Keine Selbstachtung? Bereits 300.000 Leser vertrauten diesem Ratgeber >>

Burnout Syndrom - Ursachen und Symptome

© Autor: Dr. Rolf Merkle, Psychotherapeut

An Burnout Erkrankte leiden unter einer starken geistigen, körperlichen und seelischen Erschöpfung. Das Burnout Syndrom ist als Berufskrankheit nicht anerkannt.

Burnout ist keine reine Managerkrankheit. Besonders vom Burnout bedroht sind Krankenschwestern, Altenpfleger, Lehrer, Sportler, Seelsorger und pflegende Angehörige, die sich für ein Familienmitglied über Jahre hinweg aufopfern.

Die Betroffenen wollen anderen helfen. Sie geben viel in ihrer Arbeit. Sie leiden aber darunter, für ihren Einsatz zu wenig Anerkennung, Lob und Bestätigung zu bekommen.

Ebenfalls gefährdet, an Burnout zu erkranken, sind Menschen, die sich in erster Linie über ihre Arbeit definieren und andere Werte, wie Familie und Freizeitgestaltung, als nebensächlich betrachten.

Ihnen fehlt der notwendige Ausgleich zu ihrer Stressbelastung, dem Frust und den Problemen, die sie am Arbeitsplatz erleben.

Das Gefährliche am Burnout ist, dass sich diese Erkrankung - wie eine Alkoholerkrankung - schleichend und in Phasen entwickelt.

Die Betroffenen gelangen erst nach Jahren der Überarbeitung an den Punkt, wo nichts mehr geht, der Akku leer ist und sie total erschöpft und ausgelaugt sind.

Es fehlt die Kraft zum leben. Der Wille, zu arbeiten, ist vielleicht noch da, Körper, Psyche und Geist versagen jedoch ihren Dienst.

Man fühlt sich so, als habe einem jemand den Stecker gezogen - alle Energie ist dahin.

Schauen wir uns die Symptome des Ausgebranntseins an.

Burnout Symptome - woran erkennt man einen Burnout?

Die häufigsten Anzeichen für einen Burnout sind:

Typisch für die Diagnose eines Burnout ist auch der Rückzug von Kollegen, Kunden, Freunden und Bekannten.

Nach harter geistiger oder körperlicher Arbeit erschöpft zu sein, ist ganz normal. Entspannung am Abend oder Urlaub schaffen hier Abhilfe.

Wer ausgebrannt ist, dem hilft ein Urlaub nicht, der kann keinen Gang zurückschalten.

Die Symptome eines Burnout sind denen einer Depression zum Verwechseln ähnlich. Deshalb sagen manche Experten, beim Ausgebranntsein handle es sich um eine Depression.

Bevor wir uns mit den Ursachen des Ausgebranntseins befassen, möchten Sie vielleicht wissen, ob Sie burnout-gefährdet sind oder bereits unter Burnout leiden. Auskunft darüber geben Ihnen diese Tests.

Burnout Risiko Test
Burnout Test
Stress Test

Das Burnout Syndrom schleicht sich langsam ein

Zunächst haben wir den Eindruck, zu wenig Zeit für uns zu haben und immer am Ball bleiben zu müssen.

Man lädt sich eine Arbeit und Verpflichtung nach der anderen auf, hat zwar Erfolge, ist aber trotzdem mehr und mehr mit seinem Leben und seiner Arbeitssituation unzufrieden.

Das Hamsterrad ist keine Karriereleiter.

Erschöpfung im Hamsterrad

Zum Burnout kommt es, wenn man das Gefühl hat, in einem Hamsterrad zu sein, nur noch zu funktionieren und zu wenig für den Einsatz zurück zu bekommen. Bild © Schwarwel - Fotolia.com

Dann kommen chronische Müdigkeit, Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, Ärger, Angstgefühle bis hin zu Panikattacken, Schlafstörungen und depressive Erschöpfungszustände hinzu.

Das Engagement lässt nach, Reizbarkeit bis hin zu Aggression kommen auf, man hat das Gefühl, ausgeliefert zu sein und nichts mehr auf die Reihe zu bekommen.

Man fühlt sich innerlich leer, stellt die Frage nach dem Sinn der Tätigkeit und des Lebens, leidet und fühlt sich ausgebrannt.

Wir fühlen uns unverstanden von Freunden, dem Partner und den Kollegen und ziehen uns von diesen mehr und mehr zurück. Selbstzweifel tauchen auf, sowie körperliche Beschwerden.

Hobbys werden aufgegeben und oft kommt Alkohol ins Spiel, um abschalten zu können. Oder es werden Aufputschmittel genommen, um trotz der Erschöpfung geistig und körperlich den beruflichen Anforderungen gewachsen zu sein.

Dem Gefühl der inneren Leere versuchen Burnout-Betroffene manchmal dadurch zu begegnen, dass sie exzessiv einkaufen gehen.

Burnout Ursachen - Burnout Fallen

Burnout entsteht, wenn Betroffene nicht mit dem Termin- und Leistungsdruck zurechtkommen, sei es, weil sie sich selbst für ihre Tätigkeiten und Termine zu enge zeitliche Rahmen setzen, weil von "oben" Druck gemacht wird oder Kunden und Klienten sie ständig fordern.

Sie fühlen sich von anderen gehetzt und gestresst und tun sich schwer, den Anforderungen gerecht zu werden.

Dadurch haben Betroffene mehr und mehr den Eindruck, in ihrer Arbeit fremdbestimmt zu sein, d.h. sie haben das Gefühl, keine Kontrolle mehr über das zu haben, was sie tun und wann sie es tun.

Sie fühlen sich wie eine Marionette, an deren Fäden andere ständig ziehen und zerren. Unzufriedenheit macht sich breit, gleichzeitig aber sehen die Betroffenen keine Möglichkeit, etwas an ihrer Situation zu ändern.

Sie fühlen sich anderen und den vermeintlichen oder tatsächlichen Zwängen ausgeliefert.

Die Entwicklung des Burnout wird durch Persönlichkeitsfaktoren begünstigt und verstärkt. Persönlichkeitsfaktoren spielen eine große Rolle bei der Entstehung des Ausgebranntseins.

Die 5 häufigsten Persönlichkeitsfaktoren, die einen Burnout begünstigen

Perfektionismus

Menschen, die sehr hohe Anforderungen an sich stellen, alles perfekt machen wollen und sich (übertrieben) hohe Ziele setzen, egal ob im Beruf, im Privaten, im Hobby oder in der Liebe.

Sie wollen die Welt umkrempeln, Märtyrer spielen und stellen unrealistisch hohe Anforderungen an sich und ihr Umfeld.

Sie wollen stets Höchstleistungen vollbringen und erlauben sich nicht, Fehler machen zu dürfen.

Wenn sie bemerken, dass von anderen keine Anerkennung zurückkommt oder dass sie ihre Ziele nicht immer und überall erreichen können, sind sie (von sich) enttäuscht, strengen sich vielleicht noch mehr an und ihr Akku läuft langsam leer.

Je mehr ihr Akku leerläuft, umso mehr strengen sie sich an und umso wahrscheinlicher kommt es zu einer Überbelastung und einem Burnout.

Irgendwann ist der Leistungswille noch da, aber Körper und Geist verweigern die Mitarbeit.

Ehrgeiz

Menschen mit sehr großem Ehrgeiz sind insbesondere dann gefährdet, an Burnout zu erkranken, wenn der Motor für ihren Ehrgeiz das Gefühl ist, nicht gut genug zu sein, d.h. sie unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden.

Sie müssen sich und anderen durch ihre Leistung immer wieder aufs Neue beweisen, dass sie "wer" sind und können keine Rücksicht nehmen auf ihren Körper.

Da aber kein noch so großer Erfolg ihr Selbstwertgefühl auf Dauer ernähren kann, hetzen sie von einer Herausforderung zur nächsten, kommen nicht zur Ruhe, fühlen sich ständig gehetzt und sind voller Unruhe.

Helfersyndrom

Menschen mit einem ausgeprägten Helfersyndrom verschleißen sich, da sie für alle und jeden ein offenes Ohr haben, für andere immer da sind und so sich mehr zumuten, als es ihre Kräfte erlauben.

Menschen mit einem Helfersyndrom findet man oft in sozialen Bereichen und im Gesundheitswesen.

Ihre scheinbare Aufopferung rührt daher, dass sie durch ihr Helfen ihr Selbstwertgefühl nähren wollen. Wenn sie anderen helfen, fühlen sie sich wichtig und gebraucht.

Nicht Nein sagen können

Menschen, die sich schwertun, anderen etwas abzuschlagen, denen es am Selbstbewusstsein mangelt, Grenzen zu setzen, die es allen immer recht machen wollen, die Angst haben vor Konflikten, sind burnout-gefährdet.

Sie erleben sich als Spielball ihrer Mitmenschen und fühlen sich oft ausgenutzt. Und sie fühlen sich leicht überfordert, da sie es allen Recht machen wollen, was ihnen natürlich nicht gelingt.

Frauen sind besonders gefährdet, weil sie - mehr als Männer - dazu neigen, nach Harmonie zu streben und sich deshalb schwertun, Nein zu sagen und Grenzen zu setzen.

Mangelnde Stressbewältigungsstrategien

Druck aushalten kann nur, wer innerlich stark ist und über entsprechende Strategien verfügt, mit dem Leistungsdruck umzugehen. Hierzu gehören z.B.

In hohem Maße gefährdet, an Burnout zu erkranken, sind Angestellte, die das Gefühl haben, für die Vorgesetzten nur noch Spielball zu sein, die den Eindruck haben, der Arbeit ausgeliefert zu sein und sich wie ein Hamster im Rad zu drehen, ohne daran etwas ändern zu können.


Burnout.html

Wie finden Sie diesen Artikel?

star rating4.5 stars 4.5 Sterne (6331 Leserurteile)





Was tun, wenn Sie unter einem Burnout leiden?

Mehr dazu in Burnout Behandlung. Das Gegenstück zum Burnout ist der Boreout.


Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben und ihren Problemen klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

Lust auf positive Impulse? Dann holen Sie sich meinen Newsletter.

newsletter abonnieren


Ihnen gefällt mein Beitrag? Dann teilen Sie ihn auf teilen auf facebook Facebook. Danke!

Wie kam es bei Ihnen zu einem Burnout?

Hinterlassen Sie einen Kommentar und teilen Ihre Erfahrung mit anderen.

Ihr Name
Ihr Kommentar
maximal 1500
Zeichen!
Zur Spam-
vermeidung Zahl
eingeben
captcha

  1. Leserkommentar Lisa schreibt am 27.09.2016, 23.30 Uhr

    Habe Vollzeit gearbeitet und nebenberuflich abends nach dem Job studiert. Wie die Gesellschaft das eben so von einem verlangt. "Nur" mit einer Ausbildung kommst du nicht weit. Jetzt, da es vorbei ist, merke ich, dass ich am Ende bin. Habe mich darauf gefreut im Job wieder 100% geben zu können, bin aber ausgelaugt. Konzentration=0, mein Kurzzeitgedächtnis ist wie weggeblasen, ich vergesse alles. Stelle Menschen fragen, die sie mir vor 5 Minuten beantwortet haben. Seit Monaten schlafe ich nicht ein oder durch, stehe auf und denke über den Sinn meines Daseins nach. Was macht mich eigentlich glücklich? Ständige Rückenbeschwerden und Schwindelattacken kommen noch hinzu. Wie konnte ich 3,5 Jahre nebenberufliches Studium überstehen und bin jetzt, wo es vorbei ist und ich doch endlich mein Leben genießen könnte, so kaputt?

  2. Leserkommentar Einem Gast schreibt am 28.08.2016, 23.26 Uhr

    Ich bin 16 Jahre alt und bei mir treffen 5 von 5 Punkten zu, ich hatte eine schwierige Kindheit, und kann andere nicht unzufrieden sehen. Jetzt hab ich eine genauere Vorstellung meiner Probleme, aber ich werde das schon irgendwie bewältigen ;)

  3. Leserkommentar Gretchen schreibt am 22.08.2016, 22.17 Uhr

    Bornout Ja oder Nein? Seit Wochen/Monaten kämpfe ich mit Müdigkeit uns doch finde ich nicht in den Schlaf. Mit Traurigkeit und Tränen. Mit dem Gefühl an die Decke zu gehen, mich stört vieles. Fühle mich ungerecht behandelt. Fühle mich leer und hilflos. Kann mich schlecht konzentrieren. Muss mir vieles durch nacharbeiten hart erarbeiten. Es passieren Fehler, vergesse Dinge. Kurzzeitgedächtnis klappt mir weg. Hab das Gefühl ich stehe neben mir. Am wohlsten fühle ich mich noch, wenn ich irgendwie allein sein kann. Besuche egal ob bei uns oder bei anderen kosten mir viel Kraft und Mut. Danach bin ich total erledigt.

  4. Leserkommentar Rosi schreibt am 21.08.2016, 16.50 Uhr

    Da man burnout ohnehin an sich zweifelt, verstärken die Punkte unter dem Kapitel "Mangelnde Stress ewältigungsstrategien" die Zweifel um so mehr. Nach dem Mot ich wusste ja dass ich ein schlechtes Zeitmanagement, wenig Organisationstalent usw. habe. Mir hat der Artikel nicht gut getan...

  5. Leserkommentar Ruth schreibt am 16.08.2016, 16.22 Uhr

    Die Diagnose ist nicht gestellt, weil ich mich gar nicht erst traue einen Arzt aufzusuchen. Aus Angst, dass ich aus dem Verkehr gezogen werde. Aus Angst, nicht mehr für meine drei Kinder da sein zu können, habe Angst, dass wer in dieser Wunde bohrt, ich nicht mehr aufhören kann zu weinen....ich habe das Gefühl nur noch durch den Tag zu laufen....in der Nacht finde ich keine Ruhe mehr....ich bin ganztägig berufstätig, alleinerziehende Mutter von drei ganz lieben Kindern....seit 18 Jahren. Ich kann und darf nicht schlapp machen. meine drei Lieben sind alle in der Ausbildung bzw. im Studium. Ich muss es schaffen, sie dadurch zu bekommen. Koste es was es wolle. Ich habe das Gefühl zu laufen und zu laufen...vor mir ein langer Tunnel...ich muss noch schneller laufen! und wenn ich dann doch mal Zeit hätte zu sitzen kann ich nicht mehr sitzen bleiben. Die Unruhe treibt mich an und gleichzeitig bin ich so sehr müde.

  6. Seite:
newsletter abonnieren

Aufschlussreiche Tests

Perfektionismus Test - bin ich ein Perfektionist?

Arbeitssucht Test

Belastbarkeits Test

Frustrationstoleranz Test
Habe ich eine hohe oder geringe Frustrationstoleranz?

Belastbarkeits Psychotest
Wie gut gehen Sie mit Belastungen um? Wie belastbar sind Sie?

Ehrgeiz Test: Ist Ihr Ehrgeiz gesund oder ungesund?

Psychotherapeuten

In der Psychotherapeutensuche: Kassenpsychologen für eine Behandlung finden Sie Psychologen für eine Beratung.

Energie tanken & Stress abbauen

CD Progressive Muskelentspannung Jacobsen

38 (!) positive Empfehlungen für CD Progressive Muskelentspannung Bewertungen

CD Progressive Muskelentspannung anschauen

Werden Sie Ihr eigener Psychologe

Eine Gebrauchsanleitung für Gefühle

Ratgeber Gefühle - wie sie entstehen - wie man sie beeinflussen kann

101 positive Empfehlungen Ratgeber Gefühle Bewertungen

Auch als CD & MP3 Hörbuch

ratgeber gefühle anschauen

Leserstimme Luciana schreibt am 8.11.2015

Ich habe nie gedacht, dass ein Buch mein Leben so positiv ändern könnte. Dank dieses Buches kann ich heute mein Leben positiv und glücklich gestalten.

Das wichtigste für mich ist zu wissen, dass ich selber meine negativen Gefühle losbekommen kann. Diese ist die Botschaft, die mein Leben geändert hat.

Expertenempfehlung

Born

Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

Ich empfehle die Ratgeber aus dem PAL Verlag, weil sie lebenspraktisch und inhaltlich auf den Punkt gebracht sind.

Online Psychotrainings bei Depressionen, Ängsten, ...

Körper Geist Seele Trainingsprogramme

facebook teilen
selbstvertrauen