Wofür Sie sich nicht entschuldigen müssen

Entschuldigen Sie sich häufig und grundlos? 10 Dinge, für die Sie sich nicht entschuldigen und schuldig fühlen müssen.

Wofür Sie sich nicht entschuldigen müssen
© PAL Verlag

Eine Entschuldigung an richtiger Stelle kann unser Gegenüber besänftigen und die Beziehung wieder ins Lot bringen. Doch manchmal entschuldigen wir uns für Dinge, für die wir uns nicht entschuldigen müssten. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen zehn Verhaltensweisen vorstellen, für die Sie sich nicht entschuldigen müssen.

Warum wir uns oft grundlos entschuldigen

  • Wir haben es so gelernt. Es ist pure Gewohnheit.
  • Wir leben nach dem Motto „Lieber einmal zu viel entschuldigt als zu wenig“.
  • Ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl kann uns dazu bringen, uns aus Angst vor Zurückweisung und Angst, den anderen zu verlieren, zu entschuldigen.
  • Minderwertigkeitsgefühle können dazu beitragen, dass wir uns für Dinge die Schuld geben, für die wir nichts können.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Eine Entschuldigung ist angebracht und wichtig, wenn wir falsch gehandelt haben. Auch wenn unser Verhalten unbeabsichtigt dazu geführt hat, dass ein anderer sich verletzt fühlt, kann ein "Es tut mir leid." angebracht sein.

Manche Entschuldigungen sind jedoch überflüssig, untergraben unser Selbstwertgefühl und machen uns zum Opfer. Es folgen zehn Verhaltensweisen und Dinge, die keiner Entschuldigung bedürfen.

Wofür Sie sich nicht entschuldigen müssen

1. Ihre Gefühle

Sie haben das Recht, zu fühlen, was Sie fühlen. Sie dürfen weinen, deprimiert, betrübt und ärgerlich sein, lachen - so lange und so oft, wie Sie möchten. Allerdings ist es gut, abzuwägen, in welcher Form Sie anderen gegenüber Ihre Gefühle zeigen. Wenn Sie sich mal im Ton oder Handeln vergriffen haben, können Sie sich für Ihr Verhalten entschuldigen, nicht aber für Ihre Gefühle.

2. Die Gefühle anderer

Wenn Sie Ihr Verhalten sorgsam gewählt haben und ein anderer sich aufgrund Ihres Verhaltens dennoch schlecht fühlt, ist dies kein Grund, sich schuldig zu fühlen.  Für seine Gefühle ist jeder von uns selbst verantwortlich. Wir bestimmen durch unsere Bewertung, ob uns das Verhalten eines anderen freut, gleichgültig ist oder verletzt. Mehr dazu in diesen Beiträgen:

Wie Gedanken Gefühle beeinflussen

Das ABC der Gefühle

Selbstgespräche die schaden

Weisheit zu Gefühlen

Sie brauchen sich also nicht zu entschuldigen für ein angemessenes Verhalten, können aber Ihr Bedauern darüber ausdrücken, dass der andere sich schlecht fühlt.

3. Die Trennung von einem Menschen, der Sie respektlos behandelt und schikaniert.

Ihnen steht es zu, dass andere achtungsvoll mit Ihnen umgehen und Ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Deshalb dürfen Sie sich auch von Menschen zurückziehen, die Ihnen nicht guttun. Was für Schuhe gilt, gilt auch für Menschen: Tun sie weh, passen sie nicht. Wenn möglich, ziehen Sie sich von diesen Menschen zurück. Dann haben Sie in Ihrem Leben mehr Platz für tolle Menschen, die Sie mögen.

4. Eine Auszeit

Als Erwachsene sind wir für unser Wohlbefinden verantwortlich. Nur wir selbst können beurteilen, wann unser Körper und unsere Seele eine Auszeit benötigen. Dass Sie Ruhe bedürfen und eine Zeitlang absolut nichts tun, dafür müssen Sie sich nicht entschuldigen.

5. Ihre Meinung

Ihre Meinung ist ihr ganz persönlicher Blickwinkel, aus dem Sie die Welt beurteilen. In Ihre Meinung fließen die unterschiedlichsten Aspekte mit ein – wie beispielsweise

  • Ihre Erfahrungen,
  • Ihre Wertvorstellungen,
  • Ihre Bedürfnisse,
  • Ihre momentane Stimmung und körperliche Verfassung,
  • Ihre Vorlieben und
  • die Beziehung zu Ihrem Gegenüber.

Auch wenn Ihre Meinung für andere nicht immer angenehm ist, dürfen Sie diese äußern. Und wenn der andere verletzt reagiert, dann deshalb, weil er sie in bestimmter Weise auffasst und sich zu Herzen nimmt.

6. Ein Nein

Es steht Ihnen zu, nein zu sagen, wenn Sie einen Wunsch nicht erfüllen oder einer Aufforderung nicht nachkommen möchten. In manchen Situationen entspannt es die Situation, wenn Sie die Gründe für Ihr Nein angeben, aber Sie müssen es nicht. Mehr zum Thema Nein sagen: Selbstbewusst nein sagen lernen

7. Ihre Überzeugungen

Sie haben das Recht für das zu kämpfen, wovon Sie überzeugt sind. Auch wenn Ihre Überzeugung nicht der Norm entspricht, dürfen Sie danach leben.

8. Die Art und Weise, wie Sie Ihr Leben gestalten.

Solange Sie anderen Menschen nicht schaden, dürfen Sie leben, wie es Ihnen gefällt - gleichgültig, ob andere dies für gut finden. Sie brauchen sich deshalb nicht schuldig zu fühlen.

9. Ihre Verteidigung

Sie haben das Recht, sich zu wehren, wenn Ihnen Unrecht geschieht.

10. Wenn andere eine Entschuldigung fordern und Sie sich keiner Schuld bewusst sind.

Manchmal fordern andere eine Entschuldigung für ein Verhalten von uns, das wir nicht als falsch erkennen können. Wenn der andere uns wichtig ist, können wir ihm unsere Sichtweise erklären, aber wir müssen uns nicht bei ihm entschuldigen.

Haben Sie Dinge entdeckt, für die Sie sich entschuldigen und schuldig fühlen, aber es nicht müssten? Dann erinnern Sie sich in Zukunft daran, dass eine Entschuldigung nur notwendig ist, wenn Sie Ihrem Gegenüber geschadet haben. Lernen Sie, zu sich, zu Ihren Ansichten, Gefühlen und Zielen zu stehen.

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Stevie schreibt am 17.02.2020

Habe Ausgrenzung erlebt und mehrfach angesprochen. Wurde leider nicht darauf eingegangen. Habe den Kontakt nach langem Überlegen abgebrochen. Nun bekomme ich eine persönliche Nachricht, dass ich dieser Person "nur noch leid tue" . Ich weiß selbst nicht, warum mir dieses :" du tust mir nur noch leid " so weh tut.Versuche das Ganze abzuhaken, es holt mich trotzdem immer wieder ein. Ich weiß auch nicht, warum ich leid tue, ich hatte eher ein Art Einsicht und eine Entschuldigung der betroffenen Person erwartet. Anscheinend sollte ich mich entschuldigen- für die Ausgrenzung???

689ppllom schreibt am 12.01.2018

darf ich fragen was ein "Energievampir" ist ......... musste bischen lachen als ich das Wort las

Michaela (43) schreibt am 10.11.2017

Ich kenne ein paar Menschen (Hauptsächlich Frauen...), die sich permanent und für alles entschuldigen. Ich habe das Gefühl, dass sie unter starken Minderwertigkeitsgefühlen leiden. Andererseits können sie aber auch sehr forsch und mitunter beleidigend sein. Für mich zählen sie zu den Energievampiren. Und demnach meide ich sie. (Siehe: Menschen die mir nicht gut tun)PS: Man kann sich ändern! Ich habe es nach gut 30 Jahren auch noch geschafft. Jetzt geht es mir VIEL besser ;-)Alles Liebe

Miriam schreibt am 27.10.2017

Stimmt, ist schon eine blöde Angewohnheit, sich ständig für alles zu entschuldigen. Ich kenn das von mir auch. Hab irgendwie immer das Gefühl, etwas falsch zu machen.

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