Angst vor Ablehnung und Verurteilung

frau hat Angst vor Ablehnung

Die Angst vor Ablehnung und Zurückweisung ist die am häufigsten verbreitete Angst der Menschen. Bild © Peter Kögler - Fotolia

, Psychotherapeut

Woher kommt die Angst, sich unbeliebt zu machen und nicht mehr gemocht zu werden? Wie kann man die Angst vor Ablehnung überwinden?

Millionen Menschen haben Angst, von anderen nicht gemocht, verurteilt und abgelehnt zu werden.

Schauen wir uns an, was es mit der Angst vor Ablehnung, die zu einer Angst vor Menschen führt, auf sich hat.

Die Folgen der Angst vor Ablehnung

Aufgrund ihrer Angst vor Ablehnung trauen sich Betroffene nicht, Kontakt mit anderen aufzunehmen, sich mit anderen zu unterhalten, ihre Meinung zu sagen, vor einer Gruppe zu sprechen, im Mittelpunkt zu stehen, usw.

Betroffene reagieren oft überempfindlich auf Kritik, sind schnell gekränkt, sind schüchtern und ihr Selbstbewusstsein ist gering.

Ein Betroffener berichtet:

Ich entwickelte eine Reihe von Verteidigungsmechanismen, um unangreifbar zu sein und nicht abgelehnt zu werden.

Dazu gehörte, Gefühle zu unterdrücken, speziell Wut und Trauer, da ich dafür von anderen am leichtesten aufgezogen wurde.

Es dauerte nicht lange, bis ich anfing, mich zurückzuziehen.

Ich wurde häufig krank, hatte dauernd Kopf- oder Magenschmerzen und ging immer seltener in die Schule.

Ich hatte Angst vor die Tür zu gehen und mich mit Mitschülern und Lehrern zu unterhalten.

Ich verkroch mich zuhause, brütete über meinen Gedanken und flüchtete mich durch Videospiele in andere Welten. Ich fühlte mich wie in einer Glocke gefangen.

Die Angst vor Ablehnung kann so groß sein, daß manche Menschen alles tun, um sie zu vermeiden: ja, sie geben sogar ihre ganze Selbstachtung auf.

Sie fühlen sich stets verpflichtet, das zu tun, was die anderen von ihnen erwarten, und stecken selbst zurück.

Sie glauben, nur auf diese Weise vermeiden zu können, daß sie abgelehnt werden.

Sie sind davon überzeugt, Liebe und Anerkennung von anderen ebenso dringend zu benötigen, wie sie die Luft zum Leben brauchen.

Auf diese Weise werden sie zu Opportunisten, drehen ihr Fähnlein ständig im Wind und übersehen dabei, daß sie sich damit auch Ablehnung einhandeln können.

Diese Menschen lassen außer acht, daß Liebe und Anerkennung zwar angenehm, aber nicht unbedingt (lebens)notwendig sind.

Sie übersehen, daß es unmöglich ist, von allen gemocht zu werden. Lebensweisheit Es allen Recht machen wollen

Ratgeber Gefühle verstehen

Angst, andere könnten etwas Schlechtes in einem entdecken

Die Angst vor Ablehnung geht einher mit der Angst, andere könnten etwas Schlechtes und Ablehnenswertes in einem entdecken.

Betroffene leben in der ständigen Angst, andere könnten ihr wahres (schlechtes) Wesen entdecken.

Wenn andere etwas Positives sagen, denken Betroffene sofort, die anderen wollen nur höflich sein und sie nicht kränken.

Oder aber die Betroffenen denken, der andere müsse sie nur besser kennen, dann würde er das Schlechte in ihnen erkennen und sie sitzen lassen.

Die Betroffenen können oft nicht sagen, was das Schlechte in ihnen ist. Sie haben nur das diffuse und ungute Gefühl, etwas stimme mit ihnen nicht.

Dies bringt uns zu den Ursachen der Angst vor Ablehnung.

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Ursachen der Angst vor Ablehnung

Wir können von anderen abgelehnt werden und uns dennoch selbst anerkennen! Wir haben den Wert, den wir uns selbst geben.

Nur wenn wir uns selbst ablehnen, haben wir Angst vor Ablehnung.

Dann wird die Anerkennung der anderen zum Gradmesser für unseren Wert.

Wir tappen dabei in eine von uns selbst aufgestellte Falle: Von anderen geliebt zu werden, sagt nichts über unsere Person aus, sondern nur über die Meinung und Vorliebe dessen, der uns beurteilt.

Außerdem kann der, der uns mag, uns im nächsten Augenblick schon nicht mehr mögen. Was machen wir dann? Sind wir dann auf einmal wertlos?

apfelNehmen wir an, Sie gehen auf den Markt und kaufen dort immer nur eine bestimmte Sorte Äpfel. Heißt das dann, daß all die anderen Apfelsorten wertlos und minderwertig sind?

Über wen sagt es etwas aus, wenn Sie immer nur eine bestimmte Sorte Äpfel kaufen? Über die Äpfel oder über Sie, den Käufer?

Wenn Sie denken, Ihr Kaufverhalten sagt etwas über die Äpfel aus, dann sitzen Sie in der Falle.

Tatsächlich sagt Ihr Verhalten nur etwas über Sie aus, nämlich welchen Geschmack Sie haben.

Ihre ablehnende Haltung gegenüber den anderen Apfelsorten besagt lediglich, daß diese Ihrem Geschmack nicht entsprechen.

Nur aber weil Sie eine bestimmte Sorte bevorzugen, sind die anderen Apfelsorten deshalb nicht weniger wert oder gar minderwertig.

Es gibt Menschen, die ganz andere Apfelsorten als Sie bevorzugen. Übertragen auf den Menschen heißt das:

Wenn ein anderer Sie ablehnt, dann sagt seine Ablehnung nichts über Sie aus, sondern nur über ihn!

Sein Urteil sagt etwas über seine Erwartungen und Vorstellungen aus, was er mag und was nicht. Über Sie sagt seine Ablehnung absolut nichts aus.

Man braucht vor niemand Angst zu haben. Wenn man jemanden fürchtet, dann kommt es daher, dass man diesem Jemand Macht über sich einräumt. Hermann Hesse

Wem räumen Sie Macht über sich ein? Wem geben Sie die Macht, mit seinem Urteil über Ihren Wert zu bestimmen?

Wenn wir selbstsicher auftreten möchten, müssen wir lernen, von der Meinung der anderen nicht mehr abhängig zu sein.

Wir müssen aufhören, anderen Macht über uns zu geben.

Wie macht man das, anderen keine Macht über sich zu geben?

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Angst vor Ablehnung überwinden

Stärken Sie sich selbst den Rücken und lernen, sich selbst anzunehmen.

Wir müssen bei uns und bei dem Bild beginnen, das wir von uns selbst haben.

Solange wir selbst schlecht über uns denken, solange wir uns nicht leiden können, uns für jede Schwäche kritisieren und selbst für uns kein gutes Wort übrig haben, so lange haben wir Angst davor, dass andere nichts für uns übrig haben.

Gaby hat Kontaktschwierigkeiten. Auf Parties kommt sie sich verloren vor. Sie findet, dass ihr Busen zu klein ist und dass sie um die Hüften herum zu kräftig ist. Aufgrund ihrer vermeintlichen "Mängel" hält sie sich für unattraktiv und minderwertig.

Niemand konnte sie bisher vom Gegenteil überzeugen, weder die Männer, die um sie wie Bienen um einen Honigkuchen schwärmen, noch ihre Freundinnen.

Wenn Männer ihr sagen, dass sie attraktiv ist, denkt sie sich: "Das sagt er nur, weil er mir schmeicheln will. Das sagt er nur, um mir nicht weh zu tun".

Sie unterstellt allen Männern also, dass diese unehrlich sind. Sie legt anderen das Urteil in den Mund, das sie bereits über sich selbst gefällt hat!

So wie man von sich selbst denkt, so glaubt man, dass auch andere von einem denken.

Wenn man sich für pervers, unattraktiv, nicht liebenswert, dumm und minderwertig hält, dann denkt man automatisch, dass auch andere so von einem denken.

Und wenn man von sich selbst so schlecht denkt, dann ist es kein Wunder, wenn man Hemmungen hat, schüchtern ist und kein Selbstvertrauen hat.

Wenn Sie Ihre Angst vor Ablehnung überwinden möchten, dann müssen Sie bei der Meinung beginnen, die Sie von sich haben.

Sie müssen beginnen, sich anzunehmen, so wie Sie sind - mit Ihren Fehlern, Schwächen und Mängeln. Sie müssen das Bild, das Sie von sich haben, ändern.

Solange Sie schlecht von sich denken, solange werden Sie schüchtern und gehemmt sein und Angst vor Ablehnung haben.


Angst_vor_Ablehnung.html

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Werfen Sie einen Blick in das Video Werde dein bester Freund

Erst wenn Sie selbst davon überzeugt sind, dass Ihre Fehler und Mängel nichts an Ihrem Wert als Mensch ändern, erst wenn Sie sich für liebenswert halten, dann berührt es Sie kaum, wie andere über Sie, Ihre Fehler und Schwächen denken.

Die beste Schutzimpfung gegen Angst vor Ablehnung und Kritik ist eine positive Selbstachtung. Dr. Rolf Merkle: Autor des Bestsellers Selbstbewusstsein lernen

Erst wenn Sie Ihr Selbstbild ändern, sind Sie nicht mehr krampfhaft auf der Suche nach Bestätigung und Anerkennung.

Erst dann haben Sie nichts zu verlieren, und niemand kann Ihnen etwas wegnehmen, denn dann sind Sie derjenige, der darüber entscheidet, wer und was Sie sind.

Anerkennung ist nur ein Spiegel dessen, wie andere dich sehen und kein Gradmesser deines Wertes!

La Bruyere, ein Schriftsteller im 17. Jahrhundert, sagte über die Angst vor Ablehnung:

Wir suchen unser Glück außerhalb von uns selbst, noch dazu im Urteil der Menschen, die wir als kriecherisch kennen und als wenig aufrichtig, als Menschen ohne Sinn für Gerechtigkeit, voller Missgunst, Launen und Vorurteile: wie absurd!

Höre auf, dich zu fragen, was andere über dich denken!

Was andere über dich denken, ist nicht wichtig!

Wichtig ist, was du über dich denkst!

Du bist nicht allmächtig! Deshalb kannst du nicht bestimmen, was andere über dich denken. Dein Job ist es, dies zu akzeptieren lernen!


Dr. Rolf Merkle
Rolf Merkle (Autor)

Danke, dass Sie mir Ihre Zeit geschenkt haben. Als Psychotherapeut helfe ich seit 35 Jahren Menschen, besser mit dem Leben klarzukommen. In meiner Freizeit koche ich leidenschaftlich gerne, spiele Squash und interessiere mich für Kunst.

Was ich für das Wichtigste im Leben halte? Sein Leben selbstbestimmt & erfüllt zu leben. Denn nur wer mit sich im Reinen ist, kann mit anderen Menschen positive Beziehungen haben.

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  1. Leserkommentar Susanne schreibt am 14.03.2018

    Mir geht es manchmal so, daß ich selbst zuerst andere ablehne und wenn das dann von diesen erwidert wird, geht es mir bis in die Knochen und zT bekomme ich große Angstgefühle. Ich versuche dann, mir selbst die Schuld zu geben und mich abzulenken. Beiträge von Herrn Merkle können mich dann wieder aufbauen;Danke dafür !!!

  2. Leserkommentar Lis schreibt am 26.02.2018

    Was Sie hier beschreiben klingt wie ein Teil meiner (gerade diagnostizierten) Sozial phobie. Das schlimme ist, das ich es voll mit dem Verstand begreife, aber überhaupt keinen gefühlsmässigen Begriff davon habe, wie es sich anfühlt, angekommen zu sein. Wie, oder mit welcher Therapie, kann ich das am besten lernen. Ich mache für die Soziale phobie in kürze Schematherapie, hilft das auch, mich das erste Mal geliebt zu fühlen, oder willkommen, oder ganz, ich weiss nicht wie ich es beschreiben soll, ohne dieses Gefühl der Scham? Danke für Ihre Antwort!

  3. Leserkommentar Sabine schreibt am 24.02.2018

    Lebe den Augenblick. Tröste die Traurigen in den Pflegeheimen, dann wirst Du von den Schwestern hören, dass es ihre Aufgabe sei. Leider sieht man die Schwestern wenig, sind anderweitig beschäftigt. Pat. werden im Rollstuhl angesurrt und vor den Fernseher gesetzt. Alle haben einmal das Beste für die Welt gegeben. Suche Dankbarkeit und lese in den Gesichtern.

  4. Leserkommentar Matthias F. Heufer schreibt am 19.02.2018

    Alles gut und schön - es mag ja auch richtig sein. Ich kann auch ohne Probleme andere entschuldigen nur von mir erwarte ich mehr! Fehler, auf die mich ein anderer hinweist nehme ich ernst und versuche sie abzustellen, was mir nicht immer glückt. Dann hadere ich mit mir und mache mich selbst noch zusätzlich fertig. Im Beruf (selbständig) ging das besser: aus der Sicherheit meines „Ladens“ konnte ich aus mir herausgehen. Privat bin ich dreimal in Partnerschaften gescheitert. Inzwischen bin ich Rentner und fühle mich nirgendwo sicher und bin deswegen gehemmt, hatte auch nie ein soziales Unfeld und bin jetzt ziemlich zurückgezogen und nicht besonders optimistisch, das ändern zu können....

  5. Leserkommentar ixirt schreibt am 07.02.2018

    Was ist, wenn die anderen darüber bestimmen, ob ich einen Job bekomme oder nicht? Ich kann mich ja toll finden, aber das reicht nicht. Mein Leben lang versuchen alle, mir klar zu machen, dass ich nicht okay bin. Und nichts kann. Wie kann ich die anderen davon überzeugen, dass ich was kann?

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Leserstimme Amazon Leser 19.1.2018

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Dr. med. Kai Born
Facharzt für Psychosomatische Medizin, Wiesbaden

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