Wege aus der Einsamkeit

einsame frau schaut sehnsüchtig aus fenster

12 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich einsam, ungeliebt, alleingelassen, ausgeschlossen, ungeliebt, nicht verstanden, verloren, vereinsamt und vom Leben abgeschnitten. Bild © Arrow Studio - Fotolia

Was ist die Ursache von Einsamkeit und wie kann man die innere Leere füllen & die Einsamkeit überwinden?

, Psychotherapeutin

Die Angst, einsam und alleine zu sein und keine Freunde zu haben, kommt für viele Menschen gleich hinter der Angst vor einer Krankheit und der Angst, seine Arbeitsstelle zu verlieren.

Beim Gedanken an das Alter geben rund die Hälfte aller Menschen an, sie haben Angst vor der Einsamkeit im Alter.

Ein Leben in Einsamkeit erleben viele Menschen schmerzhafter als eine körperliche Erkrankung.

Die Einsamkeit wird meist von körperlichen und seelischen Beschwerden begleitet.

Warum fühlen sich in einer Zeit,

immer mehr Menschen einsam und sozial isoliert?

Warum verhungern Menschen seelisch, haben Angst vor Einsamkeit und empfinden eine unstillbare Sehnsucht nach emotionaler Nähe, Geborgenheit und Beziehungen?

Wie Einsamkeitsgefühle entstehen

Viele Menschen verwechseln Einsamkeit mit Singlesein oder Alleinsein.

Sie glauben, dass sie sich zwangsläufig einsam fühlen müssen, wenn sie keinen Partner haben. Doch dem ist nicht so.

Sicher haben Sie auch schon einmal erlebt, dass Sie sich im Kreise vieler Menschen einsam und ausgeschlossen gefühlt haben.

Andererseits haben Sie sich sicher auch schon einmal danach gesehnt, allein mit sich zu sein und die Ruhe zu genießen.

Einsame Frau in Gesellschaft

Ob wir uns einsam fühlen oder nicht, hängt also nicht so sehr davon ab, ob wir Single sind, sondern von unserer inneren Einstellung.

Single-sein muss nicht Einsamkeit bedeuten.

Alleinsein kann je nach innerer Einstellung als wohltuend oder als bestrafend erlebt werden!

Von Einsamkeit sprechen wir dann, wenn wir das Alleinsein oder Zusammensein mit anderen als Ausgeschlossensein und Verlassensein erleben.

Eine Patientin beschreibt ihre Einsamkeit so:

Ich sitze bei Freunden, bei Menschen, die mich lieben und schätzen und die mir das auch immer wieder sagen, aber ich fühle mich trotzdem einsam in deren Gegenwart.

Ich fühle mich so einsam und alleine. Ich fühle mich von aller Welt verlassen. Woher kommt diese Einsamkeit? Das zieht mich richtig runter, dass ich nichts dagegen tun kann. Zuhause, wenn ich alleine bin, habe ich das Gefühl als würde mir etwas fehlen, das ich vermisse. Ich komme jedoch nicht darauf, was das sein könnte. Ich weiß nicht, was mich einsam machen könnte.

Einsamkeitsgefühle können auftreten, auch wenn wir

Die drei Phasen der Einsamkeit

1. Die momentane, vorübergehende Einsamkeit

Die Einsamkeitsgefühle dauern nur kurze Zeit und sind eine Reaktion auf äußere Umstände wie beispielsweise einen Umzug, einen Krankenhausaufenthalt, Arbeitslosigkeit, den Auszug der Kinder.

Ausgelöst durch diese Ereignisse können wir von dem Kontakt mit anderen uns vertrauten Menschen abgeschnitten sein.

Diese Phase der Einsamkeit ist nicht schädlich, sondern kann hilfreich sein, um uns an neue Umstände anzupassen.

Sie deutet eine Veränderung in unserem Leben an.

2. Der langsame Rückzug

Die Einsamkeit beginnt, unser Dauerbegleiter zu sein. Unsere Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen und uns mit anderen Menschen zu unterhalten, nehmen langsam ab.

Wir verlernen zu lächeln und über Alltäglichkeiten zu reden.

3. Die chronische Einsamkeit

Die Einsamkeitsgefühle dauern Monate oder gar Jahre. Wir versteinern.

Unsere Fähigkeiten, Kontakt aufzunehmen und Beziehungen aufrechtzuerhalten, für andere attraktiv zu sein, Anerkennung anzunehmen und zu geben, sind verschwunden.

Unsere Mitmenschen wissen nichts mehr mit uns anzufangen.

Wir fühlen uns abgelehnt, überflüssig und unattraktiv und verlieren immer mehr das Vertrauen in unsere Fähigkeiten.

Wir ziehen uns zurück oder werden anderen gegenüber immer "giftiger" und gereizter.

Wir sind im Gefängnis der Einsamkeit und Isolation gefangen.

Was macht uns für Einsamkeitsgefühle empfänglich?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass bestimmte negative Einstellungen uns für Einsamkeitsgefühle empfänglich machen.

Menschen, die sich einsam fühlen, glauben, nicht liebenswert zu sein. Sie haben Gedanken wie:

Außerdem leiden sie unter einer starken Angst vor Ablehnung, d.h sind extrem abhängig vom Urteil ihrer Mitmenschen.

Sie warten auf die Initiative anderer, ihnen mit Lob und Zuspruch entgegenzukommen, weil sie das Risiko fürchten.

Manchmal wirken sie nach außen arrogant und kein Mensch scheint ihnen gut genug zu sein.

Menschen, die mit sich allein zufrieden sein können, aber auch im Kontakt zu anderen Menschen stehen, zeichnen sich durch folgende Einstellungen und Verhaltensweisen aus:

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Wege aus der Einsamkeit - Wie das Gefühl der Einsamkeit überwinden?

goldfisch befreit sich aus Isolation

Einsamkeitsgefühle sind ein Signal der Psyche, dass sich in Ihrem Leben etwas geändert hat und/oder Ihre sozialen und emotionalen Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Nehmen Sie Ihre Einsamkeitsgefühle zum Anlaß, zu lernen,

TIPP 1: Behandeln Sie sich liebevoll wie einen guten Freund.

Wenn Sie beispielsweise die Einstellung haben, dass es sich nicht lohnt, für Sie als Single etwas Schönes zu kochen oder den Tisch zu decken, dass der Spaziergang alleine keine Freude machen kann und Sie deshalb zuhause bleiben können, dann behandeln Sie sich abschätzig.

Ein Mensch kann einsam sein, auch wenn er von vielen geliebt wird. Anne Frank

Seien Sie es sich "wert", sich selbst etwas Gutes zu tun.

TIPP 2: Tun Sie anderen etwas Gutes.

Bieten Sie anderen etwas an, das Sie haben: ein offenes Ohr, Ihre Gesellschaft, Zeit, Wissen, ein Lächeln, usw.

Wenn Sie anderen etwas schenken, dann tun Sie auch sich etwas Gutes.

Sie verspüren ein befriedigendes und gutes Gefühl. Sie haben das Gefühl, gebraucht zu werden und fühlen sich lebendig.

TIPP 3:Werden Sie aktiv und verlassen Ihr Schneckenhaus. Nehmen Sie Kontakt zu anderen Menschen auf - ohne allzu große Erwartungen zu haben.

Wenn Sie nicht rausgehen, sind die Chancen für neue Beziehungen und Begegnungen gleich null.

Beginnen Sie mit dem Nachbarn, dem Verkäufer im Supermarkt, dem Gemüsehändler auf dem Markt, über Alltägliches zu reden: das Wetter, Fernsehprogramm, einen Zeitschriftenartikel, den Sie gelesen haben.

Wenn soziale Ängste und Schüchternheit der Grund für Ihre soziale Isolation sind, dann lernen Sie, unverkrampfter und lockerer auf andere zuzugehen. >>> TIPPS FÜR DIE KONTAKTAUFNAHME & SMALL TALK.

TIPP 4: Interessieren Sie sich für den anderen, seine Person, seine Familie, die Kinder und erzählen Sie etwas von sich.

Hierdurch haben Sie den Eindruck, dazuzugehören und fühlen sich weniger sozial isoliert und ausgeschlossen.

TIPP 5: Stellen Sie an Ihre Umwelt keine hohen Erwartungen.

Mit dem einen Menschen können Sie über die Kinder reden, mit dem anderen Spaziergänge machen.

Ein einzelner Mensch wird nicht all Ihre emotionalen Bedürfnisse erfüllen.

TIPP 6:Suchen Sie einen Sinn für Ihr Leben, eine Aufgabe wie etwa eine ehrenamtliche Betätigung.

Wenn Sie sich eine Aufgabe geben, werden Sie hierdurch Kontakt finden und sich auch wichtig fühlen.

Ihr Leben wird eine Perspektive haben.

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TIPP 7: Suchen Sie sich eine Beschäftigung, mit der Sie die Zeit sinnvoll füllen können.

Ein Hobby wie etwas sammeln, etwas basteln, etwas malen, usw.

Welche Interessen und Hobbys haben Sie? Machen Sie eine Liste und informieren sich dann, wo Sie Menschen mit ähnlichen Interessen kennenlernen können.

Wenn Sie z.B. gerne Schach spielen, dann informieren Sie sich über Schachclubs in Ihrer Stadt und besuchen diese.

Wenn Sie sich fürs Kochen interessieren, schauen Sie, welche Events hierzu in Ihrer Stadt angeboten werden.

Allein zu sein. Drei Worte, leicht zu sagen, und doch so unendlich schwer zu tragen. Adelbert von Chamisso

TIPP 8: Fragen Sie sich: Hat es auch Vorteile, alleine zu sein? Eröffnen sich durch das Single-Dasein neue Möglichkeiten? Hier einige mögliche Vorteile des Alleinseins, die vielleicht nur ein schwacher Trost sind, aber immerhin ein Trost:

Fallen Ihnen noch weitere Vorteile ein?

Machen Sie eine Liste der Vorteile, alleine zu sein, die Sie hervorholen können, wenn Ihnen mal wieder die Decke auf den Kopf fällt.

Ganz wichtig: Alleinsein und sich selbst genug sein will gelernt sein.

TIPP 9: Denken Sie daran: Sie benötigen andere Menschen nicht, um zufrieden zu sein.

Sie machen sich Ihre schlechten Gefühle durch Ihre Gedanken, indem Sie sich einreden, nicht liebenswert oder nicht interessant zu sein.

Wenn Sie so von sich denken, fühlen Sie sich auch im Beisein anderer einsam und ausgeschlossen!

Wenn Sie sich einsam fühlen, dann sind Sie sowohl der Gefangene als auch der Gefängniswärter.

Durch Ihre Gedanken halten den Schlüssel in Ihrer Hand, Ihre Einsamkeit zu lindern.

TIPP 10: Akzeptieren Sie Ihr Single-Dasein.

Je mehr Sie Ihr Augenmerk auf Paare lenken, sich mit diesen vergleichen, diese beneiden und sich selbst bemitleiden, umso schmerzlicher erleben Sie Ihr Single-Dasein.

Ein wichtiger Schritt ist deshalb, akzeptieren zu lernen, dass Sie momentan Single sind.

TIPP 11: Gehen Sie mit der Zeit

Seien Sie aufgeschlossen für alles Neue (Handy, Computer, Musik) und die kulturellen Angebote an Ihrem Wohnort.

Wenn Sie sich den vielfältigen Angeboten verschließen, weil Sie sich z.B. für zu alt halten, dann isolieren Sie sich.

TIPP 12: Richten Sie Ihre Wohnung gemütlich ein

Fühlen Sie sich rundum wohl in Ihrer Wohnung? Gefällt Ihnen die Einrichtung? Haben Sie Bilder, an denen Sie sich erfreuen können? Haben Sie Pflanzen oder Blumen?

Je ungemütlicher, kälter oder unaufgeräumter Ihre Wohnung ist, umso weniger fühlen Sie sich zuhause wohl, umso schmerzlicher und kälter erleben Sie das Alleinsein.

Also: gestalten Sie Ihre Wohnung freundlich, warm und gemütlich, so dass Sie sich darauf freuen, nach Hause zu kommen und sich darin wohlfühlen.

TIPP 13: Bereiten Sie sich öfter eine warme Suppe, einen warmen Kakao.

Untersuchungen zeigen eindeutig: Wenn wir etwas Warmes zu uns nehmen, wird uns warm ums Herz.

Ein warmes Getränk hilft, wenn wir uns einsam fühlen.

Kann man sich vor Einsamkeit schützen?

Nein. Gelegentliche Einsamkeitsgefühle spüren wir alle immer mal wieder. Wir können aber Vorsorge treffen, dass wir nicht in eine chronische Einsamkeit fallen und vereinsamen.

Wir können


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Dr. Doris Wolf
Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Seit 35 Jahren helfe ich Menschen bei der Bewältigung persönlicher Probleme. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, der Meditation, dem Jin Shin Jyutsu und dem Backen von leckeren Kuchen & Gebäck.

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  1. Leserkommentar Terrance schreibt am 17.09.2019

    Puh. Das ist Leicht Gesagt. Leider befinde ich mich von Mobben und Oberschlauen sowie Junkeys umgeben. Sorry für das Wort Junkeys!Leider habe ich entweder zu Wenig oder zuviel Mut. Langweile mich immer. Wo mein Proplem. Bin ich nun doch Seelisch Krank durch schlechte Mitbürger und Eltern die mich Emotional vernachlässigt haben und mich Fehleinschaetzen??? Passiert immer wieder das ich mich als Psychisch Krank verkaufe seid Coming out und Verpoenung von Anfang an da ich Gay bin.

  2. Leserkommentar mareike schreibt am 05.09.2019

    ich muß mir jetzt hier auch mal was von der seele schreiben...ich lese ja auch teilweise in anderen foren, wo andere, anderen helfen, und es leider ähnlich zugeht, wie in den letzten beiträgen hier, wo dann fast so eine art besser-wisser krieg ausbricht, und gegenseitige belehrungen folgen...schlimm wie manche sich dann noch verbal gegenseitig ohrfeigen...daß ist auch ein grund warum ich mich nicht bei so foren anmelde, und auch sonst nicht so ein geselliger mensch bin...schade irgendwie... klar gibt es auch freundliche menschen, die ein großes herz haben und auch eine lebensweisheit besitzen, und andere daran teilhaben lassen wollen, also wirklich helfen wollen, aber eben auch das obige von mir beschriebene, und wenns einem dann wirklich sch**** geht...also ich versuche mich dann dem nicht auszusetzen, weil: behaltet mal euren frust schön für euch! ich will ihn jedenfalls auch nicht!

  3. Leserkommentar Danke schreibt am 05.09.2019

    Mir haben sie persönlich sehr damit geholfen, das ist total helfend was sie alles aufgelistet haben und an dich “genervter” das trifft halt nicht auf zu Soll das denn, auf jeden einzelnen richtig ubereinstimmen, jeder mensch ist anders ? einfach dumm

  4. Leserkommentar an "Genervter" schreibt am 15.08.2019

    Es ist mehr als nur bedauerlich wie eintönig Sie denken. Sicherlich gibt es viele Menschen, die in Selbstmitleid versinken- aber auch auf diese gilt es nicht herablassend zu schauen, schließlich wissen Sie doch gar nicht was nun die Ursache hierfür ist. Psychologisch versiert scheinen Sie ja nicht zu sein und Ihren Worten entnehme ich, dass auch sozialkompetenztes Verhalten nicht gerade zu Ihren Stärken zählt. Was ist mit den Menschen, die situativ bedingt gar nicht die Möglichkeit haben unter Menschen zu gehen- beispielsweise aufgrund desssen, dass Sie- wir hier auch beschrieben- kranke Angehörige zu verpflegen haben oder aufgrund einer eigenen Erkrankung das gesamte soziale Umfeld verloren haben? Sie scheren mit Ihren Verallgemeinerungen alle Menschen über einen Kamm. Mit Ihrem harten Urteil über Ihre Mitmenschen treffen SIe- ohne es auch nur im Ansatz zu merken- ein Urteil über sich: Sie bezeichnen sich als " Genervter", weil Sie von sich und Ihrer Hartherzigkeit "genervt " sind... Ich wünsche Ihnen, dass sie nie in die Situation der Menschen, die sich hier austauschen, kommen...

  5. Leserkommentar Genervter schreibt am 09.08.2019

    Das Gefühl der Einsamkeit haben Menschen, deren Gedanken ständig um die eigenen Ichachse kreisen und die nicht gelernt haben, Verantwortung für sich zu übernehmen. Diese Menschen sind voller Selbstmitleid und wollen bedauert werden. Das Konstruktive fehlt. Das macht wiederum den Kontakt mit anderen schwierig. Ein Teufelskreis entsteht.

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Yvonne schreibt am 8.10.13

Danke für dieses wunderbare Buch. Ich fühl mich gut. Ich bin gerne mit mir zusammen. Ich fühle mich selten alleine und einsam, weil ich jetzt weiß, einen guten Freund "mich selber" zur Seite zu haben.

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Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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