Warum ist es wichtig, verzeihen und vergeben zu können?

Bitte verzeih mir

Kränkungen verzeihen und vergeben können ist wichtig für unser seelisches Wohlbefinden.

Warum das so ist und wie wir verzeihen lernen können, darum geht es in diesem Beitrag. Bild © styleuneed - Fotolia.com

© Autorin: Dr. Doris Wolf Psychotherapeutin

"Verzeih mir", unter diesem Titel flimmerte einige Zeit eine Show über den Bildschirm, die viel Kritik erntete, aber auch sehr viel Anklang bei den Zuschauern fand.

Offensichtlich fühlen sich viele Menschen befreit, wenn sie sehen, wie andere sich versöhnen.

Fast jeder Mensch hat irgendwo in seinem Innern ein paar "unerledigte Geschäfte".

In nahezu jedem von uns existiert eine schwarze Liste, in die wir Ereignisse eingetragen, die wir anderen oder uns nicht verzeihen können.

Solange wir diese Liste nur ab und zu einmal aufschlagen und uns dann wieder dem aktuellen Tagesgeschehen zuwenden, ist nicht allzuviel dagegen einzuwenden.

Viele Menschen befassen sich jedoch tagtäglich mit dieser Liste. Sie rufen sich immer wieder in Erinnerung, was der andere getan hat und dass sie ihm dies nicht verzeihen können.

Sie quälen sich täglich damit, darüber zu grübeln: "Warum nur! Wie konnte er mir so etwas antun. Das kann ich ihm nicht vergeben." "So darf sie/er nicht mit mir umgehen."

Es können kleine Alltäglichkeiten sein, die wir nicht verzeihen können: Jemand hat unseren Geburtstag vergessen, sich nicht für unser Geschenk bedankt, uns nicht eingeladen oder uns nicht gegrüßt.

Unsere Gedanken können aber auch um ganz grundsätzliche Ereignisse kreisen: die lieblose Erziehung, die uns unsere Eltern angedeihen ließen, die Bevorzugung des Geschwisterchens oder die Aufteilung des Erbes.

Welche Folgen hat es, wenn wir nicht vergeben?

Wir beschäftigen uns in Gedanken damit, dem anderen Schuld zuzuweisen, ihm sein Verhalten nachzutragen.

Da jeder unserer Gedanken sich auch auf unseren Körper und unsere Gefühle auswirkt, bringen uns nachtragende Gedanken aus unserem inneren Gleichgewicht und können sogar Krankheiten verursachen.

Unser Körper kann beispielsweise mit Erschöpfung, Anspannung, Bluthochdruck, Kopf- oder Magenschmerzen, Schlafstörungen, mit einem Absinken der Abwehrkräfte reagieren.

Wir fühlen Haß, Rache, Wut, Verbitterung, Verletzung, Enttäuschung, Ablehnung.

Wir verspüren möglicherweise den Wunsch, es dem anderen heimzuzahlen, ziehen uns von ihm oder von allen Menschen zurück.

Verzeihen ist die Tür zu innerem Frieden

2 Friedenstauben - Symbol Verzeihung & Frieden

Wann immer wir einem anderen grollen oder mit dem Schicksal hadern, bestrafen wir uns selbst.

Eine unangenehme Erfahrung, die bereits vorüber ist, erleben wir in der Phantasie dann aufs Neue.

Körper und deine Seele geraten aus dem Gleichgewicht.

Verzeihen wir dem anderen stattdessen und legen unsere negative Erinnerung als erledigt ab, fühlen wir uns wieder frei und unbeschwert. Deshalb: Make love, not war.

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Warum tun wir uns schwer, anderen zu verzeihen?

Wir sagen uns: "Sein Verhalten hat mich so stark getroffen. Das kann ich ihm nicht verzeihen!" Es ist eine Art Bestrafung, die wir damit bewirken wollen.

Wenn wir jedoch genauer hinschauen, trifft uns die Bestrafung selbst. Wir finden keine Ruhe, haben schlaflose Nächte und sind angespannt.

Der andere, den wir bestrafen wollen, weiß meist gar nichts davon. Selbst wenn wir ihm aus dem Weg gehen und ihm dadurch unser Verletztsein zeigen, wird er meist lange nicht so be- und getroffen sein wie wir selbst.

Wenn du einem anderen Menschen vergibst, dann tust du dies deinetwegen und nicht, weil er es verdient.Doris Wolf

Wir beschäftigen uns damit, wie wir uns rächen, es ihm heimzahlen können.

Wir berauben uns damit unserer Energie, die wir für Schöneres einsetzen könnten.

Auch unser Stolz und der Glaube, unser Gesicht zu verlieren, stehen uns im Wege.

Die Angst, der andere könnte sich ermutigt fühlen, sein Verhalten zu wiederholen, ist ein weiteres Motiv, das uns vom Verzeihen und Vergeben abhält.

Oder kommt Ihnen der Gedanke vertraut vor: Verzeihen heißt gutzuheißen, wie er sich verhalten hat?

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Tipps, wie Sie verzeihen und vergeben lernen können

Tipp verzeihen können Rufen Sie sich das Ereignis, das Sie nicht verzeihen können, in Erinnerung. Stellen Sie sich die Frage: "Was habe ich dazu beigetragen?"

Tipp verzeihen können Versetzen Sie sich in den anderen hinein. "Was hat aus seiner Perspektive dazu geführt, dass er sich so verhalten hat?"

Tipp verzeihen können Denken Sie daran, dass Verzeihen nichts mit Schwäche zu tun hat. Im Gegenteil, verzeihen ist ein Ausdruck von Stärke. Sie tun es in erster Linie für sich und Ihr seelisches Wohlbefinden.

Es schadet einem nicht,
wenn einem Unrecht geschieht;
man muss es nur vergessen
können.Konfuzius

Tipp verzeihen können Sie müssen das Verhalten des anderen nicht gutheißen. Es ist in Ordnung zu sagen: Mir gefällt es nicht. Es hat mir wehgetan. Ich akzeptiere, dass er sich mir gegenüber so verhalten hat.

Tipp verzeihen können Überprüfen Sie noch einmal, ob aus der heutigen Sicht dieses eine Verhalten alle anderen positiven Erfahrungen, die Sie mit diesem Menschen gemacht haben, in Frage stellen kann.

Tipp verzeihen können Wenn Sie möchten, dann sprechen Sie diesem Menschen gegenüber, der Sie gekränkt hat, nochmals Ihre Gefühle aus oder schreiben ihm einen Brief. Vielleicht genügt es Ihnen sogar, diesen Brief nur für sich zu schreiben - ohne ihn abzuschicken.


Verzeihen.html

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Tipp verzeihen können Nehmen Sie ein Bild dieses Menschen und sagen Sie: "Ich bin bereit, Dir zu vergeben".

Sie werden die ersten Male innerlich heftigen Widerstand verspüren, wenn Sie dies sagen.

Wenn Sie die Worte öfter wiederholen, werden Sie mit der Zeit das Gefühl der Vergebung spüren.

Gehen Sie diese 7 kleinen Schritte. Es lohnt sich, Sie können inneren Frieden finden.

Was hilft es Ihnen, stolz zu sein und recht zu behalten, wenn Ihr Körper und Ihre Seele leiden?

Wenn Sie vergeben und verzeihen, tun Sie in erster Linie sich selbst etwas Gutes.

Übrigens ...
Genauso wichtig ist es auch, Nachsicht mit seinen Fehlern und Schwächen zu haben und sich selbst seine Fehler verzeihen zu können.

Sonst leiden wir unter Schuldgefühlen, die uns den Schlaf rauben und unser seelisches Wohlbefinden stören.

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Dr. Doris Wolf
Doris Wolf (Autorin)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Schon immer hatte ich ein offenes Ohr für die Sorgen anderer. Deshalb war es mein Herzenswunsch, als Psychotherapeutin zu arbeiten. Einen Ausgleich zu meiner beruflichen Tätigkeit finde ich im Nordic Walking, dem Jin Shin Jyutsu und der Kuchenbäckerei.

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  1. Leserkommentar peter schreibt am 19.08.2016, 14.43 Uhr

    einfach toll, ich bin in so einer situation...

  2. Leserkommentar Wrigley schreibt am 18.08.2016, 04.00 Uhr

    Angenommen jemand hat seine Ehefrau getötet, da sie sich von ihm trennen wollte. Unmittelbar nach der Tat versuchte er, sich das Leben zu nehmen, aber überlebte. Soll man ihm Ihrer Ansicht nach verzeihen, und falls ja: wie und warum?

  3. Leserkommentar Versuch schreibt am 10.08.2016, 07.51 Uhr

    Hallo Birgit, vielleicht liest du das hier... hast du etwas Neues zu berichten?

  4. Leserkommentar Birgit schreibt am 02.08.2016, 19.26 Uhr

    Ich denke deine Frage trifft es auf den Punkt. Vielen Dank für deine Antworten.

  5. Leserkommentar Versuch schreibt am 02.08.2016, 16.08 Uhr

    Liebe Birgit, es hört sich so an, als hättet ihr beide noch ganz andere Probleme und Streitpunkte. Als außenstehende Person und ohne die Details zu kennen, ist es schwer, Tipps zu geben. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass man sich in einer Beziehung wohl fühlen sollte. Wenn ihr so oft streitet, fühlt ihr euch beide nicht wohl. Wenn du zweifelst und sogar schreibst, dass du diese Beziehung nicht aushältst, ist das kein gutes Zeichen. Ich denke, jeder Mensch, dem man in seinem Leben begegnet, soll einen etwas lehren - über einen selbst, über andere, ob nun positiv oder negativ. Von einigen trennt man sich im Laufe der Zeit, mit einigen reist man weiter. Beziehungen sollten der Seele, dem Geist und dem Körper gut tun. Tut ihr einander gut?

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Claudia Frey, Heidelberg
Diplom Psychologin

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