Unselbständigkeit

Ob wir selbständig oder unselbständig sind, hängt mit den Erfahrungen in unserer Kindheit zusammen. Dieser ABC-Beitrag erklärt, woher die Unselbstständigkeit kommt und wie du sie erkennst.

Unselbständigkeit

Unselbstständigkeit oder Abhängigkeit bedeuten, dass wir auf andere Personen angewiesen sind. Der Begriff Abhängigkeit wird auch in Verbindung mit Sucht verwendet. In diesem Zusammenhang wird zwischen seelischer und körperlicher Abhängigkeit unterschieden.

Eine extreme Form der Abhängigkeit besteht, wenn wir geboren werden. Wir können nicht überleben ohne die Fürsorge anderer Menschen. Wir benötigen die Hilfe unserer Eltern, um uns körperlich und seelisch gesund zu entwickeln. Schrittweise werden wir, wenn wir gesund sind und die entsprechende Förderung bekommen, unabhängiger von der Unterstützung unserer Eltern oder Bezugspersonen.

Wenn unsere Eltern uns zu sehr beschützen und behüten, besteht die Gefahr, dass wir unselbstständig bleiben. Wir begegnen der Welt mit Angst und trauen uns nichts zu. Mehr dazu im Beitrag Selbstvertrauen in Kindern stärken. Als Erwachsene bleiben wir dann im Elternhaus oder suchen uns eine Partnerin oder einen Partner, die oder der die Verantwortung für uns übernimmt.

Die Folge ist, dass wir immer Angst haben müssen, die Unterstützung der anderen Personen zu verlieren. Wir sind bereit, der Zuwendung wegen auf die Erfüllung unserer Bedürfnisse zu verzichten. Einerseits ziehen wir also einen Gewinn aus unserer Unselbständigkeit: Wir bekommen Unangenehmes abgenommen und müssen keine Verantwortung übernehmen. Andererseits verlieren wir durch unsere Unselbstständigkeit aber auch vieles: Wir haben Minderwertigkeitsgefühle, Verlustangst und sind auf das Wohlwollen anderer angewiesen.

Selbst wenn wir als Erwachsene jahrzehntelang selbstständig gelebt haben, können wir durch eine Krankheit und den Alterungsprozess erneut in die Abhängigkeit von anderen gelangen. Dann stehen wir vor der schwierigen Aufgabe, diese neue Situation zu akzeptieren.

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