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Warum manche Menschen sehr sensibel und zartbesaitet sind

Seil das abgenutzt ist - Sinnbild für schwache Nerven

Wenn man zartbesaitet und sehr empfindlich ist, dann nimmt man sich vieles sehr zu Herzen. Was kann man gegen schwache Nerven tun? Was sind die Ursachen für große Sensibilität? Antwort darauf gibt mein Beitrag. Bild © sinuswelle - Fotolia

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Vielleicht haben Sie schon mal die Charakterisierung einer Person gehört: "Sie hat es an den Nerven." Oder aber Sie haben sich selbst schon einmal mit den Worten "ich habe schlechte Nerven" beschrieben.

Obwohl es keine Diagnose "schwache oder schlechte Nerven" gibt, wird die Beschreibung im Alltag oft verwendet.

Im Zusammenhang mit schwachen Nerven spricht man auch von zartbesaitet oder sehr sensibel sein.

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Was meinen wir mit der Beschreibung "schwache Nerven"?

Der Begriff "schwache Nerven" bedeutet nicht, dass das Nervensystem nicht in Ordnung ist.

Dieser Begriff wird meist auch nicht verwendet, wenn Betroffene nur in einer momentanen Krise aus dem Gleichgewicht sind.

Mit dem Begriff "schwache Nerven" bezeichen wir eher Menschen, die grundsätzlich sehr sensibel sind, deren Nerven quasi dauerhaft blank liegen.

Manchmal können Betroffene genau beschreiben, wann ihre "schwachen Nerven" begonnen haben - z.B. nach einer Scheidung, einem traumatischen Erlebnis oder Mobbing in der Firma.

Manchmal gab es auch eine schleichende Entwicklung oder die Betroffenen fühlen sich schon immer sensibel und zartbesaitet.

Letztendlich hat jeder seine persönliche Vorstellung davon, was schwache Nerven sind.

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Warum Menschen häufig sehr sensibel sind

Schwache Nerven sind oft auf eine Kombination der folgenden Faktoren zurückzuführen:

Negative Kindheitserfahrungen

Häufig berichten Betroffene von einer schwierigen Kindheit. Z.B. hatten sie Eltern, die sie vernachlässigten oder zu denen sie kein Vertrauen aufbauen konnten.

Sie lernten nicht, mit Problemen und Konflikten umzugehen. Auch sexueller Missbrauch, eine Suchtmittelabhängigkeit, eine psychische Erkrankung eines Elternteils oder eine Scheidung können zu der generellen Empfindsamkeit beigetragen haben.

Andauernde Befürchtungen, die mit Angst und starker Anspannung einhergehen

Betroffene sind quasi stets in einer Hab-Acht-Stellung - immer in der Erwartung, dass etwas Schlimmes passieren könnte, dem sie nicht gewachsen sein könnten.

Ihnen fehlt das Vertrauen in sich und in andere Menschen. Sie kommen schnell aus dem Gleichgewicht, fühlen sich leicht verwundbar und verletzbar wie ein Schmetterling.

Äußerlich können sich die schwachen Nerven dadurch bemerkbar machen, dass Betroffene nah am Wasser gebaut sind, zittern oder ausrasten.

Große Stressbelastung über einen längeren Zeitraum

Betroffene haben meist über einen längeren Zeitraum schwere Belastungen erlebt, die sie als bedrohlich erlebt haben - z.B. eine schwere Erkrankung, Missbrauch, emotionale Erpressung in der Partnerschaft, eine Naturkatastrophe oder ein Schicksalsschlag.

Durch diese Belastungen liegen ihre Nerven quasi blank. Die Belastungen haben zu einer generellen seelischen Schwächung und Sensibilität geführt.

Depressionen und eine Angststörung

Betroffene leiden unter einer Depression oder Angststörung, in deren Rahmen dann der Eindruck entsteht, schwache Nerven zu haben.


schwache-nerven.html

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Geringes Selbstwertgefühl

Betroffene sehen sich als im Vergleich zu anderen als weniger stabil und unfähig, angemessen mit auftretenden Problemen umzugehen.

Diese Einschätzung führt zu Ängsten und Minderwertigkeitsgefühlen, welche dann wiederum Auswirkungen auf ihr Leben haben.

Sie trauen sich weniger zu, nehmen Aufgaben erst gar nicht in Angriff, usw.

Wenig soziale Unterstützung

Betroffene haben ein starkes Bedürfnis, Unterstützung und Ermutigung durch andere zu erhalten.

Gleichzeitig aber haben sie wenige oder keine Freunde, die sie unterstützen können. Partnerschaften brechen oft auseinander.

Ungeeignete Bewältigungsstrategien

Den Betroffenen fehlen Bewältigungsstrategien oder sie beherrschen nur ungeeignete Strategien (wie z.B. Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenkonsum, Kaufsucht, Gewalt, Flucht, Meidung, Rückzug), um anstehende Probleme zu bewältigen und Stress abzubauen.

Häufung von Alltagsbelastungen und Konflikten

Betroffene haben aufgrund ihrer eingeschränkten Bewältigungsstrategien Probleme mit den Finanzen, im Job, mit den Kinder, Partnern, Angehörigen, usw.

Diese führen dann wiederum dazu, dass sie sich überfordert oder zu schwach fühlen.

Gleichgültig, welche Ursachen sich hinter schwachen Nerven verbergen, wir können Bewältigungsstrategien erlernen und so dickhäutiger und weniger sensibel werden.

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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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