Innere Gelassenheit

Gelassenheit – innere Ruhe und Ausgeglichenheit: Die zehn Gebote der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII und einfache Tipps, um gelassener zu leben.

Innere Gelassenheit

Was ist Gelassenheit und wie kann man lernen und üben, innerlich ruhiger und ausgeglichener zu werden? Hilfreiche Antworten gibt dieser Beitrag.

Was ist Gelassenheit?

Eine Antwort auf die Frage, was Gelassenheit ist, finden wir im Wort selbst. „Etwas ruhig betrachten oder lassen, wie es ist“, so könnte man Gelassenheit erklären.

Unter Gelassenheit verstehen wir innere Ruhe oder Ausgeglichenheit.

Wer gelassen ist, begegnet  Ereignissen und Menschen, selbst wenn sie schwierig sind, mit innerer Ruhe und Gleichmut, behält die Fassung und bleibt im seelischen Gleichgewicht. Das Gegenteil von Gelassenheit ist Unruhe, Ungeduld, Nervosität, Aufregung, Wut.

Warum ist Gelassenheit wichtig?

Gelassenheit hat meist nur Vorteile für uns. Selbst in Situationen, in denen wir in Lebensgefahr sind, können wir angemessener und besonnener reagieren, wenn wir nicht vollkommen von Angst oder Wut überflutet sind.

Gelassenheit hilft uns,

  • nach der besten Lösung für ein Problem zu suchen, statt eine schnelle Lösung zu wählen, nur um unangenehme Gefühle nicht verspüren zu müssen.
  • Kompromisse zu finden und Konflikte mit anderen zu lösen, statt aus der Haut zu fahren, Vorwürfe zu machen und den anderen anzugreifen.
  • anderen zuzuhören, statt sie zu unterbrechen, zu kritisieren und ihnen die Schuld zuzuschieben.
  • aus Fehlern und Misserfolgen zu lernen, statt sich dafür zu verurteilen und kleinzumachen.
  • Krisen und Schicksalsschläge anzunehmen und nach vorne zu schauen, statt mit dem Schicksal zu hadern und sich zu bedauern.
  • Zurückweisung und Kritik nicht persönlich zu nehmen.
  • unsere Fähigkeiten zu entfalten und kreativ zu sein, statt zu grübeln und Angst vor einem Misserfolg zu haben.
  • mit unserer Energie und unseren Kräften zu haushalten, statt sie in Wut und Anspannung zu investieren.
  • zu erleben, dass wir entscheiden können, wie wir uns verhalten, statt uns als Opfer zu fühlen.
  • uns weniger zu sorgen, da wir uns weniger häufig bedroht fühlen.
  • besser mit Stress umzugehen.

Fünf Tipps für mehr innere Gelassenheit und Ruhe

Ob wir gelassen oder eher angespannt, nervös, ängstlich oder aufbrausend durchs Leben gehen, hat viel mit unseren Lebenseinstellungen und Erfahrungen zu tun. Das bedeutet: Wahre Gelassenheit beginnt im Kopf, kommt also von innen. Gelassenheit kann man nicht wie einen Lichtschalter anstellen. Sie entsteht vielmehr durch eine bestimmte Einstellung zum Leben. Förderlich für eine gelassene innere Haltung sind folgende Faktoren:

TIPP 1: Ein positives Selbstwertgefühl und ein gesundes Selbstvertrauen.
Die Haltung: "Ich bin in Ordnung. Ich bin wertvoll und liebenswert." bewirkt, dass wir wenig Angst vor Ablehnung haben und auf Ablehnung und Kritik gelassener reagieren können. Selbstablehnung und eine geringe Selbstachtung verhindern, dass wir anderen Menschen gelassen begegnen können, da wir dann Angst haben, abgelehnt zu werden.

TIPP 2: Eine optimistische und zuversichtliche Einstellung.
Die Überzeugung „Was auch kommt, ich finde eine Lösung. Irgendwie geht es weiter.“ hilft, gelassen in die Zukunft zu schauen und bei Problemen einen kühlen Kopf zu bewahren. Sind wir eher pessimistisch eingestellt, dann schauen wir eher besorgt, verspannt, nervös und gestresst in die Zukunft, da wir mit einem schlechten Ausgang rechnen.

TIPP 3: Eine vernünftige Einstellung zu Fehlern und Versagen.
Die Einstellung „Fehler sind menschlich. Ich habe getan, was mir möglich war.“ hilft, gelassener mit Misserfolgen und Niederlagen umzugehen. Wer dagegen Fehler und Missgeschicke als eine Katastrophe ansieht und sich zum Versager stempelt, der hat Angst vor Entscheidungen und der wird ständig ängstlich und angespannt sein, da Fehler unvermeidbar sind.

TIPP 4: Die Überzeugung, seines eigenen Glückes Schmid zu sein.
Wer überzeugt ist, einen Einfluss auf sein Glück oder Unglück zu haben, wer glaubt, sein Leben im Griff zu haben, der kann vertrauensvoll in die Zukunft schauen. Wer sich dagegen als Opfer fühlt und glaubt, anderen oder dem Schicksal ausgeliefert zu sein, der muss sorgenvoll und voller Angst in die Zukunft schauen. Die Zauberworte heißen Selbstwirksamkeit und Resilienz.

TIPP 5: Die 2000 Jahre alte Erkenntnis: "Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge."
Es sind unsere Beurteilungen, unsere Sicht der Dinge und Menschen, die darüber entscheiden, ob wir glücklich oder unglücklich, zufrieden oder unzufrieden, deprimiert oder hoffnungsvoll, verärgert oder gelassen sind. Wir halten also den Schlüssel für mehr Gelassenheit in unseren Händen. Gelassenheit beginnt im Kopf, das bedeutet, sie entsteht durch die richtige Einstellung zum Leben, zu uns selbst, den Problemen und anderen Menschen. Darüber hinaus helfen uns auch eine Atemtechnik, Meditation oder ein Entspannungsverfahren, wenn wir aufgewühlt, verärgert oder etwas kopflos sind, um wieder gelassener und ruhiger zu werden.

Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.
Reinhold Niebuhr 

Die zehn Gebote der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII.

Nicht für immer muss man sich etwas vornehmen, nur für heute. Das ist auch das Prinzip der AA: Nur für heute trocken bleiben, nur für die nächste Stunde. Je überschaubarer der Zeitraum, umso geringer der Druck, umso größer die Chance, dass man durchhält, was man sich vornimmt. Dieses Prinzip macht sich Papst Johannes in seinen zehn Geboten der Gelassenheit zunutze.

1. Leben: Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben - ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Sorgfalt: Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern … nur mich selbst.

3. Glück: Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin ... nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

4. Realismus: Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Lesen: Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Handeln: Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen - und ich werde es niemandem erzählen.

7. Überwinden: Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8. Planen: Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

9. Mut: Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

10. Vertrauen: Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

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 Fünf Tipps für mehr innere Gelassenheit und Ruhe
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