Stressfaktoren im Alltag

mann leidet unter stressbelastung

Welche Faktoren Menschen als stressig erleben, hängt in starkem Maße von deren Persönlichkeit ab. Bild © Robert Kneschke - Fotolia.com

, Psychotherapeut

Sind Arbeit und Stress untrennbar miteinander verbunden? Führen ein hohes Arbeitspensum, Zeit- und Leistungsdruck zwangsläufig zu negativem Stress für den Körper und zu Überforderung?

Nein. Wie schon in meinem Artikel über Stress Symptome beschrieben, hängt es von persönlichen Faktoren ab, ob ein Stress als negativ oder positiv empfunden wird und ob er demzufolge gesundheitsschädlich oder gesundheitsfördernd ist.

Stress kann viele Auslöser haben. Eine Stressreaktion kann durch äußere und innere Faktoren ausgelöst werden.

Zu den äußeren Stressfaktoren zählen Lärm, Wärme, Kälte, eine falsche Körperhaltung beim Sitzen und ein Überangebot an Reizen.

Diese äußeren Faktoren sind meist nicht der Grund für eine negative Stressbelastung am Arbeitsplatz!

Hauptursache für Stress sind innere (psychische) Faktoren.

Zu den inneren Faktoren gehört die Art und Weise, wie wir mit unseren Lebens- und Arbeitsbedingungen umgehen.

Die häufigsten Stressfallen sind:

Diese inneren psychischen Faktoren führen dazu, dass wir die Stressfaktoren(viele Termine, Anrufe, Aufgaben) als negativ bewerten und uns rasch überfordert und nicht mehr in Kontrolle fühlen.

Wären äußere Faktoren die Ursache von Stress, dann müssten alle Menschen unter den gleichen Bedingungen gestresst sein.

Dem ist jedoch nicht so. Die einen verstehen es besser als die anderen, mit Belastungen und Anforderungen umzugehen.

Typische Denkgewohnheiten von Menschen, die sich schnell gestresst fühlen

Das muss ich unbedingt heute noch erledigen, komme, was wolle.

Ich muss alles hundertprozentig machen. (Angst vor Fehlern, Perfektionsstreben)

Ich muss es immer allen Recht machen. (Angst vor Ablehnung)

Ich muss alles erledigen, was andere an mich herantragen. (Angst vor Kritik)

Ich muss noch joggen, einkaufen, anrufen, ...

Ich darf keine Fehler machen. (Angst vor Misserfolg)

Ich schaffe das alles nicht (mehr). Die Arbeit wächst mir über den Kopf.

Wenn Sie solche Selbstgespräche führen, dann machen Sie sich selbst gehörig Druck und Stress.

Wenn Sie sich suggerieren, alles sofort, schnell und perfekt erledigen zu müssen, dann setzen Sie sich unter einen ungeheuren Zeitdruck, überfordern und stressen Sie sich.

Video Stressursachen - Stresssymptome

Typische Verhaltensweisen von Menschen, die sich selbst stressen - Anzeichen für einen ungesunden Umgang mit der Arbeit

Diese Denk- und Verhaltensgewohnheiten führen dazu, dass Sie das Gefühl haben, Ihre Verpflichtungen wachsen Ihnen über den Kopf und Sie seien fremdbestimmt. Das aber ist ein gewaltiger Stressor.

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Nichts stresst mehr als das Gefühl, Umständen oder Menschen ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle zu haben.

Ob wir ein Ereignis als unkontrollierbar, d.h. als "stressig" erleben, bestimmen wir durch unsere ganz persönliche Bewertung des Ereignisses und der persönlichen Einschätzung unserer Fähigkeiten, mit der Situation fertig zu werden.

Die subjektive Einschätzung, ob man einer Situation gewachsen ist, entscheidet darüber, ob man die Situation als stressig einstuft und wie gut man die Belastung seelisch und körperlich verkraftet.

Das Gefühl, Kontrolle zu haben, führt zu geringerer Stressbelastung.

Was könnten Sie tun, um mehr das Gefühl zu haben, selbstbestimmt zu arbeiten?

Es gibt jedoch Ereignisse, die von den meisten Menschen als belastend erlebt werden. An oberster Stelle des sog. Stress-Thermometers, das in eine Skala von 0 bis 100 eingeteilt ist, steht beispielsweise der Tod des Ehepartners (100), dicht gefolgt von Scheidung (73) und Trennung (65).

Danach folgen Arbeitslosigkeit (52), Versöhnung nach Ehekrach (45) und Stau auf der Autobahn (40). Dem Ärger mit dem Chef werden 23 Punkte zugeordnet. Zusammen mit kleineren Gesetzesverstößen (11) bildet Weihnachten (12) das Schlusslicht der belastenden Situationen im Stressthermometer.

Welche körperlichen und seelischen Auswirkungen eine chronische Stressbelastung hat, erfahren Sie in den Stress-Symptomen.

Stressabbau beginnt damit, dass Sie Ihre stresserzeugenden Gedanken (Stressoren) hinterfragen und korrigieren und sich selbst innerlich entschleunigen und aufbauen.

Mehr dazu in Stressabbau und Stressbewältigung


Stress-Ursachen.html

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Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben und ihren Problemen klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben so erfüllt zu leben, wie nur möglich. Denn nur wer mit sich zufrieden ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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  1. Leserkommentar Ich schreibt am 23.06.2017

    Voll stressig alles eyyy xD

  2. Leserkommentar Fuß - T schreibt am 27.03.2017

    NIE! Doch Symtome vorhanden. Bin ich deswegen seltsam?

  3. Leserkommentar sabrina schreibt am 01.03.2017

    julia mir gehts genauso

  4. Leserkommentar Julia schreibt am 23.01.2017

    Leider habe ich seit einer geraumen Zeit immer wieder Stress, der teilweise auch ein wenig länger anhält. Ich versuche zwar mit positiven Gedanken wie "Das schaffst du schon" oder ähnlichem und häufigen und tiefen durchatmen gegenzulenken, das klappt aber leider nur selten und bei geringem Stress. Mir wurde von klein auf schon beigebrach, dass man perfekt sein muss und keine Fehler machen darf. Dass ich alle Aufgaben annehmen und bewältigen muss, wenn ich gute Arbeit leisten möchte. Zudem stressen mich schon Situationen, die für andere ganz normal sind, wie Kontakt mit Fremden oder unerwartete Situationen, wie wenn ich Personen, auch welche die ich kenne und gern habe, unerwartet treffe, wenn das Telefon oder es an der Tür klingelt. Schlimm wird es, wenn beides zusammen trifft und mich z.B. eine Fremde Person anspricht. Da hilft mir wohl nur tiefes durchatmen und ab und zu mal abschalten

  5. Leserkommentar steffi ,fohes neues Jahr 2017 schreibt am 02.01.2017

    Das stimmt .Mich stresst es total anderen ausgeliefert zu sein und das ich darüber keine Kontrolle habe. In meinem Umfeld haben mich Menschen ,Unbewusst oder bewusst in Schrecken versetzt dadurch verlor ich die Kontrolle über mich selbst . Schrecklich ,meine Auswirkungen waren damals, Herpes an beiden Mundwinkeln. heute habe ich zwei kleine narben an beide Stellen aber ich lehne mich nicht dafür ab sondern ich streichel diese betroffenen Stellen und erzeuge in mir wärmende Liebe zu mir selbst . All die Strategien habe ich durch eine Kognitive Verhaltens Therapie,ohne medikamente ,wieder in meinem Bewusstsein geholt. Ganz tief in mir hatte ich das bei meiner Geburt diese Eigenschaften mitbekommen und ich denke die bekommt jeder menschen. Wenn ich mich heute gestresst fülle , greife ich zu meiner Puppe (mein inneres Kind) es ist ein Symphol dafür, und gebe mir diese Ruhe und lasse sie zu.

  6. Leserkommentar Peter schreibt am 18.07.2016

    Der Lärm stresst mich, an den Kassen im Supermarkt der Lärm des Scanner. Ich hatte einen Radiowecker der machte in der Kindheit so ein Geräusch und ich musste aufspringen, mich anziehen und zum Schulbus laufen. Im Supermarkt bewirkt der Lärm, dass ich ständig schnell raus will aus dem Geschäft, als hätte ich mich wieder mal verschlafen ;-) Nachdem es mir bewusst wurde, woher das PipPip kam, kann ich ohne Stress einkaufen gehen.

  7. Leserkommentar Sam schreibt am 21.06.2016

    Mich stresst die Arbeit und die Menschen mit ihrem unlogischen Denken und das sie unterscheide machen zwischen bestimmte Menschen. Was bei dem einem noch OK ist beim anderen Scheisse...warum das so ist das die Menschen so sind ..ich weiss es nicht aber sie gehn mir derbe damit auf den Sack. Im Prinzip Stresst mich einfach alles und fast jeder...Das hintenrum und das verlogene getue und das geschleime im Beruf..ich kann garned soviel essen wie ich kotzen möchte

  8. Leserkommentar lydia schreibt am 13.06.2016

    mich stresst es,wenn meine patientin total am rad dreht und ich ihr sachen aus dem schrank holen soll ,die es nicht mehr gibt(aus welchem grund auch immer).sie ist dann nur am motzen und ich fühl mich wie ein hb männchen.ich fühl mich ihr dann ausgeliefert und die geballte ladung ;WUT. trifft mich.

  9. Leserkommentar sepia schreibt am 22.05.2016

    Ein Gefühl zu haben "es ist alles zu viel" macht mir Stress. Es ist dann immer wieder eine Herausforderung mich mental zu bremsen und zu schauen worauf kann ich verzichten, wo kann ich loslassen und auch aushalten, dass es nicht ganz nach meiner Vorstellung geregelt wird und zu überprüfen, was wirklich wichtig ist. Veränderung eigener Verhalensgewohnheiten ist eine Herausforderung zumal, ich muss dieses erstmal das als ein Muster erkennen.

  10. Leserkommentar Miriam schreibt am 15.05.2016

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Ich arbeite in einem sozialen Beruf in dem die Hälfte der Kollegen jede Woche fehlen. Die Arbeit meiner Kollegen darf ich mitarbeiten, die beschwerden der Kunden bekomme ich auch immer zu hören, obwohl ich anwesend bin und für die schlechte Situation nichts kann. Selbst die Führungskraft verteielt ihre Aufgaben auf Kollegen die am Limit arbeiten. Ist es ein allgemeines Problem der sozialen Arbeit, dass es häufige "Krankheitsfälle" gibt? Wie hol ich mir Entspannung, wenn ich nach einem 10 - 12 Stunden Tag zu müde für alles bin? Liebe Grüße, Miriam

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Leserstimme Luciana schreibt am 8.11.2015

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Diplom Psychologin, Wiesbaden

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