Zögern

Wenn wir zögern dann sind wir unsicher ob eine Handlung von uns richtig ist. Was kannst du gegen den Impuls zu zögern tun? Dieser Lebenshilfe-ABC-Beitrag gibt Antworten und Hilfestellungen.

Zögern

Wenn wir zögern, dann sind wir in Warteposition. Einerseits verspüren wir den Impuls, etwas zu unternehmen. Andererseits gibt es in uns noch eine Stimme, die gegen unser Handeln spricht.

Das Hinauszögern wird manchmal belohnt, weil sich Dinge von selbst erledigen oder die Situation nach der Verzögerung noch günstiger für uns ist. Andererseits werden wir manchmal für das Zögern bestraft. Die Person, die wir auf der Veranstaltung ansprechen wollten, ist dann schon nach Hause gegangen. Den guten Deal auf einer Online-Verkaufsplattform hat jemand anderes gemacht, die freie Stelle hat eine Kollegin bekommen.

Wenn wir zögern, große und lebenswichtige Entscheidungen zu treffen, dann können wir unser Leben nicht so leben, wie wir es leben möchten.

Warum zögern wir?

Zögern ist eine Handlung, die wir selbst herbeiführen. Von außen hält uns für gewöhnlich niemand zurück, auch wenn wir schnell Argumente dafür parat haben – uns selbst und anderen gegenüber. Aber wir selbst sind es, die uns am Handeln hindern. Die wahren Gründe dafür liegen in uns, in unseren Gewohnheiten und Glaubenssätzen, die wir seit der Kindheit mit uns führen:

  • Wir fordern von uns, immer das beste Ergebnis zu erzielen und keine Fehler zu machen.
  • Wir schüren unsere Angst vor einer falschen Entscheidung und deren Konsequenzen an.
  • Wir fürchten uns generell davor, Verantwortung für etwas zu übernehmen und "schuld" an etwas zu sein.
  • Wir haben eine negative Sicht auf die Zukunft und glauben, dass das, was nachkommt, schlechter ist als das, was wir haben.
  • Wir haben eine ängstliche Grundhaltung und sind überzeugt davon, uns würde Unangenehmes erwarten .
  • Wir glauben, der zukünftigen Lage nicht (oder noch nicht) gewachsen zu sein bzw. uns fehle es (noch) an Wissen und Fähigkeiten.

Die Folgen dieser negativen Gedanken machen sich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich bemerkbar. Beim Gedanken, eine Entscheidung treffen oder danach handeln zu müssen, spüren wir ein ungutes Gefühl (Bauchschmerzen). Es lässt nach, wenn wir alles beim Alten belassen und nichts tun.

Allerdings stellt sich dann auch keine Zufriedenheit ein, denn gleichzeitig taucht wieder der Gedanke auf, wie schön es wäre, wenn ... 

So kannst du besser mit deinem Zögern umgehen

Das nächste Mal, wenn du dazu neigst zu zögern, gehe nach den folgenden vier Schritten vor:

Schritt 1Finde heraus, was dich zögern lässt.

Fragen dich, was schlimmstenfalls passieren könnte, wenn du dich entscheidest oder handelst. Wovor hast du Angst? Was hält dich zurück. Indem du dir deine zögernden Gedanken, ja Denkmuster, bewusst machst, kannst du ihnen auch positive Gedanken entgegenstellen: So lange du nicht in Lebensgefahr gerätst und auch niemanden gefährdest, handle.

Schritt 2Mach eine optimistische Gewinn-und-Verlust-Rechnung.

Was gewinnst du, wenn du dich entscheidest und handelst? Was könntest du verlieren, wenn du zögerst und nicht handelst? In welcher Waagschale liegt mehr? Lohnt es sich auf lange Sicht, wenn du kurzfristig dir unangenehme Gefühle der Unsicherheit oder des Verantwortungsdrucks aushältst? 

Schritt 3 Male dir aus, was genau du tun willst und wie du dabei ein gutes Gefühl hast.

Unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir etwas tatsächlich tun oder es uns nur vorstellen. Deshalb kannst du dein Zögern überwinden, indem du dir eine positive Vorstellung von deinem Handeln machst. Das motiviert dich und senkt deine Angst, es wirklich zu tun.

Schritt 4 Schließe Frieden mit dir.

Wenn du eine Aufgabe schon länger hinausgezögert hast und deine Ängste und Unsicherheit sehr groß geworden sind, dann hast du 2 Selbsthilfestrategien, die innere Starre zu überwinden und ins Tun zu kommen:

1. Suche nach Möglichkeiten, wie du grundsätzlich und kontinuierlich deine innere Unsicherheit und deine Ängste abbauen kannst. Was tut dir gut? Was entspannt dich? Es gibt viele Techniken, die dir weiterhelfen können, etwa Autogenes Training, die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Meditationsübungen etc. Probiere sie aus und übe eine der Techniken ein, dann kannst du sie in Momenten anwenden, in denen negative Gedanken und Gefühle in dir aufkommen und du Druck und Anspannung spürst. Auf entspannte Weise lässt es sich viel leichter Entscheidungen treffen.

2. Probiere es aus. Mach den ersten Schritt und entscheide dich aktiv dazu, nur nach deinem Bauchgefühl zu handeln und dabei erst einmal die großen Ziele außer Acht zu lassen. Das nimmt dir den Druck, erfolgreich sein zu müssen oder keinen Fehler machen zu dürfen. Bestenfalls gehst du deine Aufgabe auf spielerische Art an, nach dem Motto: Mal sehen, was daraus wird?

Wie hilfreich war der Beitrag für dich?
3.67 Sterne (3 Leserurteile)

In diesem ABC-Beitrag erhältst du Informationen zu Abhängigkeiten von stofflichen und nichtstofflichen Suchtmitteln und zur emotionalen Abhängigkeit.

Im Laufe unseres Lebens müssen wir von vielem Abschied nehmen. Die Verarbeitung eines jeden Abschieds braucht Zeit. In diesem Lebenshilfe-ABC-Beitrag erfährst du wissenswerte Zusammenhänge zwischen Abschied und Veränderung.

Absolute Beginners – damit gemeint sind Erwachsene über 20 Jahre ohne Beziehungserfahrung. In diesem Lebenshilfe-ABC-Beitrag erfährst du, mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen haben und wie sie diese meistern können.

Passend zum Thema
Dein Kommentar/Erfahrungsbericht

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, dann berichte davon und hilf so auch anderen auf dem Weg in ein zufriedenes Leben. Bitte beachte dabei unsere PAL- Nettiquette, die sich an der allgemeinen Internet-Nettiquette orientiert: Alle Inhalte, auch Kommentare und Beiträge von Leserinnen und Lesern, sollten in respektvollem und wertschätzendem Ton verfasst sein und dem Zweck dienen, andere weiterzubringen. Wir lehnen es ab, dass Menschen vorsätzlich verbal verletzt sowie Falschaussagen oder versteckte Werbungen verbreitet werden. Deshalb werden wir dahingehende Beiträge streichen.

Bitte die zwei gleichen Bilder auswählen:

Captcha 1
Captcha 1 Overlay
Captcha 2
Captcha 2 Overlay
Captcha 3
Captcha 3 Overlay
Captcha 4
Captcha 4 Overlay
Newsletter: Vitamine für die Seele

Lust auf mehr positive Impulse und Inspirationen in Beiträgen, Podcasts, Videos? Dann bestelle unseren kostenlosen redaktionellen PAL-Newsletter.

  
Inhalt des Beitrags 
 Warum zögern wir?  
 So kannst du besser mit deinem Zögern umgehen  
 Mehr zum Thema zögern  
Weitere Beiträge
 Abhängigkeit
 Abschied nehmen ist immer ein wenig sterben
 Absolute Beginners – erwachsene Menschen ohne Beziehungserfahrung
Lust auf mehr Themen zu mentaler Gesundheit?
Der PAL-Newsletter