Hilfe für Angehörige körperlich und psychisch Kranker

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SELBSTHILFE RATGEBER

Fühlen Sie sich Ihren Gefühlen ausgeliefert? Ärgern Sie sich manchmal, wo Sie lieber die Ruhe bewahren würden? Fühlen Sie sich manchmal verletzt, wo Sie gerne gelassen bleiben würden?

In ihrer Gebrauchsanleitung für Gefühle zeigen die Psychologen Wolf und Merkle wie man seine Gefühle beeinflussen kann.

Werden Sie Ihr eigener Psychologe!

Ratgeber Gefühle - wie sie entstehen - wie man sie beeinflussen kann

Hilfen für Angehörige psychisch kranker Menschen

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Ratgeber, die Sie zum Verständnis lesen und dem Erkranktem zur Selbsthilfe empfehlen können

Doris Wolf
Ängste verstehen und überwinden Gezielte Strategien für ein Leben ohne Angst

Rolf Merkle
Wenn das Leben zur Last wird Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung seelischer Tiefs und depressiver Verstimmungen.

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Doris Wolf
Einen geliebten Menschen verlieren Vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer

Doris Wolf
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Hilfe für Angehörige kranker Menschen

Diplom Psychologin Dr. Doris Wolf Dr. Doris Wolf - Diplom Psychologin, Psychotherapeutin

Schauen wir uns die Ratgeber-Literatur und Seiten im Internet an, dann müssen wir feststellen, dass die Angehörigen von Menschen mit psychischen und/oder körperlichen Problemen nur wenig berücksichtigt werden. Und das zu Unrecht.

Fast jeder, der seelische Probleme hat, kommt mit anderen Menschen in Kontakt - sei es mit seinem Partner, den Kindern, den Eltern, seinen Arbeitskollegen oder Freunden. Tritt ein seelisches Problem nur kurze Zeit und vorübergehend auf, dann kann das Umfeld sich noch relativ leicht damit arrangieren. Bei chronischen oder immer wiederkehrenden Erkrankungen ist die seelische Belastung Angehöriger jedoch sehr groß.

Jede seelische Störung (z.B. Essstörung, Angsterkrankung, Depression, Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, Alzheimer-Erkrankung, Trauer, Psychose, Zwangserkrankung) stellt die Angehörigen auch vor ganz spezielle Probleme. Auch chronische körperliche Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes können eine Herausforderung sowohl für den Betroffenen als auch für die Angehörigen darstellen.

Ich möchte hier nicht auf den Umgang mit jeder einzelnen Erkrankung sondern auf eher allgemeine Probleme eingehen, die Sie als Angehöriger im Umgang mit dem psychisch oder körperlich kranken Familienmitglied haben können.

Mit welchen Reaktionen müssen Sie als Angehöriger rechnen?

Ebenso wie der Betroffene selbst erleben Sie als Angehöriger ganz unterschiedliche Gefühlsreaktionen im Verlauf der Erkrankung. Außerdem gibt es auch Schwankungen von Tag zu Tag, abhängig von Ihrer körperlichen und seelischen Verfassung.

Verleugnung und Nicht-Wahr-Haben-Wollen
Es mag für Sie zu schmerzhaft sein, zu erkennen, dass Ihr Angehöriger erkrankt ist. Um diesen Schmerz zu vermeiden, reden Sie sich z.B. ein, dass sich alle täuschen, Ihr Partner gar nicht krank ist oder dass es gar nicht so schlimm ist.

Betroffenheit, Trauer und Mitleid
Sie sind traurig darüber, dass Ihr Angehöriger erkrankt ist, so leidet und solche Schwierigkeiten im Alltag hat. Sie trauern auch darum, dass er vieles nicht mehr mit Ihnen unternehmen kann und sich Ihr Alltag vollkommen verändert. Vielleicht geht Ihr Angehöriger nicht mehr aus dem Haus, liegt nur noch im Bett oder verliert seine Anstellung. Vielleicht kreisen die Themen nur noch um seine Erkrankung, es gibt kein Lachen und keine Unbeschwertheit mehr.

Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeitsgefühle
Sie versuchen mit all Ihren Kräften Ihrem Angehörigen zu helfen. Möglicherweise nimmt Ihr Angehöriger nichts an und verändert sich nicht. Oder aber die Ärzte sagen, es sei aussichtslos, und Sie verlieren die Hoffnung auf eine Verbesserung.

Verunsicherung und Angst
Sie haben Angst, was Sie und Ihren Angehörigen an negativen Veränderungen erwartet. Sie machen sich Sorgen um die Zukunft.

Enttäuschung und Wut
Wenn Ihr Angehöriger Ihre gut gemeinten Ratschläge und Unterstützungsversuche nicht annimmt, werden Sie ungeduldig. Vielleicht haben Sie den Eindruck, er wolle gar nicht gesund werden oder er bemühe sich nicht genügend. Vielleicht haben Sie den Eindruck, er verheimliche Ihnen etwas und halte seine Versprechen nicht ein. Vielleicht haben Sie den Eindruck, ihm fehle die Krankheitseinsicht. Vielleicht sind Sie es müde, mit anzuschauen, wie er sich zugrunde richtet, nur noch weint oder immer nur über seine Krankheit spricht. Vielleicht hat sich Ihr Angehöriger stark verändert, ist nur noch gereizt und aggressiv und Sie sehen sich als sein Blitzableiter.

seelische Erschöpfung und Kraftlosigkeit
Vor lauter Bemühen um eine Veränderung des Angehörigen und die Sorge um ihn, vernachlässigen Sie Ihre Bedürfnisse und Ihr seelisches Wohlbefinden. Sie fühlen sich ausgelaugt und auch in Ihren Bemühungen nicht genügend anerkannt.

körperliche Erschöpfung und körperliche Beschwerden
Ihr Körper reagiert mit Schlaflosigkeit, Anspannung, Rücken-, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Herzstechen, Appetitlosigkeit oder Heißhunger usw. Sie sind unkonzentriert und Ihre Leistungsfähigkeit lässt nach.

Schuldgefühle
Vielleicht werfen Sie sich vor, an der Erkrankung schuld oder mit schuld zu sein. Vielleicht machen Sie sich auch Schuldgefühle, weil Sie sich beschuldigen, zu wenig für den Angehörigen zu tun, zu wenig Verständnis für ihn aufzubringen, zu selten da zu sein, zu ungeduldig zu sein. Oder aber Sie werfen sich vor, dass es Ihnen gut geht, wo es ihm so schlecht geht.

Was können Sie für sich tun?

Akzeptieren Sie Ihre Gefühle für den Augenblick.
Sie sind kein Übermensch und auch kein Therapeut. Es ist ganz normal, dass Sie Ihrem Angehörigen gegenüber nicht immer hilfreich und angemessen reagieren. Sie haben ebenso wie er gute und schlechte Tage. Statt sich mit Schuldgefühlen zu quälen, suchen Sie nach den Ursachen und wie Sie diese in der Zukunft beheben können.

Informieren Sie sich über die Erkrankung.
Nutzen Sie Berichte von Betroffenen und die Ratgeber-Literatur für Betroffene. Je mehr Sie über die Erkrankung wissen, wie sie entsteht und was in den Betroffenen vor sich geht, umso besser können Sie reagieren.

Raten Sie Ihrem Angehörigen zu einem Besuch beim Facharzt und beim Psychotherapeuten. Dort können Sie auch besprechen, wie Sie sich am besten dem Angehörigen gegenüber verhalten sollen.

Nehmen Sie sich eine Auszeit.
Wenn Sie sich Tag und Nacht nur mit dem Betroffenen umgeben, raubt dies Ihre Kräfte. Suchen Sie deshalb aktiv den Kontakt zu Freunden, mit denen Sie unbeschwert lachen können und sich nicht immer überlegen müssen, wie Sie sich am besten verhalten sollen. Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, um die Anspannung abzubauen. Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren. Planen Sie sich Zeit für Ihr Hobby und Ihre Freunde ein. Das ist nicht egoistisch, sondern absolut notwendig, um Ihre Kräfte zu erhalten. Sie brauchen das Gefühl, nicht nur zu geben, sondern auch etwas zu bekommen.

Delegieren Sie die Aufgaben.
Selbst wenn Ihr Angehöriger nicht allein sein kann, haben Sie das Recht, sich Freiräume zu schaffen. Suchen Sie nach Menschen, die Sie entlasten können. Wenn Ihr Angehöriger nicht in Lebensgefahr ist und noch klar denken kann, können Sie ihn sicher auch stundenweise alleine lassen.

Nehmen Sie Kontakt zu einer Angehörigen-Selbsthilfegruppe auf.
Zu wissen, dass es anderen Angehörigen ähnlich geht, entlastet. Außerdem können Sie in einer Gruppe viele hilfreiche praktische Tipps bekommen. Auch in einem Forum können Sie sich mit anderen Angehörigen austauschen und so viele nützliche Hilfestellungen und seelisch-moralische Unterstützung erhalten.

Geben Sie die Verantwortung ab.
Erinnern Sie sich daran, dass nur Ihr Angehöriger selbst seine seelischen Probleme lösen kann. Sie können ihn lediglich unterstützen. Sie können ihn ermutigen und mit ihm konkrete Schritte besprechen. Er muss diese Hilfestellungen jedoch umsetzen.

Holen Sie sich therapeutische Unterstützung.
Wenn Sie bemerken, dass Sie selbst depressiv werden, körperliche Beschwerden entwickeln oder in eine Sucht abgleiten, dann nehmen Sie Kontakt zu einem Psychotherapeuten oder einer Selbsthilfegruppe für Angehörige auf.

Literaturempfehlungen für Angehörige

Epstein Rosen, Laura / Francisco Amador, Xavier (2002)
Wenn der Mensch, den du liebst, depressiv ist. Wie man Angehörigen oder Freunden hilft. - Rowohlt Taschenbuch Verlag

Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (Hg.) (2001)
Mit psychisch Kranken leben. Rat und Hilfe für Angehörige - Psychiatrie Verlag, Bonn

© 1999-2012 PAL Verlag - Hilfe für Angehörige psychisch kranker Menschen
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