Vermeidung - Vermeidungsverhalten

Vermeidungsverhalten hat mehr Nachteile als Vorteile. Deshalb ist es wichtig sich den Problemen und seinen Ängsten zu stellen.

Vermeidung - Vermeidungsverhalten

Unter Vermeidungsverhalten verstehen wir ein Verhalten, mit dem wir bestimmte für uns als unangenehm oder bedrohlich erlebte Situationen (ver)meiden.

Vermeidungsverhalten kann sich auch auf die Vermeidung negativer Gedanken beziehen.

Dem Vermeidungsverhalten geht meist eine sehr unangenehme Erfahrung voraus. Wir scannen dann in der Zukunft unser Umfeld nach Hinweisreizen auf eine erneute ähnlich unangenehme Situation ab.

Wir wollen uns nicht (mehr) in Gefahr bringen bzw. die damit verknüpfte Angst nicht mehr verspüren und meiden deshalb bestimmte Situationen oder Menschen.

Vorteile und Nachteile der Vermeidung

Vorteile des Vermeidungsverhaltens:

  • Wir vermeiden unangenehme Erfahrungen und Gefühle.
  • Wir bringen uns nicht in Gefahr, sondern schützen uns.

Nachteile des Vermeidungsverhaltens:

  • Wenn wir Situationen meiden, die nicht gefährlich sind, schränken wir unseren Aktionsradius unnötigerweise ein.
  • Wenn wir Situationen meiden, die nicht mehr gefährlich sind, erfahren wir nie, dass die Bedrohung vorüber ist.
  • Wenn wir Situationen meiden, bei denen die Wahrscheinlichkeit, eine unangenehme Erfahrung zu machen, gering ist, verhindern wir unser Wachstum.
  • Wenn wir Situationen meiden, die wir durchaus bewältigen können, verhindern wir das Erlernen neuer Bewältigungsstrategien und die Stärkung unseres Selbstvertrauens.
  • Wenn wir immer darauf achten müssen, in keine vermeintlich für uns gefährliche Situation zu geraten, kostet das Energie und schränkt unsere Lebensqualität ein.
  • Das Vermeidungsverhalten hält unsere Angst aufrecht, denn unsere Angst lässt nach erfolgreicher Vermeidung nach.
  • Gewöhnlich weitet sich die Angst auf immer mehr ähnliche Situationen aus und die Anzahl der Situationen, die wir meiden, nimmt zu.
  • Die Vermeidung bestimmter Situationen kann so weit gehen, dass Betroffene mit einer Platzangst z.B. nicht mehr aus dem Haus gehen und darüber hinaus ein Suchtproblem oder eine Depression entwickeln.

Wir können also sagen: das Vermeidungsverhalten erzeugt mehr Probleme als es löst. Es ist deshalb keine geeignete und hilfreiche Strategie für den Umgang mit Problemen.

Wenn wir bestimmte Situationen meiden, macht es deshalb Sinn, zu analysieren, ob wir durch die Vermeidung kurz- und langfristig mehr gewinnen oder verlieren.

Bringt es uns mehr Nachteile, dann ist es hilfreich, dass wir uns mit der Angst auslösenden Situation konfrontieren und die Angst überwinden lernen.

Ängste kann man nur erfolgreich überwinden, wenn man lernt, sich den Menschen, Problemen oder Situationen zu stellen, vor denen man Angst hat.

Das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten wächst in dem Maße, in dem man sich den Herausforderungen stellt und diese bewältigt.

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