Wechseljahre der Frau – Belastung und Chance

Mit welchen Beschwerden müssen Sie in den Wechseljahren rechnen? Was tun bei Wechseljahresbeschwerden? Der folgende Beitrag gibt wertvolle Antworten und Tipps. 

Wechseljahre der Frau – Belastung und Chance
© Silvia Rita

Die Wechseljahre (Klimakterium bzw. Klimakterisches Syndrom) beginnen bei den meisten Frauen zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr. Der Begriff Klimakterium kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Kritischer Zeitpunkt im Leben".

Nicht für alle Frauen sind die Wechseljahre ein kritischer (emotionaler und körperlicher) Zeitpunkt. Etwa ein Drittel aller Frauen erlebt die Wechseljahre ohne Beschwerden. Beim Rest gibt es eine weite Bandbreite zwischen leichten Unpässlichkeiten bis hin zu schweren körperlichen und seelischen Beschwerden und Symptomen.

Die Wechseljahre bezeichnen eine Zeitspanne im Leben der Frau, in der durch eine hormonelle Umstellung die Menstruation und die Empfängnisfähigkeit aufhören. Der Zeitpunkt, ab dem keine Menstruation mehr stattfindet, wird als Menopause bezeichnet.

Ursache der Wechseljahre sind die Abnahme von Eizellen in den Eierstöcken und die Verhärtung von Gefäßen, die zur Ernährung der Eierstöcke beitragen. Die Hitzewallungen, eines der häufigsten Symptome in dieser Zeit, gehen auf den sinkenden Östrogenspiegel zurück.

Wechseljahre – Symptome und Beschwerden

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Video: Beschwerden in den Wechseljahren - Arzneien, die bei den Beschwerden helfen & deren gesundheitliche Risiken

Die Wechseljahre machen sich körperlich und seelisch bemerkbar. Nicht jede Frau verspürt alle der nachfolgenden Symptome und Beschwerden. Jede Frau erlebt sie anders.

Körperliche Symptome und Beschwerden

Hitzewallungen, kalte Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Schwindel, Herzklopfen und Herzrasen, Atemnot, Kopf- und Gelenkschmerzen, Erschöpfung, Trockenheit der Scheidenschleimhaut, Gewichtszunahme, Hautveränderungen (Verlust an Feuchtigkeit, Stärke und Elastizität)

Psychische Symptome und Beschwerden

Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, innere Unruhe, Anspannung, Weinerlichkeit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Interesselosigkeit, Depressionen, Freudlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, sexuelle Unlust.

In die Zeit der Wechseljahre fallen auch Veränderungen im Umfeld, deren Auswirkungen die Symptome und Beschwerden der Wechseljahre verstärken können:

  • Die Kinder ziehen aus, Tagesablauf und Gesprächsthemen ändern sich.
  • Die Partner sind wieder allein und damit konfrontiert, wie sich die Beziehung über die Jahre der Kindererziehung verändert hat, ob man sich noch etwas zu sagen hat oder nicht.
  • Pflegebedürftigkeit der Eltern
  • Beginn oder Ende einer Berufstätigkeit

Welche Faktoren beeinflussen die Stärke der Wechseljahresbeschwerden?

Wichtig zu wissen: Je negativer man die Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen, bewertet, umso mehr leidet man unter ihnen und umso schlimmer empfindet man sie!

  • Frauen, die sich nur akzeptieren, wenn sie schön und sexuell attraktiv sind, haben mit den körperlichen Veränderungen, die in den Wechseljahren auftreten, große Probleme. Sie haben z.B. Angst, von ihrem Partner für eine Jüngere verlassen zu werden. Sie fühlen sich als Frau minderwertig.
  • Frauen, die mit dem Altern Krankheit, geistigen Abbau und Pflegebedürftigkeit verbinden, erleben die Wechseljahre als Bedrohung. Sie glauben, den Höhepunkt ihres Lebens überschritten zu haben.
  • Frauen, die nie berufstätig waren und ihren Selbstwert nur aus ihrer Rolle als Mutter bezogen haben, fühlen sich nicht mehr als „richtige“ Frau, wenn die Blutung ausbleibt und sie keine Kinder mehr bekommen können.
  • Frauen, die das Ausbleiben der Blutung bewerten als „Mein Körper regeneriert sich nicht mehr“, fühlen sich bedroht und haben Angst vor der Endlichkeit des Lebens.
  • Frauen, die mit den Wechseljahren das Ende des sexuellen Interesses verbinden, fühlen sich durch die Wechseljahre belastet.
  • Frauen, die durch die Mutter oder andere Vorbilder erfahren haben, dass die Wechseljahre äußerst unangenehm sind, werden mehr Beschwerden erwarten, dadurch empfindlicher auf Beschwerden reagieren und mehr unter ihnen leiden.

Schwerer fällt es Frauen auch, mit den Wechseljahren umzugehen, wenn

  • sie in einer Partnerschaft leben, die ihre Bedürfnisse nicht befriedigt.
  • sie einen Beruf ausüben, der sie nicht erfüllt, über- oder unterfordert, oder am Arbeitsplatz gemobbt werden.
  • sie unter einer familiären Situation leiden, die sie belastet - z.B. unter einem kranken Partner, kranken Kind oder pflegebedürftigem Elternteil.
  • sie alleine leben, ihnen ein Freundeskreis fehlt und sich einsam fühlen.
  • sie sich bisher für andere Menschen aufgeopfert und ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigt haben.
  • die Kinder wenig oder keinen Kontakt zu ihnen pflegen und sie sich ungeliebt und überflüssig fühlen.
  • ihr Partner fremdgeht.
  • ihr Kinderwunsch unerfüllt geblieben ist.
  • sie den Eindruck haben, etwas Wesentliches in ihrem Leben verpasst zu haben, das sie nicht mehr verwirklichen können.
  • sie in einer Trennungssituation sind.
  • sie vor kurzem ihre Arbeitsstelle verloren haben.

Wie Sie durch die Wechseljahre kommen

Nehmen Sie die körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen an.

Betrachten Sie die Wechseljahre nicht als Krankheit oder Verlust der Weiblichkeit. Kämpfen Sie nicht gegen die Beschwerden an. Das Klimakterium ist eine Phase, die jede Frau durchlebt. Sie sind mehr als Ihr Körper. Ihre Erfahrung, Ihre Fähigkeiten und Ihre Persönlichkeit zählen. Lebensfreude und Zufriedenheit können Sie auch jetzt noch erleben - vielen Studien zufolge sogar mehr als in jungen Jahren.

Suchen Sie nach den Vorteilen, die aus den Wechseljahren resultieren.

Beispielsweise:

  • Die monatliche Blutung entfällt, Sie müssen sich nicht mehr vor einer Schwangerschaft schützen.
  • Sie haben die Möglichkeit, sich verstärkt um sich und Ihre Bedürfnisse zu kümmern, wenn die Kinder aus dem Haus sind.
  • Sie müssen nicht mehr Job und Kinder unter einen Hut bringen und brauchen nicht mehr ständig an Ihre Belastungsgrenze gehen.
  • Ihr Partner und Sie können wieder nur im Team etwas miteinander unternehmen und sich wieder mehr umeinander kümmern.
  • Sie haben die Freiheit, sexuell mehr auszuprobieren.
  • Sie haben schon ein großes Stück Ihres Lebens erfolgreich zurückgelegt und viele schwierige Situationen gemeistert. Darauf können Sie stolz sein.
  • Sie können gelassener und unabhängiger von der Meinung anderer durchs Leben gehen.
  • Sie können die Rollen, die Sie und Ihr Partner gelebt haben, und die Pflichten, die sie sich zugeteilt haben, neu verteilen.
  • Sie haben die Freiheit, Ihrem Leben einen neuen Sinn zu geben.
  • Sie können bewusster jeden Tag genießen, denn Ihnen ist bewusst, dass Ihr Leben endlich ist.

Ziehen Sie Bilanz und suchen Sie nach einer neuen Lebensperspektive.

Was haben Sie bisher in Ihrem Leben verwirklicht? Welche Werte waren Ihnen wichtig? Welche Fähigkeiten haben Sie entwickelt? Was fehlt Ihnen noch, um zufrieden auf Ihr Leben zurückblicken zu können? Ist dies noch zu verwirklichen? Wenn nicht, welche neuen Ziele wollen Sie sich wählen? Welche Werte sollen von nun an wichtig für Sie sein?

Kümmern Sie sich um Ihre Gesundheit.

Bauen Sie ausreichend Bewegung in Ihren Alltag ein. Eine halbe Stunde täglich reicht. So können Sie Stress abbauen und auch einer Gewichtszunahme infolge der Veränderung des Stoffwechsels etwas entgegensetzen.

Regelmäßige Bewegung kann auch Ängste und Depressionen lindern helfen! Erlernen Sie eine Atemtechnik oder ein Entspannungsverfahren. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf. Ernähren Sie sich gesund mit viel Obst, Gemüse und frisch zubereiteten Gerichten. Kalziumreiche Ernährung wie etwa Milchprodukte und Käse kann die Wechseljahresbeschwerden etwas lindern. Meiden Sie zu viel Alkohol und Kaffee. Verzichten Sie auf das Rauchen. Pflegen Sie Ihre Haut mit Pflegeprodukten für die ältere Haut.

Suchen Sie nach einer Aufgabe, die Sie erfüllt.

Dies kann der Wiedereinstieg in den Beruf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit sein. Auch ein Hobby oder Weiterbildung können Ihr Selbstwertgefühl stärken.

Pflegen Sie Ihren Freundeskreis.

Tauschen Sie sich mit Freundinnen (auch über die Wechseljahresbeschwerden) aus. Unternehmen Sie regelmäßig gemeinsam etwas, das Sie begeistert und Ihnen Spaß macht.

Informieren Sie sich, welche Naturheilmittel Ihre Wechseljahresbeschwerden lindern können.

Bei leichteren Hitzewallungen können Sie sich möglicherweise Linderung durch homöopathische Produkte verschaffen. Akupunktur hilft manchen Frauen. Gegen Schlafstörungen helfen Entspannungsverfahren und pflanzliche Mittel mit Hopfen und Baldrian. Johanniskraut in starker Dosierung(!) kann Ihnen bei Stimmungsschwankungen und leichten Depressionen helfen.

Scheidentrockenheit kann mit einem Gleitmittel gelindert werden. Konsultieren Sie Ihren Frauenarzt, wenn Sie unter extremen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen und daraus resultierenden Schlafstörungen leiden. Viele Jahre galt die Hormontherapie als das Mittel der Wahl bei Wechseljahresbeschwerden. Heute weiß man, dass die Hormontherapie mehr Nachteile als Vorteile hat. Das Risiko für einen Herzinfarkt, eine Thrombose, einen Schlaganfall und für Brustkrebs ist stark erhöht. Deshalb ist eine Hormontherapie keine gute Behandlungsmethode! Mehr darüber in obigem Video.

Wenden Sie sich an einen Psychotherapeuten.

Wenn Sie unter einer Depression oder Angstzuständen leiden, nehmen Sie eine Beratung bei einem psychologischen Psychotherapeuten in Anspruch.  Mit dem Therapeuten können Sie sich auch ein stärkeres Selbstwertgefühl und eine neue Lebensperspektive erarbeiten.

Wie gut Frauen durch die Wechseljahre kommen, hängt entscheidend davon ab, wie sie zu sich und ihrem Körper stehen! 

Wenn Sie sich als zum alten Eisen gehörig ansehen, nur noch nach Falten Ausschau halten, sich über die Attraktivität auf Männer definieren, dann fühlen sie sich unwohl in ihrem Körper, minderwertig und hadern mit dem Schicksal und dem Alter und Älterwerden.

Sehen Sie die Wechseljahre als Chance und Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt und nutzen die neuen Möglichkeiten. Dann können Sie besser mit den Unpässlichkeiten und Beschwerden der Wechseljahre umgehen.

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Sissy schreibt am 25.09.2020

Hallo Leute,

Was macht ihr nur gegen diese verdammte Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen?
Das ist für mich das schlimmste. Am Morgen schlecht gelaunt aufwachen, aber totmüde.
Aber trotzdem nachts sich hin und herwälzen, obwohl man richtig müde ist.
Baldrian schlucke ich auch schon. Aber hilft auch nicht so richtig.
Steht ihr auf oder bleibt ihr liegen?
Ich habe Angst, daß ich überhaupt nicht mehr schlafen kann. Wie seit ihr denn so drauf nach paar schlaflosen Nächten?

Nini schreibt am 24.09.2020

Hallo Phiebs
dann bist Du ja auch noch voll drin in dem Schlammassel😕... ich finde es besonders unangenehm wenn man schon soooo schön Ruhe vor dem ganzen Mist hatte😠.... dann ist es fast wie zu Anfang von den WJ😟... Ich hatte jetzt eine Woche Ruhe vor diesen merkwürdigen Kreislaufproblemen( farbige Schlieren vor den Augen und so ein schwummeriges Gefühl im Kopf mit Müdigkeit und Unruhe, völlig unlogisch🙄)... heute beim aufstehen war es dann den ganzen Tag wieder da🙈... ich lieg nun im Bett und hoffe morgen ist es weg oder wenigstens besser😑... mal sehen ob die Osteopathin mir morgen helfen kann... bis jetzt habe ich für dieses merkwürdige und Angstmachende Symptom leider keine Erklärung bekommen( was meine Unsicherheit natürlich nicht mindert)... für Dich alles Gute... irgendwann werden wir ja wohl damit durch sein🤨

Phiebs schreibt am 22.09.2020

Hallo ihr Lieben,
Ich war mal abgetaucht. Mir geht es so lala...
Bin sowas von verspannt im Nacken / Schulter Bereich und ich bekomme es einfach nicht weg😡
Hab so unsagbar viel Stress, in der Firma, neuen Job suchen... ich denke dsnn immer mein hashimoto spielt verrückt, aber vielleicht ist es eine Mischung aus Wechseljahren und hashimoto!
Bin morgens total weinerlich, wenn ich dann unterwegs bin geht es. Zwischendurch immer mal Ameisen 🐜 krabbeln durch die Arme und schlecht hören kann ich auch gut.
Aber am schlimmsten ist diese innere Unruhe, wenn ich nur wüsste wie ich die lis werden könnte. Hab Urlaub und trotzdem kann ich nicht wirklich abschalten!
Ich wünsche euch einen schönen Abend
Liebe Grüße Phiebs

Anonym60+ schreibt am 21.09.2020

Lb.Nini,freue mich seeehr für dich, kannst wenigstens da beruhigt sein.Hatte heute auch Besprechung beim Arzt (BB,Ekg,Lungenröntgen. ) wegen bevorstehender Augenoperation. Soweit ok,nur wie schon jahrelang Harnsäure zu hoch (genetisch),Chol.zu hoch und LDL zu hoch.Das beunruhigt mich nicht,das ist bei mir bei der jährlichen Gesundenuntersuchung immer so oder fast so.Der Internist ist soweit zufrieden.Bisschen mehr Sport und weniger naschen. Mit Fett spare ich sowieso schon.Weiterhin alles Gute

Nini schreibt am 21.09.2020

So
Blutbilder beide heute abgeholt💪... Ergebnis... Hormonstatus sagt gaaaaanz deutlich Postmenopause.. allein mein FSH liegt bei 96,10😳( zur Info... in der normalen fruchtbaren Lebensphase liegt er wohl so zwischen 2,5 und 10.. und da bin ich ja echt gut drüber.... das große Blutbild war auch eine gute Nachricht für mich... alle Werte in der Norm(nur Kreatinin is büschen drüber.. anstatt 0,90 als Höchstwert hab ich 0,96... also darüber rege ich und auch meine Ärztin nich auf... um aber meiner, leicht in Panik verfallende Hormonsituation zu beruhigen, wird Anfang November nochmal ein großes Blutbild gemacht( dieses war nach dem Frühstück und das nächste machen wir dann nüchtern🤷‍♀️mal sehen ob es sich verändert ... ansonsten sind meine Panik und Herzrasen gerade gaaaaaaanz minimal und ich versuche da gar nich drüber nachzudenken 🙄ich wünsche Euch einen sonnigen Herbsttag🍂🍄🍁🎃

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