Wechseljahre der Frau - Belastung und Chance

Frau hat Hitzewallungen in Wechseljahren

Die Wechseljahre (Klimakterium) beginnen bei den meisten Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.

Etwa ein Drittel aller Frauen erlebt die Wechseljahre ohne Beschwerden, beim Rest gibt es eine weite Bandbreite zwischen leichten Unpässlichkeiten bis hin zu schweren körperlichen und seelischen Beschwerden und Symptomen.

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Die Wechseljahre (Klimakterium) bezeichnen eine Zeitspanne im Leben der Frau, in der durch eine hormonelle Umstellung die Menstruation und die Empfängnisfähigkeit aufhören.

Der Zeitpunkt, ab dem keine Menstruation mehr stattfindet, wird als Menopause bezeichnet.

Ursache der Wechseljahre sind die Abnahme von Eizellen in den Eierstöcken und die Verhärtung von Gefäßen, die zur Ernährung der Eierstöcke beitragen.

Die Hitzewallungen, die eines der häufigsten Symptome in dieser Zeit sind, gehen auf den sinkenden Östrogenspiegel zurück.

Wechseljahre Symptome und Beschwerden

Die Wechseljahre machen sich körperlich und seelisch bemerkbar. Nicht jede Frau verspürt alle der nachfolgenden Symptome und Beschwerden.

Körperliche Symptome und Beschwerden

Hitzewallungen, kalte Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Schwindel, Herzklopfen und Herzrasen, Atemnot, Kopf- und Gelenkschmerzen, Erschöpfung, Trockenheit der Scheidenschleimhaut, Gewichtszunahme, Hautveränderungen (Verlust an Feuchtigkeit, Stärke und Elastizität)

Psychische Symptome und Beschwerden

Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, innere Unruhe, Anspannung, Weinerlichkeit, Traurigkeit, Ängstlichkeit, Interesselosigkeit, Depressionen, Freudlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, sexuelle Unlust.

In die Zeit der Wechseljahre fallen auch Veränderungen im Umfeld, deren Auswirkungen die Symptome und Beschwerden der Wechseljahre verstärken können:

Video: Beschwerden in den Wechseljahren - Arzneien, die bei den Beschwerden helfen & deren gesundheitliche Risiken

Welche Faktoren beeinflussen die Stärke der Wechseljahresbeschwerden?

Wichtig zu wissen: Je negativer man die Veränderungen, die mit den Wechseljahren einhergehen, bewertet, umso mehr leidet man unter ihnen und umso schlimmer empfindet man sie!

Schwerer fällt es Frauen auch, mit den Wechseljahren umzugehen, wenn

Wie Sie durch die Wechseljahre kommen

Nehmen Sie die körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen an.

Betrachten Sie die Wechseljahre nicht als Krankheit oder Verlust der Weiblichkeit.

Kämpfen Sie nicht gegen die Bescherden an. Das Klimakterium ist eine Phase, die jede Frau durchlebt.

Sie sind mehr als Ihr Körper. Ihre Erfahrung, Ihre Fähigkeiten und Ihre Persönlichkeit zählen.

Lebensfreude und Zufriedenheit können Sie auch jetzt noch erleben - vielen Studien zufolge sogar mehr als in jungen Jahren.

Ratgeber Gefühle verstehen

Suchen Sie nach den Vorteilen, die aus den Wechseljahren resultieren.

Beispielsweise:

Ziehen Sie Bilanz und suchen Sie nach einer neuen Lebensperspektive.

Was haben Sie bisher in Ihrem Leben verwirklicht?

Welche Werte waren Ihnen wichtig?

Welche Fähigkeiten haben Sie entwickelt?

Was fehlt Ihnen noch, um zufrieden auf Ihr Leben zurückblicken zu können?

Ist dies noch zu verwirklichen? Wenn nicht, welche neuen Ziele wollen Sie sich wählen? Welche Werte sollen von nun an wichtig für Sie sein?

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Kümmern Sie sich um Ihre Gesundheit.

Bauen Sie ausreichend Bewegung in Ihren Alltag ein. Eine halbe Stunde täglich reicht. So können Sie Stress abbauen und auch einer Gewichtszunahme infolge der Veränderung des Stoffwechsels etwas entgegensetzen.

Regelmäßige Bewegung kann auch Ängste und Depressionen lindern helfen!

Erlernen Sie eine Atemtechnik oder ein Entspannungsverfahren.

Sorgen Sie für ausreichend Schlaf.

Ernähren Sie sich gesund mit viel Obst, Gemüse und frisch zubereiteten Gerichten. Kalziumreiche Ernährung wie etwa Milchprodukte und Käse kann die Wechseljahresbeschwerden etwas lindern.

Meiden Sie zu viel Alkohol und Kaffee. Verzichten Sie auf das Rauchen.

Pflegen Sie Ihre Haut mit Pflegeprodukten für die ältere Haut.

Suchen Sie nach einer Aufgabe, die Sie erfüllt.

Dies kann der Wiedereinstieg in den Beruf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit sein.

Auch ein Hobby oder Weiterbildung können Ihr Selbstwertgefühl stärken.

Pflegen Sie Ihren Freundeskreis.

Tauschen Sie sich mit Freundinnen (auch über die Wechseljahresbeschwerden) aus.

Unternehmen Sie regelmäßig gemeinsam etwas, das Sie begeistert und Ihnen Spaß macht.

Informieren Sie sich, welche Naturheilmittel Ihre Wechseljahresbeschwerden lindern können.

Bei leichteren Hitzewallungen können Sie sich möglicherweise Linderung durch homöopathische Produkte verschaffen. Akupunktur hilft manchen Frauen.

Gegen Schlafstörungen helfen Entspannungsverfahren und pflanzliche Mittel mit Hopfen und Baldrian.

Johanniskraut in starker Dosierung(!) kann Ihnen bei Stimmungsschwankungen und leichten Depressionen helfen.

Scheidentrockenheit kann mit einem Gleitmittel gelindert werden.

Konsultieren Sie Ihren Frauenarzt, wenn Sie unter extremen Hitzewallungen und Schweißausbrüchen und daraus resultierenden Schlafstörungen leiden.

Viele Jahre galt die Hormontherapie als das Mittel der Wahl bei Wechseljahresbeschwerden. Heute weiß man, dass die Hormontherapie mehr Nachteile als Vorteile hat.

Das Risiko für einen Herzinfarkt, eine Trombose, einen Schlaganfall und für Brustkrebs ist stark erhöht.

Deshalb ist eine Hormontherapie keine gute Behandlungsmethode! Mehr darüber in obigem Video.

Wenden Sie sich an einen Psychotherapeuten.

Wenn Sie unter Depressionen oder Angstzuständen leiden, nehmen Sie eine Beratung bei einem psychologischen Psychotherapeuten in Anspruch. 

Mit dem Therapeuten können Sie sich auch ein stärkeres Selbstwertgefühl und eine neue Lebensperspektive erarbeiten.

Wie gut Frauen durch die Wechseljahre kommen, hängt entscheidend davon ab, wie sie zu sich und ihrem Körper stehen!

Wenn Sie sich als zum alten Eisen gehörig ansehen, nur noch nach Falten Ausschau halten, sich über die Attraktivität auf Männer definieren, dann fühlen sie sich unwohl in ihrem Körper, minderwertig und hadern mit dem Schicksal und dem Alter und Älterwerden.


wechseljahre.html

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Sehen Sie die Wechseljahre als Chance und Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt und nutzen die neuen Möglichkeiten.

Dann können Sie besser mit den Unpässlichkeiten und Beschwerden der Wechseljahre umgehen.

Weitere Informationen zum Thema Wechseljahre

Wie sich Wechseljahre auf die Partnerschaft auswirken

Frauenärzte im Netz - Frau sein - Frau bleiben

Wechseljahre des Mannes

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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar Donatella schreibt am 22.08.2016, 05.31 Uhr

    Hallo, ich bin mal wieder sehr früh wach geworden und kann nicht mehr einschlafen. Aber jetzt nehme ich das mit Humor und versuche, das Beste daraus zu machen. Früher habe ich erfolglos mehr Baldrian und sogar Melatonin eingenommen, weil der Verdacht bestand, dass mein Tag-/Nacht-Rhythmus gestört ist, es hat aber alles nichts gebracht und ich wollte schon auf Schlaftabletten umsteigen. Jetzt hat sich aber alles, was ich bisher separat behandelt habe, zu einem Bild zusammengefügt, und ich weiß, dass ich nicht krank bin, sondern eine natürliche Phase meines Lebens durchmache, ich fühle mich durch diese Erkenntnis wieder gesund und "normal". Das lässt mich sämtliche Anzeichen besser akzeptieren, endlich die Antwort auf die Frage "Was ist los mit mir?" zu haben ist ein großer Trost.

  2. Leserkommentar Mako schreibt am 21.08.2016, 12.35 Uhr

    Bin durch Zufall auf dieser Seite gelandet. Es tut gut zu hören,dass es vielen so geht.Habe seit einigen Jahren enorme Wechselbeschwerden. Ärztlich alles abgeklärt. Momentan starke Kopfschmerzen Schwindel Unruhe Gereiztheit Unzufriedenheit manchmal Sehstörungen Heulattacken also alles nur mögliche. Sport lenkt ein wenig ab.Muss mich oft aufraffen.Also Augen zu und durch.

  3. Leserkommentar Donatella schreibt am 20.08.2016, 16.01 Uhr

    Nach zwei Jahren zuerst schleichender, dann sich steigernder Beschwerde, die ich bisher symptomatisch und mit immer weniger Erfolg behandelt hatte, ist für mich die Erkenntnis, dass ich eventuell die Wechseljahre erlebe, eine Befreiung. Vor allem die Schlaflosigkeit hat mich am Rande der Verzweiflung gebracht, aber jetzt akzeptiere ich sie als ein natürliches Zeichen und ein vorläufiges Phänomen, so fühle ich mich nicht mehr physisch oder gar psychisch krank, sondern ganz normal "reif". Auch wenn die Vermutung meines Frauenarztes aufgrund meines Alters zunächst überraschend (nicht aber schockierend) wirkte, überwiegt nun bei mir die Erleichterung und die Aufgeschlossenheit für meine neue Lebensphase, für die ich mich bereit fühle und von der ich schon länger erste Vorteile (größere Selbstsicherheit, seelische Unabhängigkeit) genieße.

  4. Leserkommentar Jesamine schreibt am 19.08.2016, 20.35 Uhr

    Emotionale Unsicherheit, die körperliche Befindlichkeit drängt sich immer wieder in der Vordergrund, stark erhöhte Empfindlichkeit, reduzierter beruflicher Leistungswille.

  5. Leserkommentar edel schreibt am 02.08.2016, 18.49 Uhr

    liebe anonym Du bist nicht allein, ich komme gerade aus der Küche, habe mich erdreistet etwas zu tun. Sitze nun hier und ..... der Schweiss tropft. Kreislauf, Schlafstörungen, Schwindel, und Schweiss Schweiss Schweiss.... mit Hormonen weiss ich noch nicht ich habe 4 Wochen ovaria comp genommen, ganz toll Kopfschmerzen migräneartig und Juckreiz das ich mich fast wund gekratzt habe. Also abgesetzt, 2 Nebenerscheinungen weniger. Aber ich hatte auch schon bei meiner Periode schmerzen ohne ende... na ja ich schrei halt auch bei allem hier. An alle Mit-Leidenden ein Drückerchen vielleicht hilft es.

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