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Gewohnheiten

Jeder Mensch hat Gewohnheiten - wie er denkt, fühlt, körperlich reagiert und sich verhält. Gewohnheiten sind Automatismen oder Rituale.

Der Mensch ist so konstruiert, dass er, sofern sein Gehirn normal funktioniert, automatisch Gewohnheiten entwickelt, wenn er Denk- und Verhaltensweisen wiederholt.

Da sich Gewohnheiten entwickeln, können diese auch abgelegt und durch andere ersetzt werden. Hierzu benötigt man jedoch Zeit und bewusstes Einüben des neuen Verhaltens.

Zu den Denkgewohnheiten gehört beispielsweise,

Zu den Gefühlsgewohnheiten gehört,

Zu den Verhaltensgewohnheiten gehört beispielsweise,

Und natürlich gehören auch Rituale dazu, ob man den Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest oder mit dem Partner vor dem Einschlafen kuschelt.

Gute Gewohnheiten haben viele Vorteile. Sie sind lebensnotwendig und helfen, mit dem Alltag klarzukommen, Zeit und Energie zu sparen und in der Aufmerksamkeit Platz für neue Themen zu schaffen.

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Gewohnheiten haben gute und schlechte Seiten

Die meisten Gewohnheiten, die ungeliebten wie die geliebten, haben zwei Seiten.

Die eine Seite bereitet Lust und Vergnügen, bringt Entspannung oder Ablenkung. Die andere Seite hat (langfristig) Nachteile.

So etwa das Rauchen. Rauchen entspannt, aber langfristig schaden wir uns mit dieser Gewohnheit.

Aus Langeweile oder Frust zu essen, verschafft uns kurzfristig gute Gefühle, langfristig aber nehmen wir zu und werden übergewichtig.

Unangenehme Tätigkeiten aufzuschieben, bringt uns kurzfristig Erleichterung, langfristig aber haben wir durch das Aufschieben Nachteile.

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Worauf es beim Verändern von Gewohnheiten ankommt

Warum ist es schwer, alte Gewohnheiten abzulegen? Wenn man Gewohnheiten verändern will, benötigt man ein wenig Wissen über das Wesen von Gewohnheiten, etwas Durchhaltevermögen und eine gewisse Frustrationstoleranz.

Was passiert, wenn Sie eine Gewohnheit wie etwa immer mit dem negativen Ausgang einer Sache zu rechnen, ablegen und durch eine eher zuversichtliche Haltung ersetzen wollen?


Eine kleine Übung.
Falten Sie Ihre Hände zum Gebet. Schauen Sie, ob der Daumen der rechten Hand über dem Daumen der linken Hand liegt, oder umgekehrt.

Wenn der Daumen Ihrer rechten Hand über dem Daumen der linken Hand liegt, dann legen Sie nun bewusst den Daumen der linken Hand über den der rechten Hand.

Fühlt sich das richtig und gut an oder eher fremd und komisch? Letzteres mit Sicherheit. Genau das Gleiche passiert, wenn Sie Denk- und Verhaltensgewohnheiten ändern.


Als Pessimist optimistisch zu denken fühlt sich erst mal falsch und unnatürlich an. An diesem Punkt scheitern die meisten Menschen, die sich von lästigen oder gesundheitsschädlichen Gewohnheiten trennen wollen.

Sie halten dieses Fremdeln, dieses Gefühl des das-passt-nicht-zu-mir oder das-fühlt sich-falsch-an für den Beweis, dass die neue Gewohnheit nicht zu ihnen passt und geben auf.

Den Durchbruch, sprich, sich das neue Verhalten aneignen, schaffen Sie nur,

Für unser Gehirn sind Gewohnheiten unverzichtbar - und seien sie noch so schädlich - und neue Verhaltensweisen betrachtet es als falsch.

Nur mit Training lernt unser Gehirn, Neues als richtig anzusehen und das Vertraute als falsch anzusehen. Alles Gewohnheitssache.

Glücklichsein ist wie Unglücklichsein eine Gewohnheitssache. Einmal gelernt, immer zuerst die Nachteile und das Negative einer Sache zu sehen, wird unser Gehirn unseren Blick immer erst auf die negative Seite lenken.

Nur durch tage- oder wochenlanges Üben können wir unserem Gehirn beibringen, zuerst nach den Vorteilen und positiven Seiten zu schauen.

Die für Verhaltensänderungen notwendigen Änderungen in unserem Denken und Handeln nehmen wir meist nur dann in Kauf, wenn wir uns in einer Krise befinden und feststellen, dass wir so nicht weiterleben können - wenn also der Leidensdruck entsprechend groß ist.

Wer keine üblen Gewohnheiten hat, hat wahrscheinlich auch keine Persönlichkeit. William Faulkner

Gewohnheiten ändern

Da fast jeder Gewohnheit zwei Seiten hat, ist es bei der Veränderung von Gewohnheiten hilfreich, sich diese vor Augen zu halten.

Fragen Sie sich also: Was ist der Vorteil meiner ungeliebten Gewohnheit, die ich ablegen will? Welchen Gewinn habe ich durch sie? Welche positiven Gefühle habe ich, wenn ich dieser Gewohnheit nachgehe?

Dann fragen Sie sich: Wie könnte ich mir die positiven Seiten meiner ungeliebten Gewohnheit auf andere Weise verschaffen?

Und schließlich fragen Sie sich: Was könnte/würde ich gewinnen, wenn ich meine lästige Gewohnheit aufgebe?

Wenn Sie die ungeliebte Gewohnheit nicht aufgeben können oder wollen, dann machen Sie sich wenigstens keine Schuldgefühle. Und verurteilen Sie sich nicht dafür, dass Sie zu willensschwach sind.

Was die Gewohnheit über sich selbst sagt

Sie kennen mich vielleicht. Ich bin ihr ständiger Begleiter. Ich bin ihr größter Freund, ich kann aber auch zu einer großen Belastung für Sie werden.

Ich bringe Sie voran, aber ich stürze Sie auch ins Verderben. Ich stehe Ihnen zu Diensten. Die Hälfte Ihrer Aufgaben können Sie getrost mir überlassen. Ich erledige sie schnell und zuverlässig und ich werde sie immer auf die gleiche Weise erledigen, wenn Sie das wünschen.

Mit mir ist leicht auszukommen. Sie müssen nur ziemlich streng mit mir ein. Zeigen Sie mir genau, wie Sie etwas erledigt haben wollen und mit etwas Übung erledige ich das automatisch für Sie.

Ich bin der Diener aller großen Männer und Frauen, aber ich bin auch der Diener aller Menschen, die versagen. Ich habe alle Menschen zu dem gemacht, was sie sind.

Ich arbeite mit der Genauigkeit eines Computers und mit der Intelligenz eines Menschen.

Sie können mich zu Ihrem Nutzen, aber auch zu Ihrem Ruin und zu Ihrem Verderben einsetzen. Mir ist das völlig gleich.

Benutzen Sie mich. Wenn Sie mit mir nachsichtig und nachgiebig umgehen, werde ich Sie zerstören. Wenn Sie mir gegenüber bestimmt und unnachgiebig sind, werde ich Ihnen die Welt zu Füßen legen.

Gewohnheiten sind die treuesten Diener oder die schlimmsten Herren.

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Autorin des Beitrags:

Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf ist Expertin für:

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