Ratgeber Selbstvertrauen

Gibt es ein Heilmittel gegen Unzufriedenheit?

wort un-zufrieden

Wenn es doch nur so einfach wäre, Unzufriedenheit in Zufriedenheit zu verwandeln, indem man die Buchstaben "Un" weglässt. Bild © thingamajiggs - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

Wo liegen die Ursachen für (ständige) Unzufriedenheit?

Die Ursachen liegen in uns selbst, in unseren Einstellungen. Wir haben in unserer Kindheit gelernt, unseren Blick mehr auf Fehler und Schwächen zu lenken.

Ein gängiges Erziehungsprinzip ist es wenig zu loben und viel zu kritisieren. Die Eltern vergleichen uns mit anderen Kindern, sich selbst mit Nachbarn und den Freunden.

Unsere Gesellschaft orientiert sich stark am Leistungsprinzip. Erfolgreich ist und Anerkennung bekommt, wer gut und jugendlich aussieht, viele Freunde (real oder in sozialen Netzwerken) hat, viel leistet, erreicht und sich leisten kann.

Wir lernen nicht, uns so anzunehmen, wie wir sind und mit dem zufrieden zu sein, was wir haben.

Ständig fühlen wir uns gedrängt, mehr zu leisten, mehr zu kaufen und zu besitzen, mehr aus uns zu machen. Das Motto lautet: besser, weiter, höher, schneller.

Das führt zwangsläufig zu innerer Unzufriedenheit.

Warum fällt es leichter, Defizite zu erkennen, als Erfolge zu genießen?

Weil wir

Wie mit dem zufrieden sein, was man hat?

Wir müssen unseren Blick und unsere Einstellungen ändern:

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Muß man für die Zufriedenheit seine Träume und Wünsche aufgeben?

Zufriedensein bedeutet nicht, keinen Ehrgeiz mehr zu haben, es nicht weiterbringen zu wollen, nichts mehr erreichen zu wollen.

Wir können mit dem zufrieden sein, was wir haben und besitzen, und uns gleichzeitig für die Zukunft Ziele stecken.

Entscheidend ist die Motivation für unsere Ziele. Wenn wir uns Ziele stecken, weil es uns Spaß macht, etwas zu erschaffen und wir den Prozss des Erschaffens genießen, dann ist das o.k.

Problematisch sind Ziele nur, wenn wir uns diese stecken, um andere zu beeindrucken, um es anderen Recht zu machen, um das Gefühl zu haben, "wer" zu sein.

Wo ist der Unterschied zwischen Dingen, über die man zu Recht unzufrieden ist und überzogenen Ansprüchen?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Zunächst einmal muss man sich seine Werte bewusst machen:

Zerstöre deine Freude an dem, was du bereits besitzt, nicht dadurch, dass du nach Dingen verlangst, die du nicht hast.
Aber erinnere dich daran, dass das, was du heute besitzt, einmal zu den Dingen gehörte, die du dir erhofft hast. Epicur

Was ist für mich wichtig im Leben? Wie würde ich die Situation in 5 Jahren beurteilen? Wie würde ich es am Ende meines Lebens beurteilen, wenn ich das nicht gehabt hätte?

Könnte ich das Bedürfnis, was ich jetzt nicht erfüllt habe, durch etwas anderes erfüllen?

Manchen hilft auch der Vergleich zu anderen Menschen, ein Gespräch mit Freunden. Man kann natürlich auch auf die fundamentale Frage zurückgehen: Bin ich wirklich in Lebensgefahr, wenn ich es nicht habe?

Wenn das, was man anstrebt, für uns sehr wichtig ist, dann können wir uns konkrete Schritte zu diesem Ziel überlegen. Dadurch vermeiden wir allzu große Unzufriedenheit.

Ratgeber Gefühle verstehen

Gibt es konkrete Tipps für die Lebensbereiche Geld, Karriere, Partnerschaft, Freundeskreis?

Nein, denn hierzu wäre es notwendig, die Werte jedes Einzelnen zu kennen.

Das Problem der Unzufriedenheit sind unsere Einstellungen, nicht die Situationen und Bereiche.

Wir glauben, etwas unbedingt zu benötigen. Erst dann - so glauben wir - können wir glücklich sein.

Beispielsweise: Erst wenn ich einen Partner habe, ein Kind habe, ein Haus besitze, meinen Traumjob habe, dann kann ich zufrieden sein.

Eine solche Einstellung macht dauerhaft unglücklich und unzufrieden, da es immer etwas gibt, das wir gerne hätten.

Wir leben in einem ständigen Mangel und fühlen uns minderwertig.


Unzufriedenheit.html

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Ist Unzufriedenheit generell schlecht?

Nein. Wenn durch unsere Unzufriedenheit unser Ehrgeiz geweckt wird, dann kann Unzufriedenheit ein starker Motor sein, um mehr das zu sein oder zu erreichen, was wir sein oder haben wollen.

Wenn wir die Energie der Unzufriedenheit nutzen, dann fällt es uns leichter, etwas zu verbessern und zu verändern.

Wichtig zu wissen: Unzufriedenheit wirkt sich nur dann negativ auf unser seelisches und körperliches Wohlbefinden aus, wenn wir ständig unzufrieden sind und mit nichts zufrieden sind.

Rezept für mehr Zufriedenheit

Täglich morgens und abends zubereiten
und einnehmen

Konzentriere dich auf das, was du besitzt,
statt an das zu denken, was du nicht hast.

Schätze, was dir geblieben ist,
statt an das zu denken, was du verloren hast.

Erinnere dich, was du gut gemacht hast,
statt an deine Fehler zu denken.

Überlege, was du aus dir machen kannst,
statt daran zu denken, wer du nicht bist.

Video Weisheit zu Unzufriedenheit

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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar Peter schreibt am 18.07.2016, 14.32 Uhr

    Bin 46 Jahre alt und sehr zufrieden. Oft denke ich das ich Lebenssatt bin und dennoch gibt es noch viele Dinge die man lernen und entdecken kann. Das Leben wird nie langweilig auch wenn man zufrieden ist, obwohl nicht alles nach dem jugendlichen Lebensplan sich entwickelt hat.

  2. Leserkommentar Gabriela schreibt am 09.06.2016, 22.30 Uhr

    Ich habe in meinem Leben fast alles erreicht und somit eigentlich keinenGrund zur Unzufriedenheit . Und doch bin ich unzufrieden,weil der Preis für das Erreichte zu hoch war-meine Gesundheit...

  3. Leserkommentar Haras schreibt am 30.05.2016, 21.35 Uhr

    Sehr schöner Artikel. Leider habe ich das Problem, dass mich meine Unzufriedenheit lähmt. Ich weine bei einem klitzekleinen Rückschlag häufig und kann nichts anderes mehr tun. Ich werde grantig, wenn mein Partner mir helfen möchte und verkrieche mich im Bett. Ich bin dann lustlos und unmotiviert. Fühle mich überfordert mit meinem ganzen Leben und werde sehr, sehr unzufrieden und bin zu nichts mehr zu gebrauchen. :( Ich freue mich über Rat.

  4. Leserkommentar Christine schreibt am 27.04.2016, 09.17 Uhr

    Sehr guter Beitrag Ab und zu brauche ich diese beitrege um mir bewußt zu werden das es mir gut geht und ich dankbare bin das es so ist wie es ist . Es sind so gleine wünsche die ich noch habe kommt Zeit kommen auch diese Ich wünsche euch allen einen schönen Tag 🙋

  5. Leserkommentar Flo schreibt am 24.04.2016, 10.57 Uhr

    Ich lasse mich manchmal treiben und von irgendetwas inspirieren dass mich dann wie anspricht und ein Zündkerze ist für einen Antrieb. Leider wenn es zuviele Zündungen sind wird es mir dann manchmal wieder zuviel:-). Aber einen leeren Raum gibt es kaum, denn die Umgebung (Menschen, Orte, Information,..) hat viel zur Inspiration.Wenn Menschen mit dabei sind die die Initiative teilen läuft es wie von selber.

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Claudia Frey, Heidelberg
Diplom Psychologin

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