genervt und gestresst sind.

Wenn es Ihnen wie vielen Menschen geht, dann sehen Sie Weihnachten mit Bangen und vielleicht sogar Angst und Grauen entgegen.

So lange Sie sich erinnern können, endete das Fest immer mit Enttäuschung, Streit und Verbitterung.

Obwohl Sie sich immer so viel Mühe geben, es jedem recht zu machen und eine friedliche und harmonische Stimmung zu zaubern, konnten Sie Streit und Nörgeleien unter Ihren Lieben nicht vermeiden.

Ihre Mutter nörgelt an der Weihnachtsgans, Ihr Partner macht sich Luft, indem er die Haustür krachend ins Schloß fallen läßt, die Kinder wollten den Heiligabend ohnehin nicht "wie Spießer" mit Ihnen verbringen, der Enkelsohn mault, weil Sie ihm nicht das richtige Computerspiel geschenkt haben, die Enkeltochter weigert sich beharrlich, zur Christmette mitzugehen.

Gründe genug, uns ein paar Gedanken zum Weihnachtsfest zu machen.

Warum Weihnachten häufig mit Streit endet

Angeblich leiden die meisten Menschen unter Weihnachten, weil sie die Feiertage als extrem stressig erleben. Das beginnt schon in der Vorweihnachtszeit.

Männer geraten in Stress, weil sie sich mit der Geschenkesuche schwertun, Frauen setzen sich unter Druck, weil sie alles so planen und organisieren wollen, dass es ein harmonisches Weihnachtsfest wird und alle stehen unter Zeitdruck, weil Weihnachten mal wieder so unerwartet schnell vor der Tür steht.

Folge des Stress: viele Familien streiten sich schon vor Weihnachten, nämlich über das eigentliche Weihnachtsfest.

Viele unterschiedliche Punkte tragen zu den Konflikten, zu Wut und Enttäuschung bei:

  • Wir verbinden mit dem Weihnachtsfest übergroße romantische Erwartungen: Es schneit, wir sitzen heimelig mit unseren Lieben im Kerzenschein zusammen, erfüllt von Liebe und Geborgenheit. Wenn es dann nicht so kommt, sind wir enttäuscht, zweifeln an uns selbst oder geben unseren Angehörigen die Schuld.
  • Die Tage vor Weihnachten sind mit Hektik angefüllt: Plätzchen backen, Geschenke suchen und verpacken, für das Festessen einkaufen, den Christbaum schmücken, Weihnachtskarten schreiben, die Wohnung auf Vordermann bringen, u.v.m.

    So sind wir bereits ziehmlich ausgelaugt und laufen mit strapazierten Nerven in die Endrunde ein. Dies führt dazu, dass wir gereizt sind, schon kleinste Andeutungen als herbe Kritik auffassen und wenig Geduld bezüglich der Macken unserer Lieben haben.
  • Wir laden aus einem Pflichtgefühl heraus Familienangehörige ein, die wir nicht allzu gut leiden können. Im Laufe des Abends kommen die alten Streitpunkte wieder aufs Tapet. Die Schwiegermutter nervt mit ihrem Jammern über die Nachbarn, der Schwager raucht, obwohl wir dies absolut nicht ertragen können, die Schwägerin brüstet sich mit ihren ach so wohlgeratenen Kindern.
  • Wir sind plötzlich aus unserem Alltag herausgerissen und werden einen ganzen Abend lang mit sämtlichen Familienmitgliedern auf einmal konfrontiert. Wir sind es nicht gewöhnt, zusammen einfach nur glücklich zu sein und den Abend zu genießen.
  • Wir haben eine ganz bestimmte Vorstellung, was wir unseren Angehörigen anbieten wollen, und übersehen dabei deren Bedürfnisse. Beispielsweise überhäufen wir sie mit einem üppigen Essen "Und noch einen Teller bitte. Das habe ich doch extra für euch gekocht".
  • Wir machen uns ununterbrochen in der Küche zu schaffen, während unsere Kindern es sich gemütlich im Wohnzimmer machen, und hadern damit, dass uns niemand hilft. Ganz vorsichtig geäußerte Vorwürfe veranlassen unsere Kinder lediglich zu der Reaktion: "Du bist doch selbst schuld, wenn du so viel machst. Für uns wäre das nicht nötig".
  • Wir wollen das Zusammensein nutzen und endlich ganz viel von unseren Kindern über deren Leben, deren Ziele etc. erfahren. Wir sprechen heiße Themen an: "Wann machst du Examen?" "Wann heiratest du?" "Warum läßt du so selten etwas von dir hören?" "Wann kommt denn endlich was Kleines?" "Warum hast du dich von deinem Mann getrennt?" Unsere Kinder wehren sich dagegen, indem sie plötzlich wortkarg werden oder uns über den Mund fahren.
  • Wir lassen uns auf eine Diskussion über die Erziehung der Enkelkinder ein. "Sei doch nicht so streng mit ihnen" oder aber "Zu unserer Zeit hätte es das nicht gegeben!"
  • Seit langer Zeit treffen unsere Kinder mal wieder aufeinander. Alte Geschwisterrivalitäten treten auf, wer der Mutter immer helfen musste, wer vom Vater vorgezogen wurde ....
  • Der Alkohol fördert die Streitbereitschaft, indem er die Zungen lockerer macht.

7 Tipps, wie Sie Weihnachtsstress vermeiden und eine friedliche Stimmung fördern können

TIPP 1:    Sprechen Sie bereits lange vor dem Fest mit den Angehörigen ab, wie sich jeder das Fest vorstellt.

Teilen Sie ein, wer wofür zu welchem Zeitpunkt zuständig ist und delegieren Sie Aufgaben an andere.

Wer kauft den Christbaum und schmückt ihn? Wer ist für das Dessert, wer für den Hauptgang zuständig? Wer besorgt die Getränke?

Womöglich gibt es Diskussionen und Kompromisse müssen gefunden werden.

Besser jedoch, es gibt bei der Planung Auseinandersetzungen, als am Fest.

TIPP 2:   Erlauben Sie sich, aus Traditionen auszubrechen. Wenn niemand bereit ist, Sie in Ihren Vorbereitungen zu unterstützen, dann gibt es eben nur ein kaltes Buffet (zu dem jeder etwas beisteuern kann).

TIPP 3:   Lassen Sie Freiräume. Wer überhaupt nicht zum Fest kommen möchte, den sollten Sie nicht zwingen.

Er verdirbt Ihnen nur die Stimmung, wenn er an Heiligabend muffig und widerwillig unterm Christbaum sitzt.

TIPP 4:   Überlegen Sie, ob Sie wirklich alle Angehörige zum gleichen Zeitpunkt einladen wollen.

Wenn zwei sich absolut nicht vertragen, sollte man sich getrennt mit ihnen treffen.

TIPP 5: Nehmen Sie nicht gerade Weihnachten zum Anlass, um ernsthafte Grundsatzdiskussionen mit Ihren Angehörigen zu führen.

Sollte sich dennoch eine Diskussion ergeben, dann üben Sie sich in Toleranz. Lassen Sie dem anderen seine Sichtweise.

Sie haben das Recht, dieser nicht zuzustimmen. "Ach, so siehst du das. Ich denke da anders".

TIPP 6: Überlegen Sie sich, welche Aktivitäten Sie an Weihnachten anbieten könnten: spielen, spazierengehen, etwas vorlesen.

Tatenloses Herumsitzen fördert nur die Unzufriedenheit.

TIPP 7: Erlauben Sie den Gästen, sich auch mal zwischendurch zu einem Spaziergang "abzuseilen".

Leserfrage zu Weihnachten in der Familie:

Weihnachten steht vor der Tür und mir graut schon davor. Ich stehe tagelang zuvor alleine vorbereitend in der Küche. Meine Schwiegereltern erwarten selbstverständlich, dass sie zu einem Festessen eingeladen werden. Meine Mutter wird wieder an meiner Weihnachtsgans nörgeln. Meinem Mann wird es irgendwann zu bunt und er zieht sich in den Hobbykeller zurück. Am liebsten würde ich mit meinem Mann ganz gemütlich alleine feiern. Darf ich mir das erlauben?

Ich habe geantwortet:

Gewöhnlich verbinden wir mit Weihnachten große romantische Erwartungen.

Wir wünschen uns intensive Gespräche mit unseren Angehörigen, Harmonie, Genuss und eine allgemeine Zufriedenheit.

Gleichzeitig steht Weihnachten aber auf der Stress-Skala sehr weit oben. Besonders wir Frauen sind darum bemüht, es jedem Recht zu machen, die unterschiedlichsten Erwartungen zu erfüllen und unsere eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. 

Doch Sie sind nun an dem Punkt angelangt, an dem Sie die Weihnachtsrituale in Frage stellen. Die Frage, ob Sie dies tun dürfen, hilft da nicht weiter.

Dahinter verbirgt sich die Angst, dass Ihre Familienangehörigen verletzt und enttäuscht sein könnten.

Diese Angst ist nicht ganz unberechtigt, denn Ihre Angehörigen wollen wohl eher alles beim Alten belassen, als etwas Neues ausprobieren.

Vielleicht wäre eine schrittweise Veränderung für sie leichter zu verkraften. Sie könnten z.B. Ihre Vorbereitungen reduzieren.

Hierzu besprechen Sie am besten lange vor dem Fest mit den Angehörigen, dass jeder einen Teil der Vorbreitungen übernehmen sollte oder es sonst nur ein kaltes Buffet geben wird.

Sie könnten auch gemeinsame Spiele oder einen Spaziergang einplanen, um mal einen anderen Ablauf zu haben.

Wenn Sie wirklich einen radikalen Schnitt machen und mit Ihrem Mann alleine feiern möchten, dann könnten Sie Ihren Angehörigen anbieten, sich z.B. schon an einem Adventssonntag oder an Sylvester zu treffen.

Vermitteln Sie ihnen, dass Sie sich einfach mal ein kuscheliges Weihnachten nur mit Ihrem Mann wünschen, sie aber dennoch mögen.

Advent ist ...

A annehmen, auch den, der dir nicht passt.

D da sein füreinander.

V vertrauen, dass alles gut wird.

E erkennen, was wichtig ist, und das Unwichtige loslassen

N neu beginnen, auch wenn du gestern gescheitert bist.

T tragen helfen denen, die deine Hilfe benötigen.

Frohe und besinnliche Weihnachten.

Wie hilfreich war der Beitrag für Sie?

0 Sterne (0 Leserurteile)

Psychotests

Psychotest Belastbarkeits (Resilienz): Wie belastbar sind Sie? Und wie gut können Sie mit Problemen und Belastungen umgehen? Dieser Test gibt Auskunft.

Fühlen Sie sich öfter ausgebrannt, leer und erschöpft? Dann könnten Sie unter einem Burnout leiden. Dieser Psychotest Burnout gibt Ihnen Klarheit.

mehr laden

Empfehlungen der Redaktion

Adrenalin wird in Stresssituationen etwa bei Angst ausgeschüttet. Informationen welche Auswirkungen es auf unseren Körper hat und was es bewirkt

Behandlung des Burnout-Syndroms: Finden Sie im folgenden Beitrag Hilfestellungen, um einem Burnout vorzubeugen und einen Burnout abzubauen, und Tipps für die Burnout-Prävention.

mehr laden

Ihr Kommentar

Hinterlassen Sie einen Kommentar und helfen anderen mit Ihrer Erfahrung.

Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen:

Inhalt des Beitrags   
Inhalt des Beitrags 
 Warum Weihnachten häufig mit Streit endet
 7 Tipps, wie Sie Weihnachtsstress vermeiden und eine friedliche Stimmung fördern können
 Advent ist ...
 Weitere Beiträge