ratgeber selbstbewusstsein

Geduld haben - sich in Geduld üben

Unter Geduld verstehen wir die Fähigkeit, zuwarten und eigene Bedürfnisse zurückstellen zu können.

Wann immer Geduld gefordert ist, erleben wir einen Widerspruch zwischen einem Wunsch und der Wirklichkeit.

Unser Wunsch ist es, etwas schneller zu erledigen, etwas ohne Schmerz zu erleben, eine Belohnung zu bekommen, ein Problem zu lösen oder ein Ziel zu erreichen, aber wir müssen uns auf die Zukunft vertrösten.

Wir verzichten im Augenblick auf die Erfüllung unserer Bedürfnisse.

Zur Geduld gehört auch unsere Hoffnung, dass es eine Verbesserung geben kann. Das Gegenteil dazu ist Ungeduld.

Geduld wird uns nicht in die Wiege gelegt. Wir müssen sie erlernen.

Kleinen Kindern fällt es z.B. sehr schwer, auf eine Belohnung oder auf das Öffnen eines Geschenks zu warten.

Hierzu gibt es ein interessantes Experiment: Der Marshmallow-Test. In diesem Test wurden Vierjährige vor die Wahl gestellt, ein einzelnes Marshmallow (Süßigkeit) sofort zu essen, oder zu warten, um dann noch ein zweites als Belohnung zu bekommen.

Was es für die Kinder besonders schwer machte, war, dass das Marshmallow direkt vor ihren Augen stand, sie es sehen, riechen und berühren konnten.

Einige Kinder warteten geduldig und konnten der Versuchung wiederstehen.

Andere entschieden sich für die schnelle Belohnung und hatten dann nur ein Marshmallow zum Verzehr.

An diesem Test sehen wir, dass wir für Geduld verschiedene Fähigkeiten benötigen:

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Was unsere Geduld strapaziert

Geduld haben fällt uns schwer, wenn wir es als Hilflosigkeit oder Unfähigkeit ansehen, dass wir nicht schneller vorankommen.

Tatsächlich entscheiden wir uns aber bewusst dafür, einer Aufgabe mit Geduld zu begegnen.

Wir müssen nicht geduldig sein, sondern wollen es - weil es uns dann besser geht und wir uns besser auf die Aufgabe konzentrieren können.

Ein anderer Grund, warum wir ungeduldig reagieren können ist der, dass wir Geduld mit Schwäche gleichsetzen.

Geduld ist jedoch in vielen Situationen eine Stärke.

Unsere Geduld nimmt auch deutlich ab, wenn wir erschöpft, übermüdet, im Stress oder krank sind.

Wenn uns der Geduldsfaden reißt, dann haben wir uns längere Zeit in Geduld geübt, aber etwas hat das Fass zum Überlaufen gebracht und wir haben kein Verständnis mehr für etwas, das wir einige Zeit so hingenommen haben - wir rasten aus.

Wer bei Kleinigkeiten keine Geduld hat, dem misslingt der große Plan. Konfuzius

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Vorteile von Geduld

Vorteile sind, dass

Geduld lernen

In Geduld können Sie sich üben. Hier einige Tipps.

Tipp 1: Erinnern Sie sich an die Belohnung.

Es fällt Ihnen leichter, Geduld mit sich, anderen oder einer bestimmten Situation zu haben, wenn Sie die Hoffnung haben, dass es sich für Sie lohnen wird.

Malen Sie sich deshalb ganz lebendig aus, wie es Ihnen besser gehen wird, wenn Sie durchgehalten haben - was Sie als am Ende Ihrer „Leidenszeit“ erwartet.

Tipp 2: Akzeptieren Sie, dass bestimmte Aufgaben Zeit und Ausdauer erfordern.

Wenn Sie gegen etwas ankämpfen und beschleunigen wollen, was Sie nicht steuern und ändern können, vergeuden Sie nur Ihre Energie, werden wütend oder fühlen sich hilflos.

Tipp 3: Lenken Sie Ihren Blick auf kleine Fortschritte.

Jeder kleine Schritt ist dann für Sie ein Schritt auf Ihr Ziel zu, also bereits ein Fortschritt.

Tipp 4: Lenken Sie sich für einen Augenblick von der Situation ab.

Damit nehmen Sie sich Druck und Anspannung. Manchmal hilft hierbei, dass Sie sich für kurze Zeit nur auf Ihren Atem konzentrieren und einige Male tief ein und langsam wieder ausatmen.

Manchmal macht es Sinn, ganz aus der Situation zugehen und sich kurz zu bewegen.

Tipp 5: Erinnern Sie sich an Ihre Wahlmöglichkeiten.

Wenn Sie etwas überhaupt nicht beeinflussen können und nicht in der Art, wie Sie es sich wünschen, dann haben Sie immer noch Wahlmöglichkeiten.

Sie können mit der Situation hadern und sich ungeduldig machen oder akzeptieren, dass es eben nicht schneller geht und damit Ihren Geduldsfaden stärken.

Sie sind also kein Opfer.

Tipp 6: Streichen Sie das Wörtchen „muss“. Die Menschen und Dinge müssen nicht so sein, wie Sie es verlangen und fordern.

Besser ist es, wenn Sie sich sagen: "Es wäre einfacher ... Mir wäre lieber, wenn .... aber ich bin bereit zu akzeptieren, dass es im Augenblick nicht so ist."

Tipp 7: Nutzen Sie die Aus-Zeit.

Wartezeiten im Stau oder an der Kasse können Sie überbrücken, indem Sie sich etwas ausdenken, wie Sie die Zeit sinnvoll nutzen - beispielsweise andere Menschen beobachten, Vokabeln lernen oder eine Atemübung machen.

Dann verschwindet die Ungeduld von alleine.

Blitztipps, um geduldiger zu werden.

Autorin des Beitrags:

Psychotherapeutin
Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf

Dr. Doris Wolf ist Expertin für:

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