Kommunikationstraining

Konstruktiv, achtsam und erfolgreich zu kommunizieren können wir lernen – und es öffnet uns neue Türen. Wie das gelingt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kommunikationstraining

Auch wenn viele Menschen glauben, ein Gespräch zu führen sei kein Kunststück, so sind für eine gelungene Kommunikation Bewusstsein und bestimmte Fähigkeiten sehr hilfreich. Wenn unsere Eltern gute Gesprächspartner waren, so konnten wir durch ihr Vorbild lernen. Waren unsere Eltern ängstlich und unsicher oder aggressiv im Kontakt mit anderen, so hatten wir schlechtere Chancen, angemessen kommunizieren zu lernen. Wir können uns jedoch noch als Erwachsene erfolgreiche Gesprächsstrategien aneignen. Hierbei kann uns ein Kommunikationstraining helfen.

Was ist ein Kommunikationstraining?

Kommunikationstrainings sind meist Teil einer therapeutischen Behandlung oder eines Coachings bzw. Trainings im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung. Sie werden z. B. in der Partnerberatung, Ehetherapie, in der Psychotherapie, aber auch in der Arbeits- und Organisationspsychologie eingesetzt. Wir lernen in einem Kommunikationstraining unter anderem,

  • was Kommunikation an sich kennzeichnet, dass es also dabei um einen Sender und einen Empfänger geht, die sich miteinander innerhalb eines bestimmten Kontexts verständigen, wobei es zu Missverständnissen kommen kann (vgl. auch Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schultz von Thun). 
  • welche Bedeutung die Beziehungsebene für die Kommunikation hat, also die emotionale Komponente des Austauschs, die gegenüber den reinen Worten mehr Gewicht hat.
  • die Grundlagen einer konstruktiven und wirkungsvollen Kommunikation für erfüllende zwischenmenschliche Beziehungen und mehr persönlichen und beruflichen Erfolg. 
  • mehr Bewusstsein darüber zu erhalten, wie wir selbst kommunizieren.
  • Wege, wie wir konstruktiver mit uns selbst und anderen kommunizieren können.

Was sind die Ziele eines Kommunikationstrainings?

Ein Kommunikationstraining hat zum Ziel, die Fähigkeiten der Kommunikation zu verbessern. Die Ziele der einzelnen Trainings können durchaus variieren, je nach den Bedürfnissen und Voraussetzungen der Teilnehmenden. Häufig geht es aber darum:

  • sich selbst besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln, 
  • innerhalb der Paarbeziehung konfliktfreier und wertschätzender zu kommunizieren, 
  • Familiendynamiken zu verändern und zu verbessern, 
  • beruflich erfolgreicher und souveräner zu kommunizieren. 

Welche Gründe sprechen für ein Kommunikationstraining?

Kommunikation (lateinisch: communicare) verbindet uns Menschen miteinander und schafft die Möglichkeit des Austauschs auf unterschiedlichen Ebenen und auf unterschiedliche Arten. Wir lernen voneinander, bilden uns weiter, verständigen uns, kommen uns näher. Wir können mit einem Kommunikationstraining lernen, die Beziehung zu uns selbst und anderen zu verbessern und Kommunikationsfehler zu vermeiden sowie wichtige Informationen zu transportieren. Wir können uns mit einem Kommunikationstraining also erfolgreiche Gesprächsstrategien aneignen und lernen, uns auf allen Kommunikationsebenen angemessen auszudrücken:

  • verbal, also mit dem, was wir sagen,
  • paraverbal, also wie wir etwas sagen und 
  • nonverbal, also wie wir etwas auf physischer und emotionaler Ebene ausdrücken.

Für wen eignet sich ein Kommunikationstraining?

Ein Kommunikationstraining ist insbesondere im beruflichen Kontext ein hilfreiches Instrument, um das Miteinander im Team, aber auch nach oben oder unten in den Hierarchiestrukturen zu verbessern. Es wird meist angeboten für Führungskräfte und Mitarbeitende, die Kommunikationsprobleme erleben und/oder lernen möchten, sich wertschätzender, konstruktiver und wirkungsvoller auszudrücken und auszutauschen und hierbei mehr Freude zu erleben. 

Darüber hinaus können auch Menschen, die in einer Paarbeziehung oder im Familienverbund leben, von einem Kommunikationstraining profitieren, indem sie wieder mehr Achtsamkeit und Empathie für die ihnen nahestehenden Menschen entwickeln.

Was wird in einem Kommunikationstraining behandelt?

In einem Kommunikationstraining wird trainiert, wie wir

  • Kontakt knüpfen und ein Gespräch beginnen.
  • sichtbar werden und Schüchternheit überwinden. 
  • uns selbst den Raum geben, uns zu äußern. 
  • Wege aus dem Schweigen finden. 
  • uns ehrlich und authentisch ausdrücken.
  • die richtigen Worte finden. 
  • besser zuhören und die Gefühle und Meinung des Gesprächspartners oder der -partnerin erfassen.
  • den anderen ausreden lassen.
  • Respekt und Verständnis für den anderen entwickeln.
  • uns in den anderen hineinversetzen.
  • aktiv zuhören und aufmerksam sind.
  • Interesse signalisieren. 
  • unsere Körpersprache einsetzen.
  • Blickkontakt herstellen und halten.
  • die Stimme und die Atmung richtig einsetzen und nutzen.
  • mit Konfliktsituationen umgehen können. 
  • Lob gegenüber Kritik bevorzugt einsetzen. 
  • konstruktive Kritik annehmen und üben lernen.
  • Streit vorbeugen oder schlichten.
  • Missverständnisse vermeiden. 
  • entspannt kommunizieren. 
  • einen freundlichen Umgangston erlernen und beibehalten.
  • Wünsche äußern und Forderungen ablehnen können.
  • Wünsche statt Vorwürfe formulieren.
  • negative und positive Gefühle angemessen ausdrücken.
  • unsere Gedanken und Gefühle kanalisieren.
  • unsere Glaubenssätze hinterfragen und durch neue Gedanken ersetzen. 
  • unsere Grenzen erkennen und entsprechend kommunizieren. 
  • Freude an der Kommunikation gewinnen.
  • selbstsicher und klar kommunizieren. 
  • Souveränität ausstrahlen. 
  • Gehör finden.
  • Wirkung erzielen. 
  • erfolgreicher sind.
  • Lösungen finden. 
  • Inhalte vermitteln.
  • wertfrei kommunizieren. 
  • mehr Bewusstsein über uns selbst und andere erlangen.

Welche Methoden und Ansätze gibt es in einem Kommunikationstraining?

Hier sind einige Beispielmethoden und Ansätze aufgeführt, die im Rahmen eines Kommunikationstrainings behandelt werden können: 

Aktives Zuhören (nach C. Rodgers)

Beim aktiven Zuhören nehmen wir das Gesagte des Gegenübers aktiv auf, indem wir den Blickkontakt herstellen und halten, interessiert zuhören (z. B. nicken) und eine emotionale Verbindung herstellen. Dabei können emotionale Inhalte wiederholt und in „Ich“-Form wiedergegeben werden. Wir sind ganz beim anderen, das Gegenüber fühlt sich ernst genommen und verstanden, Vertrauen entsteht. 

Paraphrasieren

Emotionale Inhalte können durch zusammenfassende Wiederholung des Gesagten z. B. auf eine sachliche Ebene gebracht werden. Dadurch können Aussagen geklärt oder hierauf Bezug genommen werden. 

Gewaltfrei kommunizieren (nach Marshall B. Rosenberg)

Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation legt Wert auf die Kommunikationsform für einen gelingenden Austausch. Es werden vier Stufen unterschieden, wobei es darum geht, die auslösende Situation zu beschreiben (Beobachtung), die Gefühle zu benennen (Gefühl), die eigenen Bedürfnisse anzusprechen (Bedürfnis) und schließlich um die Erfüllung dieser Wünsche zu bitten (Bitte). 

Körpersprache, Atmung und Stimme schulen

Hier geht es darum, die nonverbale und paraverbale Kommunikation zu trainieren, um wertschätzender, erfolgreicher oder konfliktfreier auf physischer Ebene zu kommunizieren. Im Fokus sind z. B. Blick, Mimik, Gestik, Haltung, Auftreten, Atmung und Stimme. Wenn sich zwei Menschen sympathisch sind, imitieren sie z. B. automatisch eher die Haltung des anderen. Diese und andere Erkenntnisse lassen sich hier nutzen. 

Deeskalieren

Festgefahrene Situationen und Kommunikationsmuster werden ganzheitlich angegangen. Eine Möglichkeit zur Schlichtung und Beruhigung sind Entspannungs- und Atemtechniken, die sich auch im Alltag anwenden lassen. Auch werden Techniken vermittelt, die bisherige Abläufe durchbrechen (wie z. B. Uminterpretation oder Umgebungswechsel). 

Techniken in Organisationen

Auch in Teams, der Führung oder in der Pädagogik können diverse Kommunikationstechniken zum Einsatz kommen, um Lösungen zu erarbeiten und achtsam miteinander umzugehen. Beispiele sind das Brainstorming, Diskussionen, Fragen, Fokusgruppen, Murmelgruppen oder Maßnahmen für eine gesteigerte Motivation und mehr Klarheit (z. B. Rollenklärung, Lob und Anerkennung, Teammeetings, offene Tür etc.). 

Bewusstsein über das eigene Mindset erlangen

Nicht zuletzt setzt eine erfolgreiche Kommunikation bei den eigenen Gedanken und Gefühlen an, die z. B. im Rahmen einer Psychotherapie aufgearbeitet werden können, sofern sie einer konstruktiven Kommunikation im Weg stehen und selbst nur schwer verändert werden können. 

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Eckart schreibt am 02.06.2022

Absolut richtig. Super Artikel.


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 Welche Gründe sprechen für ein Kommunikationstraining?
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